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Kopenhagen: Was übrig bleibt ist Trauer und Wut...

Zwei Jahre wurde nun verhandelt und das Ergebnis ist gleich Null.
Ein Abschlusspapier wurde, von der Versammlung, lediglich zur Kenntnis genommen und hat somit keinerlei bindende Wirkung. Abgesehen davon wäre es inhaltlich auch völlig ungenügend gewesen.

Rucksackkontrolle, auf öffentlicher Straße, durch die Polizei

In Kopenhagen hat sich auch der ursprüngliche offene Charakter der Klimakonferenzen verändert. Durch das Ignorieren und Niederschlagen der Protestbewegung in und vor dem Verhandlungszentrum wurde deutlich, dass es keinen Konsens zwischen den Regierenden und der umweltbewegten Zivilgesellschaft geben würde und dass die Herrschenden daran auch gar nicht interessiert waren. Unübersehbar ist auch die Kluft zwischen Reden und Handeln, auch und gerade bei der Kanzlerin, die in Kopenhagen wieder als Klima-Kanzlerin auftrat, aber in Deutschland weiterhin Kohlekraftwerke zulässt.

Dass jahrelange Mikado spielen - nach dem Motto "wer sich zuerst bewegt hat verloren" - hat sich nun gerächt. Für alle, die diese Verhandlungen mit Hoffnungen auf ein faires und wirksames Abkommen verbunden haben, bleibt nur Trauer und Wut.

Unser Klima steht nicht zum Verkauf

Ganz anders ist die Situation bei den Demonstranten. Während die Delegierten in Luxushotels und weichen Betten residierten, schliefen die Protestler in Turnhallen, ungeheizten abbruchreifen Fabrikhallen, mit zeitweise nur zwei Toiletten und einem Wasserhahn auf ca. 2000 Menschen. Dennoch war die Solidarität unter ihnen riesengroß. Hier war Engagement zu spüren und soviel Solidarität. Nehmen wir z.B. die Volksküche in der Massenunterkunft Teglholmen. Sie arbeitete bis spät in die Nacht und das Essen war wieder bereit, wenn es morgens früh los ging.

Bei den Vorbereitungstreffen für die Demonstrationen wurden Gemeinsamkeiten entwickelt und die Polizeiwillkür schweisste nur noch mehr zusammen. Climate Justice Now und Climate Justice Action sind die Namen der Protestnetzwerke, die wir uns merken müssen und die in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen. Ebenso wie der Protest insgesamt. Da die Regierungen alles vergeigt haben, bleibt letzten Endes nur der Widerstand übrig. Widerstand gegen jedes Kohlekraftwerk, gegen Braunkohletagebau, gegen Straßen- und Flughafenausbau, gegen Waldrodungen und gegen überflüssigen Luxuskonsum. Für erneuerbare Energieversorgung, ein öffentliches Verkehrssystem auf Basis regenerativer Energien, eine bäuerliche Landwirtschaft mit verminderter Tierhaltung und stark erweiterte Mitbestimmungsrechte der Bürger in ökologischen Fragen.

Agrosprit ist Teil der industriellen Landwirtschaft und erzeugt mehr CO2 wie es verhindert


Keine Frage, dass Kopenhagen ein Disaster der Regierenden war, aber auch der Zündfunke für eine neue und ständig stärker werdende globale Bewegung für Klima-Gerechtigkeit und Klimaschutz.

Von daher hatte der Gipfel in Kopenhagen auch etwas gutes:

Er hat die Illusion zerstört, dass es die Regierungen schon richten werden.

Video des "Sturms" auf das Konferenzzentrum - Sehenswert!

 


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Bilder des Protestes

 


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Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt - Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte - Folge 3

 

Das Buch "Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt" soll nach Auffassung der Autoren ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte sein. Es wurde herausgegeben von Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst und dem BUND. Erstellt wurde die Studie vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unter Mitarbeit von über 30 Autoren. Es erschien im Dezember 2008.

