Wer die GPS-Daten 52.493875 und 4.767134 - z.B. bei Ecosia-Maps - eingibt, kann virtuell auf dem ersten Solar-Fahrradweg der Welt fahren. Nahe des beschaulichen Orts Krommenie in Holland wurde die Zukunftsvision einer mit Solarzellen gepflasterten Straße in die Realität umgesetzt.

Solar-Radweg
Solar-Radweg in Holland (Foto: © SolaRoad)

Neben der Landstraße N203 verläuft seit kurzem ein 70 Meter langer Fahrradweg, der ausschließlich aus Solarmodulen besteht. Damit kommen die Niederländer einem fast identischen Konzept – den Solarraodways – aus den USA zuvor. Doch Konkurrenzdenken ist an dieser Stelle fehl am Platz. Es geht darum, zukünftig mit Solarstraßen den gesamten Strombedarf abzudecken. Allein der 70 m lange Solar-Fahrradweg (geplante Verlängerung bis 2016 auf 100 m) reicht aus, um bis zu drei Haushalte mit Strom zu versorgen.

Die Vorteile von Solarstraßen

Das bereits bestehende Straßennetz bietet genügend Platz, um den Strombedarf ganzer Länder nicht nur zu decken, sondern um ein Vielfaches zu übersteigen. Betrachtet man das Beispiel der USA würde dort die dreifache Menge des Landesbedarfs an Strom produziert, wenn alle Straßen des Landes aus Solarmodulen bestünden. Zudem würde der Ausbau normaler Straßen zu Solarstraßen eine neue Solarstromquelle erschaffen, ohne dazu Natur- und Nutzflächen zu opfern. Ein weiterer Pluspunkt der Solarstraßen ist deren Wirtschaftlichkeit. Im Gegensatz zu normalen Straßennetzen, die kontinuierlich Steuergelder verschlingen, würden sich Solarstraßen schon nach 15 – 20 Jahren amortisieren.

Verlegen der Elemente
(Foto: © SolaRoad)

Die Solarmodule der SolaRoad in Holland

Die Basis der rechteckigen PV-Module sind 2,5 x 3,5 Meter große Betonplatten. Die darin eingelassenen Silizium-Solarzellen werden von einem 1 cm dicken Belag aus Spezialglas geschützt. Kritiker sehen das Problem des Straßenbelags vornehmlich in der Glasbeschichtung. Die Belastungen sind schließlich immens. Das Gewicht der Fahrzeuge von oben und die Belastung durch beispielsweise Baumwurzeln von unten, stellen die Solarmodule auf eine harte Probe. Regenwasser, Schnee, Eis und Hagel sind weitere Belastungsfaktoren. Glas als Straßenbelag muss zudem rutschfest, nicht Licht reflektierend und bruchsicher sein. Die Antwort der Hersteller ist ein speziell gefertigtes Sicherheitsglas, das all diesen Ansprüchen gerecht werden soll.Genau deshalb ist das Projekt SolarRoad so wichtig. Die Erkenntnisse aus dieser Versuchsstrecke werden die zukünftige Entwicklung der Solarenergienutzung nachhaltig beeinflussen.

Solarmodule des Solarradwegs
(Foto: © SolaRoad)

Die Zukunft der Solarstraße

Die Macher hinter dem Projekt SolarRoad sehen neben der Erweiterung des Fahrradwegs bis 2016 schon viel weiter in die Zukunft. Allein in Holland warten ca. 140.000 km Straßen darauf, in Solarstraßen umgebaut zu werden. Schon 10 – 20 % des Straßennetzes würden ausreichen, um ein Drittel aller Fahrzeuge des Landes mit Strom anzutreiben. Würden anstatt der bisher gängigsten Silizium-Zellen neuwertige Perowskit-Zellen verwendet, so könnte die Produktivität der Solarstraßen sogar verdreifacht werden.

Text: Aktion-Solar 1)

Quelle: SolaRoad



1) Aktion-Solar – ein Portal rund um die Solarenergie. Für das Infoportal Aktion-Solar sind Entwicklungen wie der Solar-Fahrradweg das Salz in der Suppe. Die Website setzt sich ausführlich mit der Thematik der Solarenergie auseinander und teilt diese Informationen und Erkenntnisse mit den Lesern.