Der Klimawandel könnte Folgen nach sich ziehen, die gravierende Auswirkungen haben. Diese machen sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass der Meeresspiegel ansteigt. Forscher und Experten der NASA prognostizieren sogar einen drastischen Anstieg, der zuvor auf diese Weise nicht erwartet wurde. Dies bedeutet, dass laut NASA der Anstieg des Meeresspiegels - bis 2100 - auf ein Durchschnittsniveau von mindestens einem Meter erwartet wird. Dies wird auch durch Forschungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung gestützt. Der Meeresspiegelanstieg bedroht auch Atomkraftwerke.

Flutschutz Hamburg

Erhöhung der Flutschutzanlage in Hamburg - nahe Baumwall, April 2016. Links die neue um knapp einen Meter höhere Mauer, rechts die alte. (Foto: Udo Schuldt)

Die NASA führt laut Online-Dienst des Spiegels ein Programm mit dem Namen Oceans Melting Greenland durch, welches das Phänomen noch weiter erforscht. Durch das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes soll es zu einer vollständigen Überflutung der Landstriche kommen, die flach gelegen sind. Dies sind beispielsweise auch Regionen um Städte, wie Tokyo und Singapur. Der Vorgang der Eisschmelze wird in den kommenden 100 bis 200 Jahren fortschreiten, wenn der Prozess nicht unterbrochen wird. Dies bedeutet aber auch, dass es erste Veränderungen in den folgenden Jahrzehnten geben wird.

Anstieg des Pegels und Schutz der Deiche

Aktuell werden die Deiche erhöht, weil der Anstieg des Wassers bereits fortgeschritten ist. Die Pegel steigen kontinuierlich an und bedrohen hierdurch das Festland. Im Rahmen der Forschungen wurde laut Spiegel festgestellt, dass 360 Gigatonnen Eis zu einem Anstieg von einem Millimeter des Meeresspiegels führen. Dies klingt zunächst wenig, ist allerdings enorm hoch. Hierbei handelt es sich um große Wassermassen, die jetzt bereits zu einer Erhöhung der Deiche führen.

Hamburg verstärkt bereits seine Deiche. In Planung ist eine Erhöhung um 80 cm über einen Streckenabschnitt von 100 Kilometern Länge. Die Kosten für einen Ausbau der Dämme belaufen sich laut NDR auf geschätzte 160 Millionen Euro. Der Schutz der Deiche hat nicht allein den Sinn, dass die Küstengebiete nicht einfach geflutet werden, sondern verfolgt auch den Zweck der Sicherung von Chemiewerken, Fabriken und Atomkraftwerken. Nicht nur Chemikalien bedrohen dann die Umgebung, sondern ebenfalls eine nukleare Katastrophe. Nur ist Hamburg nicht die einzige Küstenstadt und nicht jedes Land ist dazu in der Lage, die Küsten zu sichern.

Eine Bedrohung für die Küstenregionen

Die Sicherung der Küsten ist auch wichtig, da dort viele Atomkraftwerke stehen. AKW sind auch im Landesinneren angesiedelt, auch an Flüssen die mit dem Meer verbunden sind. Über ganz Europa verteilt stehen entlang der Küsten etliche Atomkraftwerke. Die größte Anzahl scheint in England entlang der Küsten platziert zu sein. Ebenso befinden sich beispielsweise entlang der Küsten von