Der folgende Text ist eine subjektive Zusammenfassung des 3. Kapitels des oben genannten Buches:

 

 

3 Eine Welt mit Nachholbedarf

„Die Biosphäre geht schon in die Knie, obwohl erst ein Viertel der
Weltbevölkerung die Früchte des wirtschaftlichen Fortschritts
genießt. Drei Viertel jedoch haben noch Nachholbedarf, sie
wollen es den Wohlhabenden gleichtun. In einer zerklüfteten Welt
ist der Wille, Ungleichheiten zu überwinden, eine der stärksten

Triebkräfte. Sollen die Armen ausgeschlossen bleiben, um die
Umwelt zu retten, oder gelingt es, Formen des Wohlstands zu
entwickeln, die ungleich weniger Natur verbrauchen? Es ist die
kosmopolitische Mission der Ökologie, mehr globale Gerechtigkeit
zu ermöglichen, ohne die Erde ungastlich zu machen.“

China demonstrierte, mit der Olympiade, der Welt seinen Aufstieg zu einer Großmacht. "Doch der Triumph Chinas droht zur Niederlage des Planeten zu werden. Das Verlangen nach Anerkennung und Wohlstand, das in den Ländern des Südens brennt, richtet sich auf ein Zivilisationsmodell, das nicht mit der Endlichkeit der Biosphäre vereinbar ist. Klimachaos und Ölkrise, Nahrungsknappheit und Wassermangel, weitgehend verursacht von gerade mal 25% der Weltbevölkerung, werden sich zuspitzen bis zu Katastrophen, wenn die anderen 75% in ihrem Wunsch nach Gerechtigkeit den gleichen Wohlstand anstreben. So verschärft die Krise der Gerechtigkeit die Krise der Biosphäre". Diese jüngste Geschichte Chinas und anderer Länder Ostasiens ist ein später Erfolg einer Vorstellung von Entwicklung, die nach dem zweiten Weltkrieg die Nord-Süd-Beziehungen prägte. In diesem Sinne verkörperte der Norden das vorbildliche Entwicklungsziel. "Entwicklung ist in diesem Weltbild immer nachholende Entwicklung," mit dem Ziel die Produktions- und Konsumsysteme des "Nordens" zu kopieren. Es sei jedoch kurzsichtig, die Aufholjagd Chinas nur als "Veranstaltung zur Mehrung des Wohlstands" zu sehen. "Mit der Entfaltung seiner Wirtschaftskraft gewinnt China jene Anerkennung im Kreis der Nationen zurück, die es für zwei Jahrhunderte so schmerzlich hatte missen müssen. (...) Der kommunistische Paria hat sich zum kapitalistischen Vorzeigeschüler gewandelt." China sei der spektakulärste, aber nicht der einzige Aufsteiger. Man denke dabei nur an Indien und Länder mit Öleinnahmen wie Iran, Saudi-Arabien und Kauwait. Diese Länder würden vor allem auch danach trachten, den Alt-Mächtigen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Bei aller Entkolonialisierung im politischen und wirtschaftlichen Sinne könne jedoch nicht von einer "Entkolonialisierung der Imagination" gesprochen werden. Im Gegenteil, das Konsummodell der Ex-Kolonialmächte ist Vorbild für Zukunftshoffnungen weltweit. "Es ist der letzte - und möglicherweise verhängnisvolle - Sieg der altindustriellen Länder, dass die Welt in ihnen den Standard sieht, durch den sich der Wunsch nach mehr Gerechtigkeit einlösen lässt."

 


Innerstaatliche Ungleichheit, ermittelt über den GINI-Koeffizienten, Grafik: Wikipedia

