Erderwärmung, Ozeanversauerung und CO2-Überdüngung oder wie das Gute zum Schlechten wird

Eigentlich weiß fast jeder Mensch, dass ein Zuviel des Guten schaden kann. Wenn man immer zuviel süßen Kuchen isst, dann wächst man zu stark, nicht unbedingt in die Höhe, aber in die Dicke. Fehlernährung ist eine wesentliche Ursache lebensverkürzender Zivilisationskrankheiten, z.B. bestimmter Formen der Zuckerkrankheit und von Herz- Kreislauferkrankungen. Ähnlich verhält es sich mit dem CO2 - auch Kohlendioxid genannt - zuviel davon schadet. Der Amazonas-Regenwald leidet bereits unter dem Überangebot an CO2-"Nahrung".

Amazon Rainforest
Amazonas Regenwald (Foto: lubasi; Lizenz: CC-BY-SA-2.0)

Gegenwärtig steigt der CO2-Gehalt der Luft durch landwirtschaftliche und technische Aktivitäten des Menschen, z.B. durch Verbrennungsprozesse, etwa von Kohle in Kraftwerken oder Benzin in Automotoren. Eigentlich ist CO2 lebensnotwendig, die Pflanzen atmen es ein, entnehmen den Kohlenstoff für ihr Wachstum und atmen Sauerstoff aus. Ohne CO2 könnten die Pflanzen nicht leben, würde es also überhaupt kein höheres Leben auf der Erde geben. Aber, wie Forscher nun herausfanden ist es mit dem CO2 und den Pflanzen ähnlich wie beim Menschen und seiner Nahrung, wenn z.B. Urwaldbäume zuviel CO2-"Nahrung" zu sich nehmen dann wachsen sie zu schnell und sterben zu früh. Irgendwann könnte das System kippen und die abgestorbenen Bäume produzieren mehr CO2 während sie vermodern, wie die lebenden Bäume desselben Waldes aufnehmen. Zusätzlicher Baum-Stress durch vermehrt auftretende Dürren, aufgrund der zunehmenden menschengemachten Erderwärmung, trägt dann auch dazu bei.

Der Amazonas-Urwald nimmt etwa 25% des gesamten - weltweiten - jährlichen CO2-Ausstoßes auf. Er ist eine Kohlenstoff-Senke, wie Wissenschaftler sagen, weil er den CO2-Gehalt in der Lufthülle absenkt. Forscher beobachteten nun seit 1985, wie diese CO2-Aufnahmefähigkeit des Waldes immer weiter abnahm. Die Bäume wuchsen zwar wegen des zunehmenden CO2-Angebotes in der Luft immer schneller, starben dann aber auch früher wieder ab. Dies führte dazu, dass die amazonischen Wälder immer weniger dieses Treibhausgases aufnahmen.

Wir haben inzwischen also ein mindestens dreifaches CO2-Problem aufgrund des zunehmenden Kohlendioxid-Gehaltes der Atmosphäre:

  1. Erderwärmung: Da CO2 ein starkes Treibhausgas ist erwärmt sich die Lufthülle mit der Konsequenz, dass die Meeresspiegel steigen - weil die Eismassen schmelzen und wegen der Wärmedehnung des Wassers. Außerdem nehmen Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen zu, verbunden damit treten auch Wald- und Feldbrände vermehrt auf. Dadurch wiederum wird die Gefahr von Hungerkatastrophen größer. Die Klimazonen der Erde wandern nach Norden, sodass sich Tropenkrankheiten auch in Europa verbreiten können.
  2. Ozeanversauerung: Weil CO2 zusammen mit Wasser Kohlensäure bildet und da das Kohlendioxid der Luft vom Wasser der Ozeane aufgenommen wird, ensteht auch dort immer mehr Kohlensäure, mit dem Effekt, dass das Wasser immer saurer wird. Aus der Erdgeschichte wissen wir, dass ab einem bestimmten Säuregrad viele Meereslebewesen aussterben. So starben vor 250 Millionen Jahren etwa 90% der ozeanischen Arten aus, weil die Ozeane, aufgrund von vulkanischem CO2, zu sauer wurden. Nebenbei bemerkt starben gleichzeitig auch zwei Drittel der Landlebewesen aus, da sie dem CO2-verursachten Klimawandel nicht standhalten konnten.
  3. Überdüngung: Wie oben beschrieben erfuhren wir durch die Forscher, dass die Überdüngung durch CO2 den großen Wäldern der Erde Schaden zufügen kann, mit dem Effekt, dass die Bäume zwar schneller wachsen aber auch früher absterben. Es könnte hier einen weiteren Kipp-Punkt geben, also einen Punkt, ab dem sich der Wald von einer CO2-Senke zu einer CO2-Quelle entwickelt, weil schließlich soviele Bäume abgestorben sind, dass ihr vermodern mehr CO2 erzeugt wie die lebenden Bäume aufnehmen.

Das schlimme ist, wenn Punkt 3 eintritt, dann werden sich die Punke 1 und 2 wesentlich beschleunigen und verstärken, weil der Amazonas-Regenwald dann das CO2 in der Atmosphäre nicht mehr verringert, sondern erhöht.

Nun gibt es Leugner der Klimawissenschaften die bisher sagten, immer mehr CO2 in der Lufthülle sei gut, die Pflanzen könnten dadurch besser wachsen und die menschengemachte Erderwärmung würde gar nicht existieren, denn diese wäre eine Erfindung korrupter Wissenschaftler. Soll man diesen Menschen Glauben schenken? Soll man weiterhin unbeschränkt Kohle, Öl und Gas verheizen und die Wälder überdüngen? Soll man riskieren, dass dasselbe geschieht wie vor 250 Millionen Jahren? Oder sollte man nicht besser die Möglichkeit ins Kalkül ziehen, dass Wissenschaftler - wie die oben genannten Waldforscher - recht haben und sollte man dann nicht alles tun um die CO2-Emissionen zu reduzieren?

Die Antwort auf alle diese Fragen ist klar. Man sollte die Risiken der menschengemachten Kohlendioxid-Zunahme nicht eingehen! Man sollte Risiken sogar verringern, insbesondere das Risiko eines massiven Artensterbens! Man sollte den Leugnern nicht glauben, sondern ihnen gegenüber sehr skeptisch sein! Man sollte die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas so schnell wie möglich beenden und auf Sonnen- und Windenergie umsteigen!

Selbst wenn alle CO2-kritischen Aussagen der Wald-, Ozean- und Klimawissenschaftler falsch sind, kann es eigentlich nicht schaden, wenn man auf Sonnen- und Windenergie umsteigt, weil z.B. Kohleverbrennung noch andere natur- und gesundheitsschädliche Effekte hat, denn es wird tonnenweise Quecksilber und Feinstaub aus den Schloten der Kohlekraftwerke ausgestoßen, oder bedenken Sie die Verwüstungen durch den Braunkohletagebau.

Besser, wir machen Schluss mit dem CO2-Ausstoß, dann sind wir auf der sicheren Seite.

Den Artikel der Forscher zur verminderten CO2-Aufnahme der Wälder, der in der Zeitschrift "nature" veröffentlicht wurde, findet man hier im Internet.

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