  • Dänemark,
  • Spanien,
  • Frankreich oder
  • Italien

einige der Kraftwerke. Auch dort gilt es die Küsten zu sichern. Denn diese werden zwar nun in Deutschland gut gesichert und die Problematik wird im Auge behalten, jedoch hat es den Anschein, als könne es weltweit in Küstenregionen nicht überall zu einer gleichartigen Sicherungen kommen. Vielen Ländern fehlen Wissen, Verständnis oder auch die finanziellen Mittel. Gerade erst hat sich die Katastrophe im japanischen Fukushima fünfmal gejährt. Dort kam es nach einem Tsunami zu einer Überflutung mehrerer Reaktoren und beinahe zu einer vollständigen Explosion. Die Reaktoren sind teils geschmolzen und Japan ist nur knapp einer großen Katastrophe entgangen. Jedes Atomkraftwerk auf der Welt birgt jedoch enorme Gefahren. Natürlich muss es nicht zu einer Kernschmelze in Atomkraftwerken an Küsten kommen. Doch bestehe derzeit Zweifel am Verantwortungsbewusstsein der Betreiber maroder Kernkraftwerke allgemein. Ein AKW enthält atomwaffenfähiges Material für zahlreiche Atomwaffen. Somit könnte von jedem flutgefährdeten Atomkraftwerk eine große Bedrohung ausgehen. Weiterhin stellen nicht allein laufende Reaktoren eine Bedrohung dar, sondern vielmehr der Atommüll, ein Endlager und die zurückbleibenden Ruinen der Atomkraftwerke. Es ist nicht sicher, wie weit sich Wasser in Landstrichen anstaut, ob es zu großflächigen Überflutungen durch Flüsse kommen könnte oder ob die Küstengebiete weiter überflutet werden, als dies aktuell vermutet wird. Die Problematik einer Überflutung wird beispielsweise durch das Programm der NASA weiter überwacht.

Eine Gefahr für Atomkraftwerke

Solch eine Bedrohung findet nicht nur in Deutschland statt, sondern weltweit. Hierzulande werden die Küsten weiter gesichert, aber es ist nicht klar, ob andere Länder der Welt, die AKW besitzen, ebenso in der Lage sind, eine Sicherung vorzunehmen. Ein reales Risiko besteht sicherlich. In Deutschland ist man bereits aktiv damit beschäftigt viele Atommeiler abzuschalten. Im folgenden Schritt muss ein sicheres Endlager für den Atommüll gefunden werden, welches ebenfalls eine ausreichende Sicherung gewährleistet. Die Atomkraftwerke

  • Stade,
  • Brunsbüttel und
  • Krümmel

sind bereits abgeschaltet. Ein weiteres AKW, welches 2021 vom Netz gehen soll, ist Brokdorf. Die Ziele anderer Länder sind nicht vollständig klar und es scheint nicht sicher zu sein, dass es allen armen Ländern gelingt Atomkraftwerke und Atommüll zu sichern. Ein weitaus größeres Problem, als die Atomkraftwerke darstellen, könnte der Atommüll sein. Bislang sind noch keine vollkommen ungefärlichen Endlager gewährleistet.

Klimaschutz als Möglichkeit den Prozess zu verändern

Der Klimaschutz bietet eine Möglichkeit solch einem Prozess entgegenzuwirken. Da der Ausstoß von CO2, Methan und anderen technisch erzeugten Treibhausgasen reduziert werde kann, ist es noch möglich die Probleme deutlich zu verringern. Klimaschutz findet nicht mehr allein nur in Fabriken statt, sondern vielmehr auch in den privaten Haushalten. Ein aktiver globaler Beitrag zum Klimaschutz und womöglich eine Umstrukturierung in der Wirtschaft hin zu einer Wirtschaft ohne Wachstum vermag solch einen Prozess noch zu bremsen. Es finden sich bereits zahlreiche Gesellschaften, deren Wirtschaftssystem das weltweite Klima nicht weiter belastet. So könnte eine klare Reduzierung der Produktion für den Konsum ein wichtiger Beitrag sein. Klimaziele wurden in der Politik bereits vereinbart, um Risiken eindämmen zu können und derartige Folgerisiken zu verhindern. Klar ist noch nicht, ob diese Klimaziele ihre Wirkung verfehlen oder nicht, d.h. ob sie ausreichen werden z.B. um den Meeresspiegelanstieg zu stoppen. Sicher ist aber, dass die Maßnahmen zur Verringerung der menschengemachten Erderwärmung zu intensivieren sind, denn die damit verbundenen Risiken sind groß - z.B. jene für die am Wasser stehenden AKW - und je früher wir die technischen Treibhausgasemissionen stoppen, desto besser.

Siehe auch: 130 cm Meeresspiegelanstieg bis 2100?