Es wäre jedoch kein Zufall gewesen, das Europa die wirtschaftliche und kulturelle Vorherrschaft auf dem Erdball erringen konnte. Da die europäischen Länder in ihren Ressourcen begrenzt waren, kolonialisierten sie andere Länder um sich Rostoffe zu verschaffen. Der zweite wesentliche Schritt war die Nutzung der Kohle als Energiequelle. Diese beiden "Ressourcenbestände" wären maßgeblich für den Aufstieg Europas gewesen. "Klimawandel, Ölknappheit und der Verschleiß der Biodiversität demonstrieren, dass sich der Aufstieg Europas einmaligen Bedingungen verdankt, die sich nicht fortschreiben lassen und erst recht nicht universell verfügbar sind. (...) Es ist zwar die Tragik des historischen Moments, das zwar die Imagination der aufstrebenden Nationen von der euro-atlantischen Zivilisation geprägt ist, allein die Mittel zu ihrer Realisierung nicht mehr zu Verfügung stehen." Die Nationen der Welt hinterlassen einen "ökologischen Fussabdruck" auf dem Planeten, der umso größer ist, je größer der Verbrauch von Natur und Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas sei. Dieser ökologische Fussabdruck betrug 2003 etwa 6,62 Hektar pro Kopf eines Menschen aus einem Industrieland, 2,85 Hektar pro Kopf eines Menschen aus einem Schwellenland und 1,13 Hektar pro Kopf eines Menschen aus armen Ländern. "Mit anderen Worten, der Norden verweigert mit seiner überproportionalen Besetzung des globalen Umweltraums dem Süden das Recht auf mehr Wohlstand und Macht. Und ebenso treibt der Drang des Südens zu nachholender Entwicklung die Welt ins ökologische Verhängnis. (...) Ein erfolgreicher Ausstieg aus der Unterentwicklung und Unterordnung führt beim herrschenden Entwicklungsmodell schnurstracks zum Einstieg in die ökologische Raubökonomie."


Ökologischer Fußabdruck; Grafik: University New Hampshire

Während sich aber die Schere der Ungleichheit für die einen zu schließen begänne, öffnete sie sich für andere Länder der Erde. Deshalb sei es heute so, dass "von allen Faktoren, welche die Position einer Person im Einkommensgefüge der Weltgesellschaft beeinflussen, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation die wichtigste" sei. Die soziale Ungleichheit zwischen Menschen bestimme sich zu etwa 70 Prozent durch die Ungleichheit zwischen Ländern. In Zeiten einer "globalen Ressourcenklemme" stehe viel mehr auf dem Spiel als nur das Wettrennen zwischen Industrie und Schwellenländern. "Für nicht wenige Länder geht es um Leben oder Tod." Ressourcenübernutzung der Einen vertiefe die Unterentwicklung der anderen. "Das es ohne einen Rückbau der Ressourcenansprüchee bei den Reichen jemals ein ausgeglichenes Zusammenleben der Nationen auf dem Globus geben kann, ist nicht vorstellbar."

Während es offene Grenzen erlaubten Mopeds und Flachbildschirme für die Mittelklassen zu importieren, würden Kleinbauern nicht selten durch billige Agrarexporte in den Ruin getrieben, Staudämme lieferten Strom für die Wohlhabenden und vertrieben die Armen und vor allem Frauen in den armen Zonen würden den Zugang zu Land und Rechten verlieren. "Die Armen werden ihrer Ressourcen beraubt, damit die Reichen über ihre Verhältnisse leben können. Die wahre Frage sei heute nicht mehr, ob es genügend Ressourcen geben wird oder nicht, sondern an wen und wofür sie verteilt werden, wenn sie knapp werden. "Das Bedürfnis lokaler Gemeinschaften nach Überleben und Gesundheit steht gegen das Bedürfnis ferner Konsumenten nach Energie. Subsistenzbedürfnisse streiten gegen Luxusbedürfnisse. Verarmung, Migration, soziale Destabilisierung, vielleicht noch vergrößert durch etnische oder religiöse Fehden, sind typische Folgen."

Kurz gesagt: "Ressourcenhunger macht diese Welt friedlos". Ohne einen schonenden Umgang mit den Naturgütern werde sich keine globale Sicherheitsordnung errichten lassen. Damit rücke auch die Frage nach der Gerechtigkeit in den Vordergrund und Friede sei somit das Werk der Gerechtigkeit. Aber, "ohne Ökologie ist im 21. Jahrhundert keine Gerechtigkeit mehr zu haben."

