Wärmepumpen erleben gerade einen Boom: Nach den neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes baute die Wärmepumpe ihren Vorsprung vor dem fossilen Energieträger Gas bei den genehmigten Wohngebäuden mit einem Anteil von rund 44 Prozent weiter aus. Anders als im Jahr 2017 erreicht die Wärmepumpe diesmal auch den ersten Platz bei der Betrachtung aller genehmigten Gebäude.

Diese Entwicklung könnte in den nächsten Dekaden noch dynamischer werden. Denn im Zuge des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten - vor Allem Wind- und Solarkraft - wird es zunehmend wichtiger werden, Erzeugungsspitzen zu glätten und sinnvoll in das Stromnetz zu integrieren. Hierzu werden neben der Stromspeicherung und Umwandlung in z. B. Wasserstoff insbesondere Power-to-Heat-Anwendungen gefragt sein.

In der "dena-Leitstudie Integrierte Energiewende" kommt die Deutsche Energieagentur (dena) zu dem Ergebnis, dass je nach dem Grad der Elektrifizierung bis 2050 im "Technologiemixszenario" mindestens 6,5 Millionen Wärmepumpen und im "Elektrifizierungsszenario" sogar mindestens 16 Millionen Wärmepumpen notwendig sind, um den Gebäudebestand weiter zu dekarbonisieren. Heute schätzt die dena den Bestand auf nur rund eine Million Wärmepumpenheizungen.

Allerdings fällt es vielen Hausbesitzern schwer, sich mit der Wärmepumpen-Technik anzufreunden. Viele alteingesessene Heizungsbauer empfehlen weiterhin nur Gas- und Ölheizungen, Systeme mit denen sie sich auskennen. Und auch im Zuge des ersten Wärmepumpen-Booms in den 80er Jahren zu Zeiten der Erdölkrise haben sich bis heute Vorurteile gehalten, die hartnäckig weiter verbreitet werden.

Die Anfang 2019 gestartete Web-App waermepumpe-regional.de setzt daher auf die Empfehlung vom Nachbarn, im Marketing-Fachjargon: das "Word of Mouth". Die dem Interessenten unterstellte Hypothese dahinter lautet: "Wenn der Nachbar mit einer Wärmepumpe heizt, dann kann das ja bei mir auch funktionieren." waermepumpe-regional.de nutzt hierzu jedoch keine Testimonials, sondern recherchiert Wärmepumpen-Projekte in ganz Deutschland.

Diese Projekte kann man sich dann per Postleitzahlensuche in jeder Stadt und Gemeinde in Deutschland - dies sind rund 13.000 - aggregiert anzeigen lassen. Dabei überwiegt die Bildsprache, die technischen Details kann man sich in einem kurzen Profil anzeigen lassen.

Nach rund 6 Monaten Recherche sind nun fast 500 Projekte auf www.waermepumpe-regional.de abrufbar. Darunter finden sich viele überraschende Objekte wie

  • das Städel-Museum in Frankfurt,
  • Hagenbecks Tierpark in Hamburg,
  • preisgekrönte Gebäude im Düsseldorfer Medienhafen oder
  • der Reichstag in Berlin,

viele öffentliche Gebäude wie Schulen und Kindergärten, die im Zuge von Neubauten oder häufig auch Sanierungen die Wärmepumpe als Heizung und auch als Kühlung nutzen, und viele Überraschungen "um die Ecke" wie Schwimmbäder, Gewächshäuser, Feuerwachen, Hausboote, Kirchen, Fußballstadien und natürlich viele Effizienz- und Plusenergiehäuser.

Jeder der bereits mit einer Wärmepumpe heizt ist zudem eingeladen, sein eigenes Projekt vorzustellen. Unter waermepumpe-regional.de gibt es ein eigenes Formular über das man sein Wärmepumpen-Projekt inklusive Bilder hochladen kann. Auch Fachbetriebe sind eingeladen, kostenlos ihre Referenzen vorzustellen.