Weltweite Emissionen des Treibhausgases auf hohem Niveau aber nicht weiter ansteigend

Ein kürzlich erschienener Report der Niederländischen Umweltagentur PBL, welcher zusammen mit dem Joint Research Center der Europäischen Kommission erstellt wurde, kommt zu der bemerkenswerten Aussage, dass der Anstieg der globalen CO2-Emissionen 2015 zum Stillstand gekommen ist. China, als das Land mit dem größten Treibhausgasausstoß, spielt eine enorme Rolle dabei und dort sinkt der Kohleverbrauch deutlich. Denkbar ist, dass nun ein Wendepunkt erreicht wurde, denkbar deshalb, weil sich der Trend insbesondere in China fortsetzen und beschleunigen wird.

    (Grafiklizenz: CC-BY-3.0)

Schaut man sich die vergangenen PBL-Berichte an, so zeichnete sich die Tatsache, dass der Anstieg der CO2-Emissionen verlangsamt wurde, bereits seit einigen Jahren ab. Ursache hierfür ist vor allem eine Verringerung der Kohleverbrennung in Kohlekraftwerken bei gleichzeitiger Zunahme der Erdgas- und Erdölnutzung. Diese Energieträger erzeugen bekanntlich pro Energieeinheit weniger CO2 als durch Kohleverbrennung entsteht. Am stärksten verringerten China und die USA den Kohleverbrauch.

Kohlekraftwerke sind für etwa ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Insgesamt trägt Kohleverbrennung, also nicht nur die in Kraftwerken, mit 41% zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Gemessen an den CO2-Emissionen des jeweiligen Landes verursacht diese Art der Energieerzeugung in China 48%, in Indien 47%, in den USA 31% und in der EU 29% der Abgase des Treibhausgases.

Trotz des Anstiegs des Erdgas- und Erdölverbrauchs nahm - weltweit - die Nutzung fossiler Energieträger bei der Elektrizitätserzeugung um 0,5% ab, obwohl gleichzeitig die Elektrizitätsproduktion um 0,9% anstieg. Ursache hierfür ist auch der zunehmende Einsatz Erneuerbarer Energien.

Der Anstieg des weltweiten Energieverbrauchs verlangsamte sich, er nahm von 2014 auf 2015 um 1% zu und damit weniger als im langjährigen Durchschnitt von 1,9%. (Neuere Daten sind noch nicht in, für umfassende Vergleiche, ausreichender Zahl verfügbar).

Bedauerlicherweise ist die EU kein Vorreiter bei der Verringerung der Treibhausgase mehr. Dies liegt besonders daran, dass der Kohleverbrauch in Spanien um 24% und der Öl- und Gasverbrauch in Italien um 8% zunahm. Die deutschen CO2-Emissionen stiegen von 770 Millionen Tonnen auf 780 Millionen Tonnen in 2015, dem letzten Vergleichsjahr, an.

China, als größter Erzeuger von Treibhausgasen im Ländervergleich, konnte seine CO2-Emissionen jedoch erstmals um 0,7% verringern. Dies wurde erreicht, weil die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien um 26% anstieg, bei einem leider gleichzeitigen Anstieg des Atomstromanteils um 29%. Sieht so aus, als ob China, was den Atomstrom angeht, auch noch stark alten Denkmustern verhaftet ist.

Es steht zwar nicht in der Studie, aber in vielen Provinzen des Landes wurde ein Baustopp für Kohlekraftwerke verhängt, bei gleichzeitiger massiver Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Der Trend zur Verringerung des CO2-Ausstoßes wird sich in China also mit Sicherheit fortsetzen. Daher ist die Vermutung, dass die Welt nun einen Wendepunkt bei den CO2-Emissionen erreicht hat, berechtigt.

Insgesamt bietet der Bericht eine große Fülle weiterer Informationen, z.B. noch zu vielen interessanten Ländern wie Indien oder Russland. Er ist zudem als Download kostenlos erhältlich. Daten im Excel-Format und Zeitreihen sind ebenfalls verfügbar.

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