Quelle der Zitate:

Zukunftsfähiges Deutschland – in einer globalisierten Welt

Autor: Udo Schuldt

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Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt - Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte - Folge 2

Das Buch "Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt" soll nach Auffassung der Autoren ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte sein. Es wurde herausgegeben von Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst und dem BUND. Erstellt wurde die Studie vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unter Mitarbeit von über 30 Autoren. Es erschien im Dezember 2008.

Der folgende Text ist eine subjektive Zusammenfassung des 2. Kapitels des oben genannten Buches:

2 Klimachaos, Peak Oil und die Krise der Biodiversität

„Für die moderne Wirtschaft muss die Natur als Mülldeponie,
als Bergwerk und als Standort herhalten. Globale Erwärmung,
erschöpfte Lagerstätten und verschlissene Naturräume
demonstrieren, dass die Menschen ihr Konto überzogen haben.
Alle drei Krisen hängen zusammen und alle drei Krisen rufen
nach einer gemeinsamen Lösung: Dem Einstieg in die Solar-Spar-
Gesellschaft.“

Es wäre kaum zu glauben, dass der Mensch in der Lage sein soll, das Weltklima drastisch zu verändern und doch, so der Nobelpreisträger Paul Crutzen, sei der Mensch die dominante Macht auf der Erde und daher sollten die letzten 200 Jahre auch Anthropozän, Zeitalter des Menschen, heißen. Dies ist kurz gefasst der Inhalt des ersten Absatzes des 2. Kapitels. Die Autoren fahren fort: Der natürliche Wandel des Klimas sei durch die Beziehungen der Erde zu den Nachbarplaneten geprägt. In Intervallen von 100 000, 40 000 und etwa 20 000 Jahren ändere sich das Klima auf der Erde, durch winzige Änderung der Erdbahn um die Sonne, verursacht durch Massenanziehungskräfte der Planeten.


Quelle Wikipedia; Lizenz: Creative Commons

In dieses erdgeschichtlich Geschehen wäre nun der Mensch gestoßen und die Kräfte die er entfaltet überlagerten die natürlichen Zyklen und führten zu einer Erwärmung mit ungeheurer Geschwindigkeit, 100 mal schneller als aufgrund des natürlichen Klimawandels. Ursache dafür sei der doppelte Zugriff auf die Wälder der Erde und die Lagerstätten der fossilen Energieträger, wie der Kohle. „So kam es, dass gegenwärtig die Menschheit innerhalb eines Jahres etwa ebenso viel fossile Energieträger verbraucht, wie die Erde innerhalb einer Million Jahren herausgebildet hat.“ Das Abfallprodukt der Verbrennung - CO2 – steige und steige und habe inzwischen zu einem Wert über 380 ppm geführt – von etwa 270 ppm aus vorindustrieller Zeit ausgehend. Der vom Menschen herbeigeführte Klimawandel habe Folgen: “Erstens: Zwischen der Emission der Treibhausgase und dem Eintritt ihrer Auswirkungen liegt ein beträchtlicher Zeitverzug.“ Bereits die Verzögerung bezüglich des Anstiegs der bodennahen Lufttemperatur betrage 30 bis 40 Jahre. „Der Temperaturanstieg, der dem bereits heute erreichten Anstieg der Konzentration langlebiger anthropogener Treibhausgase gegenüber vorindustrieller Zeit entspricht, beträgt 2,1 Grad Celsius, also etwa das Dreifache des Wertes, der heute als Temperaturveränderung gemessen wird.“ Außerdem wäre der Temperaturanstieg ein sich selbst verstärkender Prozess, da dadurch weitere Effekte ausgelöst würden, wie die verstärkte Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Wasserdampf. Wasserdampf sei ein sehr starkes Treibhausgas. Je wärmer es würde, desto mehr Wasserdampf könne die Atmosphäre speichern (bis Wasserdampfsättigung erreicht ist). Die Erwärmung werde in Polnähe am höchsten sein, was zum Schmelzen des Eises führt. „Kaum etwas ist irreführender als die Rede vom ewigen Eis.“

Auf der anderen Seite wäre die Erschöpfung wichtiger Rohstoffe, wie Erdöl absehbar. Es sei einer seltsamen Laune der Geschichte geschuldet, dass beide Krisen zur selben Zeit über die Welt hereinbrechen. „Seit den 1980er Jahren werden für jedes neu gefundene Barrel Öl etwa vier Barrel entnommen, obwohl die Technologien bei der Suche nach Erdöl präziser geworden sind. Eine ähnlich glockenförmige Produktionskurve wie beim Erdöl sei, mit einer Verzögerung von etwa 2 Jahrzehnten, beim Erdgas zu erwarten. Dieser Situation stände eine steigende Nachfrage gegenüber.


