Von vielen Menschen unbemerkt und auch kaum beachtet wurde am 8. August der Weltüberlastungstag begangen. Die Nachrichten überschlagen sich - da ist einmal Olympia, dann haben wir die ständigen Terrornachrichten und die Türkei mit ihrem Autokraten Erdogan, da kann so ein - für die ganze Menschheit - wichtiger Tag schon mal ins Hintertreffen geraten.

Edvard_Munch_-_Melancholy_1894.jpgNachdenken über die Welt  (Originaltitel: Melancholy, von Edvard Munch, 1894)

Um was geht es bei diesem Tag?

Wir verbrauchen zu viele Ressourcen für Dinge, die wir nicht brauchen. Der UN-Klimaschutzvertrag von Paris war ein erster kleiner Schritt. Allerdings wird der durch Politik und Wirtschaft schon wieder gehemmt. Zu viele Interessenverbände wollen weiter machen wie bisher, Hauptsache der Profit stimmt. Politiker sind auch nur Menschen und lassen sich dementsprechend auf die eine oder andere Art kaufen.

Kohlekraftwerke, der Automobilverkehr, Airlines - sie alle sind mit die stärksten Ressourcenfresser. Sie verbrauchen nicht nur riesige Mengen an Ressourcen, sondern belasten auch noch unsere Umwelt. Wissenschaftler haben beispielsweise anhand eines Modells errechnet, dass Deutschland seine natürlichen Ressourcen, die die Erde jährlich produziert, bereits im April aufgebraucht hat. Würde die ganze Welt diese Menge verbrauchen, müssten wir 3,1 Erden haben. Weltweit sieht es im Moment so aus, dass wir lediglich von der Substanz leben - die logischweise irgendwann aufgebraucht ist - oder aber 1,6 Erden mehr.

Das Szenario, welches Wissenschaftler entwickelt haben, um festzustellen, wie es um unsere Ressourcen steht, wird von einer bestimmten Klientel stark kritisiert, weil die Daten, die das Berechnen ermöglichen, nicht von den Vereinten Nationen stammen. Das erinnert mich stark an die Klimaleugner, die ebenfalls davon faseln, dass alles sei völlig normal, was in der Natur geschehe und - ihre lukrativen Pfründe im Hinterkopf - mit viel Theaterdonner den tatsächlich stattfindenden Klimawandel leugnen.

Weltweit ist gegenwärtig der Monat August der Punkt, ab dem die Menschheit auf Pump lebt.

Würden wir nach unserem Verstand gehen, dann dürften weltweit ab diesem Tag keine Ressourcen mehr verbraucht werden bis zum nächsten Jahr. Natürlich ist das illusorisch, denn es wird produziert auf Teufel komm raus! Wen interessiert es, dass unsere Nachkommen auf einer grossen Schutthalde sitzen werden, die wir ihnen hinterlassen haben?

Ich habe wenig Hoffnung, dass sich etwas am kapitalistischen System ändern wird. Meiner Erfahrung nach wird erst dann etwas unternommen, wenn es im Prinzip schon längst zu spät ist. Alles, was danach kommt, muss zwangsläufig Flickwerk sein.

So werden wir also wieder zum Tagesgeschäft übergehen und der Weltüberlastungstag wird aus unseren Gedanken verschwinden wie eine Fata Morgana, als hätte es diesen Tag nie gegeben und wichtig ist er uns auch nicht. Im TV sehen wir das neue IPhone und ärgern uns, dass wir gerade nicht so viel Geld zur Hand haben, es uns zu kaufen. Aber es gibt ja ähnliche Smartphones, die auch nicht schlecht sind. So lassen wir uns weiter von der Werbung berieseln, lassen uns Dinge aufschwatzen, die wir, nachdem wir sie gekauft haben, entweder verschenken, oder gleich im Mülleimer entsorgen. Fröhliche Ressourcenverschwendung! Keine Zeit, darüber nachzudenken, denn gerade zeigen sie Olympia, das grandiose Ereignis, auf dem Rücken der armen und hungernden Bevölkerung Brasiliens ausgetragen.

Hipp Hipp Hurräää