Kohleausstieg statt Krokodilstränen für Gaskraftwerk-Aus

"Die Ankündigung der Betreiber, Deutschlands modernstes Gaskraftwerk vom Netz nehmen zu wollen, ist eine schlechte Nachricht für Klima und Energiewende. Wer jedoch Irsching Krokodilstränen nachweint, gleichzeitig aber den Ausbau der Erneuerbaren behindert, den Ausstieg aus der Kohle nicht vorantreibt, das Strommarkt-Design nicht an die Anforderungen der Energiewende anpasst und den Emissionshandel nicht auf Vordermann bringt, der führt die Öffentlichkeit hinters Licht", so Eva Bulling-Schröter, energie- und klimapolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Medienberichte zu Stilllegungsplänen vom Gaskraftwerk Irsching bei Ingolstadt.

Eva mit Chico und Fahrrad
Eva Bulling-Schröter mit Chico (Foto: © Eva Bulling-Schröter)

Bulling-Schröter weiter: "Besonders als Ingolstädterin und Bayerin bedaure ich die Entscheidung der Gesellschafter. Ein Gaskraftwerk vor der Haustür ist für Gesundheit und Klima um ein Vielfaches besser als ein dreckiges Kohlekraftwerk. Mit ihrem Lobbyismus gegen einen effektiven Emissionshandel haben Energiekonzerne selber dafür gesorgt, dass sie mit modernen Gaskraftwerken heute kein Geld verdienen. Mit kostenlosen CO2-Zertifikaten machten die Energieriesen Milliarden-Extra-Profite auf Kosten der Stromkunden. Heute fordern sie unverschämt Subventionen. Weil der Emissionshandel bis heute nicht funktioniert, bleibt Kohle billig und drängt Alternativen an den Marktrand.

In Bayern trägt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eine Mitschuld an der Verschleppung der Energiewende. Wer den Ausbau von Windkraft mit exzessiven Abstandsregelungen de facto stoppt, beim Netzausbau ohne Konzept mal für den Netzausbauplan stimmt und wenig später wieder zurückrudert und beim Trassenausbau für Windstrom aus dem Norden auf die Bremse tritt, mit dem ist eine vernünftige Energiewende nur schwer möglich. DIE LINKE fordert Ehrlichkeit in der Debatte und einen schrittweisen Kohleausstieg bis 2040."

Eva Bulling-Schröter

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