Erschöpfung der Weltölförderung; Quelle: Wikipedia; Lizenz: Creative Commons

Die Krise der fossilen Ressourcen werde ergänzt durch eine Krise der lebenden „Ressourcen“. „Die Rodung von Wäldern und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen sind die wichtigsten Faktoren, welche zur (Zer-)Störung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren führen – die wesentliche Ursache für den Rückgang der Artenvielfalt." Der industrielle Fischfang sei verantwortlich für die „dramatische Erschöpfung der Fischgründe in den Weltmeeren."

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation träfen besonders die Landwirtschaft. Der Ackerbau leide unter den Veränderungen der Temperatur und der Niederschläge, ebenso wie unter der Zunahme von Insekten, Wassermangel und Bodenverschlechterung. Gleichzeitig erzeuge die Knappheit an Öl einen Druck in Richtung des Anbaus von Pflanzentreibstoffen. Insgesamt würden die Ertragsverluste aufgrund von Klimawandel, der starke Anstieg der Nachfrage, die hohen Preise für Energieträger, sowie die Nachfrage nach Agrartreibstoffen auch den Preis für Lebensmittel in die Höhe treiben. Eine Inflation der Lebensmittelpreise wäre jedoch das Schlimmste, was den Armen passieren kann.So münden Klimawandel und Peak Oil, die Dramen ökologischer Endlichkeit, in Dramen sozialer Deklassierung."

Diese „Pathologie“ bringe seit der Jahrhundertwende immer neue Krisensymptome, wie Katastrophen der Natur, Kriege und Kostensteigerungen, hervor. Die Situation verlange Antworten, aber welche? Notwendig wäre eine Abkehr vom „fossil-zentralen Pfad", den die Menschheit gegenwärtig beschritte, hin zu zu einem solar-vernetzten Pfad., denn: "Der fossil-zentrale Pfad ist angesichts der sich durch ihn weiter verstärkende Knappheitstendenzen, jenseits seiner energiepolitischen Schattenseiten, aller Voraussicht nach ein direkter Weg in eine friedlose Welt."

Der solar-vernetzte Pfad beruhe auf drei Richtungsentscheidungen, (1) dem Wechsel der Ressourcenbasis hin zu erneuerbaren Energien und Stoffen., er ziele (2) auf die Vernetzung einer Vielzahl von Versorgungssystemen im kleinen Maßstab ab, die über Stadt und Land verteilt seien, und er strebe (3) eine markante Rückführung des Energiebedarfs über Effizienz- und Vermeidungsstrategien an. Jedoch würde „ohne eine Wende zur Energiespargesellschaft die Wende zur Solarwirtschaft nicht gelingen". Eine konsequente Energiesparpolitik könne es ermöglichen, den Pro-Kopf-Energieverbrauch, in Europa, von 6500 auf 2000 Watt, im Durchschnitt, zu senken. Hierzu wären aber neben technologischen auch Verhaltensänderungen der Europäer nötig.

Quelle der Zitate: Zukunftsfähiges Deutschland – in einer globalisierten Welt

Autor: Udo Schuldt

 

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Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt - Folge 1

Das Buch "Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt" soll nach Auffassung der Autoren ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte sein. Es wurde herausgegeben von Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst und dem BUND. Erstellt wurde die Studie vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unter Mitarbeit von über 30 Autoren. Es erschien im Dezember 2008.

Der folgende Text ist eine subjektive Zusammenfassung der Einleitung des oben genannten Buches:

1 Einleitung

Nach Auffassung der Autoren hat sich ein "Gezeitenwandel" vollzogen. Neoliberale Euphorie und Politik seien an ihr Ende gekommen und die schmelzende Eisberge, Hitzewellen und Hurrikane wie Katrina führen zu der Erkenntnis: " Der Klimawandel ist die größte Herausforderung der Menschheit", so Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum 2007 in Davos.

