Für nächsten Dienstag hat Ministerin Hendricks zum Bloggertreffen eingeladen. Ein exklusiver Kreis von zwölf Bloggern und das Klimaschutz-Netz ist - vertreten durch mich - mit dabei. So richtig verstehe ich den Grund dieses Treffens noch nicht. Klar ist, dass das Umweltministerium eine Klimaschutzkampagne starten will und am Dienstag soll die Auftaktveranstaltung sein. Es wurde ausdrücklich darum gebeten, dass wir uns mit unserer Community vernetzen sollen, wir können nämlich Fragen an die Ministerin weitergeben, die von euch gestellt wurden. Mich interessiert besonders die Frage, welche Chancen Frau Hendricks sieht um möglichst schnell alle Kohlekraftwerke in Deutschland abzuschalten.

Hendricks und Merkel
Barbara Hendricks (SPD) und Angela Merkel (CDU) beim Treffen anlässlich der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages (Foto Wikimedia Commons, Martion Rulsch, CC-BY-SA-4.0)

Ihre Ankündigung, dass KoKW abgeschaltet werden sollen war ja medienwirksam, aber mir fiel auch auf, dass sie in der aktuellen Stunde zum Klimaschutz, die am 6. November im Plenum des Bundestages stattfand, wenig zu deren Abschaltung sagte, obwohl die Abgeordnete Eva Bulling-Schröter ihr eigentlich eine gute Vorlage gab indem sie darauf hinwies, dass das kleine Dänemark einen Kohleausstieg beschlossen hätte.

Raus aus der Kohle - rein in die Erneuerbaren, Verkehrswende, Wärmewende und viel mehr Energieeffizienz sind Stichworte die ich schon auf dem Zettel habe. Und die desolate Situation der Bahn, die überhaupt nicht auf eine Verkehrswende vorbereitet ist. Mich interessiert aber auch die Situation der Ostsee, d.h. die massive Ausweitung der Todeszonen und warum das nicht auf der Agenda der Politik steht. Damit verbunden ist auch die Massentierhaltung, die Klimawirkung der Nutztierhaltung allgemein und die Nitrat- und Phosphatfrachten aus der Gülle, die Grundwasser, Flüsse und Meere belasten. Fragwürdig ist auch die "Reform" des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die der Solarbranche die Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland gekostet hat. Da wären doch Kapazitäten vorhanden gewesen noch schneller umzustellen.

Was meint ihr? Was fehlt noch und müsste unbedingt auf die Tagesordnung der Politik?

Insgesamt sehe ich das Treffen schon kritisch. Wenn es darum geht, dass die Ministerin uns für eine persönliche Imagekampagne einsetzen will dann hat sie sich wohl getäuscht, wenn sie ernsthaft den Klimaschutz voranbringen will, dann kann sie sicherlich mit Unterstützung rechnen. Schaun wir mal.