2-Grad-Ziel wird verfehlt

Berlin/Brüssel: Die letzte Woche für das Pariser Klimaschutzabkommen veröffentlichten C02-Minderungsziele der Europäischen Union sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als unzureichend an. Die Begrenzung der Erderwärmung unter zwei Grad Celsius werde so verfehlt. Dafür sei ein weit ehrgeizigeres Ziel als minus 40 Prozent CO2 bis 2030 erforderlich.

Das Gebäude der EU-Kommission
Das Berlaymont-Gebäude- Sitz der Kommission - in Brüssel (Foto: Amio Cajander; Lizenz: CC-BY-SA-2.0)

"Der EU-Klimaplan kommt zwar frühzeitig auf den Tisch, verschiebt den Klimaschutz aber auf später. Niedrige CO2-Minderungsziele bedeuten, dass die Energiewende und der notwendige Ausstieg aus der Kohleverstromung verzögert werden. Wenn Kanzlerin Merkel Ende dieses Jahres den Pariser Weltklimagipfel zu einem Erfolg machen will, muss sie sich stärker engagieren. Sonst wird die Erderwärmung nicht unter zwei Grad zu halten sein", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Berlin.

Minus 40 Prozent CO2 bis 2030 stünden jetzt zwar auf dem Papier. Dieses sei aber bekanntlich geduldig und zudem nur das wert, was am Ende tatsächlich herauskomme. Derzeit folge die EU noch nicht den Empfehlungen der Klimawissenschaft, die eine weitaus stärkere Reduzierung der Treibhausgase verlange, sagte Weiger. "Den Notwendigkeiten und Möglichkeiten für mehr Klimaschutz wird die Europäische Gemeinschaft bisher nicht gerecht. Mehr ist nötig und möglich", sagte der BUND-Vorsitzende.

Der BUND fordert ein EU-Klimaschutzziel von minus 60 Prozent CO2 bis 2030 im Vergleich zu 1990. Wichtig sei auch, dass die Klimaziele noch vor der Paris-Konferenz nachgebessert würden. Die Festlegungen zum Klimaschutz auf EU-Ebene müssten außerdem Zusagen enthalten, wie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und konkrete Programme zur Verringerung der CO2-Emissionen finanziert werden könnten.

Unklar sei außerdem, ob die EU vorgesehene Emissionsreduktionen im Wald- und Agrarsektor in ihr angekündigtes 40-Prozent-Minderungsziel einrechne. "Schreiben sich die EU-Staaten CO2-Senken im Waldschutz und in der Landwirtschaft bei ihren Minderungszielen gut, dann können sie ihre Klimaschutzanstrengungen in anderen Sektoren entsprechend verringern. Die Folge wäre, dass der Kohlestrom-Anteil in der EU weiterhin inakzeptabel hoch bleibt", warnte Weiger.

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