"Nachdem die kollektive Verdrängung vorüber ist, scheint aber nun kollektive Schizophrenie um sich zu greifen. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass eine zweideutige Zeit bevorsteht, ausgerüstet mit Wissen, doch untüchtig zum Handeln." Es sei einerseits die Einsicht auch auf Seiten der Politik und besonders der europäischen Politik gewachsen, andererseits geht aber vieles weiter seinen gewohnten Gang. Steigender Flugverkehr, neue Kohlekraftwerke, Heizpilze vor Restaurants..., aber unter den Heizpilzen würden Biolebensmittel serviert und Billigflieger böten Öko-Ferien an. "Im Überbau sind alle - von Bild ("Wer rettet die Pinguine?") bis zur Kanzlerin - Fürsprecher eines konsequenten Klimaschutzes, im Unterbau der materiellen Verhältnisse jedoch geht die Expansion der Energieansprüche weiter."

Schwellenländer wie China und Indien versuchten wirtschaftlich und technologisch Anschluss zu gewinnen, doch diese Entwicklung vergrößere nur den Druck auf die Biosphäre. "Weil die Atmosphäre schon übervoll mit den fossilen Ausdünstungen der reichen Länder ist, bringt sie nun der rasante Zuwachs von Treibhausgasemissionen aus den Schwellenländern vollends zum überlaufen." Dabei wäre die besorgte Rhetorik aus den Industrieländern nur aufgesetzt, denn "in den Jahren der Verdrängung war die Wirtschaftsklasse vollauf damit beschäftigt, die ökologische Raubökonomie weltweit auszudehnen". Gerade die Unternehmen aus den OECD-Ländern hätten mit geholfen China, Indien und andere Schwellenländer auf den fossilen Pfad zu bringen und in die "Liga der Klimakiller" aufsteigen zu lassen.

"So spitzt sich Jahr für Jahr der Konflikt zwischen Entwicklungshoffnungen und Naturgrenzen weiter zu" . Da Naturgrenzen aber nun mal nicht zu beseitigen wären, käme auch das herrschende Modell der Entwicklung an sein Ende. Mit dem "Klimachaos" wäre obendrein auch mit zusätzlicher Armut zu rechnen, da Überflutungen, Dürren und Nahrungsmangel diejenigen am stärksten träfen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht hätten.

1996 haben der BUND und Miserior schon einmal eine Studie unter dem Titel "Zukunftsfähiges Deutschland" veröffentlicht. Diese Studie sei in Bezug auf die große internationale Umweltkonferenz, 1992 - in Rio de Janeiro, erschienen. Dieses Buch, ebenso wie die Konferenz, hätte seine Wirkung vor allem in der Zivilgesellschaft entfaltet. "Kein Staat, und auch nicht Europa, hat bis vor kurzem die Beschlüsse von Rio ernst genommen. Es war ein verlorenes Jahrzehnt." Die Zivilgesellschaft hätte jedoch in unzähligen Initiativen für Verbesserungen gekämpft. Doch Gleichgültigkeit und Eigennutz hielten dagegen. Zum Eigennutz trugen insbesondere die Lobbyisten der Industrieverbände bei, sowie die Energieriesen, die ihr Monopol verteidigten, Automobil-, Chemie- und Agrarindustrie. Aber nicht nur das, die alten Strukturen und Verhaltensweisen wären auch in den Menschen "körperlich-emotional" verankert. (Ich denke hier nur an die Abhängigkeit vom Auto, die in Großstädten wie Hamburg, wirklich völlig unverständlich ist, da es Alternativen gibt.)

Also: "Der Klimawandel ruft nach einem Zivilisationswandel" , einer notwendigen Umgestaltung, aus, erstens, einem technologischen Projekt, zweitens, einem institutionellen Projekt unter besonderer Berücksichtigung der Menschenrechte und drittens, der Leitbilder vom Handeln und Sein. Dabei sei der Markt "blind für die Sache der Ökologie wie auch der Gerechtigkeit", weshalb die Politik neue Regeln schaffen müsse.

Verbunden mit der Rettung der Biosphäre wäre auch ein Ende der Hegemonie des Nordens gegenüber den Staaten des Südens. Die Zeitbombe des globalen Elends würde sich erst dann entschärfen lassen, wenn "Solidaritätspolitik zum Herzstück der internationalen Beziehungen wird".

Das Buch gliedert sich in 21 Kapitel, die den sechs Teilen Ausgangslagen, Bilanzen, Leitbilder, Kurswechsel in Deutschland, Europa und Global, Engagement vor Ort und Ausblicke, zugeordnet sind.

Diese 21 Kapitel stellen wir nun in den nächsten 21 Folgen vor.

Link zur Homepage des Projekts: http://tinyurl.com/yevsl23

Autor: Udo Schuldt

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Neuorganisation der Webseite www.klimaschutz-netz.de

Vielleicht ist es der Einen oder dem Anderen schon aufgefallen. Es war in letzter Zeit merkwürdig ruhig auf der Domain www.klimaschutz-netz.de . Das lag nicht nur daran, dass Urlaubszeit war, sondern auch daran, dass diese Webseite neu organisiert wurde.

Die einfache Wiedergabe von Pressemitteilungen findet nicht mehr auf der Homepage statt, sondern auf unserer Facebook (FB)-Seite. Mit einer FB-Seite geht die Verarbeitung von Meldungen nämlich sehr viel einfacher, da halbautomatisiert. Während auf der Webseite früher ein oder zwei Tagesmeldungen wiedergegeben wurden, sind es auf der FB-Seite 20 oder mehr Meldungen, bei geringerem Aufwand.

Außerdem bekommt man dort auch Reaktionen auf die Beiträge und es finden häufig auch kleine Diskussionen statt.

Darum gibt es auf der Webseite zukünftig nur noch eigene Texte. Diese werden von hier aus vollautomatisch nach Facebook übertragen. So erreichen wir mit weniger Aufwand mehr Menschen, können mehr Meldungen verbreiten und haben sogar Freiraum geschaffen für mehr individuelle und kollektive Kreativität.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Schuldt
Admin-C dieser Webseite

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Kopenhagen-Klimagipfel vor dem Scheitern - versagt die Zivilgesellschaft?

Wenn nicht noch ein Wunder geschieht wird der Klimagipfel also scheitern, wie die Kommentare und Meldungen der letzten Stunden deutlich machen. EnBW, E-on, RWE, Vattenfall, Esso, Shell, BP, Mercedes, Porsche, VW und wie sie alle heißen, atmen hörbar auf. Ihr Geschäft kann ungedeckelt weitergehen. Zunächst, denn natürlich wird es unter dem Druck der Ereignisse irgendwann ein Klimaabkommen geben. Irgendwann! Dabei spielt der Faktor Zeit eine ungeheure Rolle, je später die notwendigen Veränderungen erfolgen, desto wahrscheinlicher wird das Eintreten eines für die menschliche Zivilisation gefährlichen Klimawandels. Das ist doch das Schlimme!


Klimaverhandlungen in Barzelona;
Foto: Oxfam; CC-Lizenz

Aber solange sich die Menschen in Deutschland weiterhin vor allem aufregen, dass Autofahren teurer wird, statt sich darüber zu freuen, weil dann weniger gefahren und zum Brötchenholen auch schon mal das Fahrrad benutzt oder zu Fuss gegangen wird...

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Risikoprojekt Kohlekraftwerk

Kohlekraftwerksbau in Datteln: Halb gebaut ist noch nicht fertig
Das Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen, den Bebauungsplan der bereits im Bau befindlichen Steinkohle-Monoblockanlage in der Stadt Datteln für unwirksam zu erklären, schafft einen Präzedenzfall von bundesweiter Bedeutung und gibt den Kraftwerksgegnern neuen Aufschwung.


Kohlekraftwerksbau in Datteln; Foto: Tbachner; Lizenz: CC3.0

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