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#Klimaschutz #Energiewende

Politik und Großkonzerne können, Fridays for Future will und Energiegenossenschaften machen Klimaschutz

Eine aktuelle Umfrage der Agentur SUSTAINMENTⓇ 1) zeigt, dass professionelle Klimaschützer der Politik und den Großkonzernen einen großen Einfluss auf den Klimaschutz zutrauen, dass der Umsetzungswille ihrer Einschätzung nach aber relativ gering ist. „Gutes Zureden scheint nicht auszureichen. Offenbar muss auch der öffentliche Druck erhöht werden. Einer der wichtigsten Akteure hierbei ist Fridays for Future, wie unsere weiteren Ergebnisse zeigen“, erklärt Agenturgründer Kilian Rüfer.

Buergerenergiebedeutung
Bedeutung der Bürgernenergie (Grafik-Lizenz: CC0)

Die Umfrageergebnisse sollen der Priorisierung dienen. "Wenn wir auf die richtigen Zugpferde für den Klimaschutz setzen, wird die Klimaschutzbewegung stärker. Das ist unsere Absicht.", erklärt Rüfer. Eingeschätzt werden sollte, wer am besten das Klima schützen kann und wer es will.

Auffällig sind die Gemeinsamkeiten von Politik und Großkonzernen. Sie können als größte Stellschrauben für den Klimaschutz angesehen werden. Europa-, Bundes, und Landespolitik sowie Energieunternehmen und die energieintensive Wirtschaft haben gemein, dass ihnen eine hohe Wirkungsmacht zugesprochen wird, jedoch nur ein geringer Umsetzungswille. So attestiert ein Höchstanteil von 76 Prozent der Umfrageteilnehmer der Bundespolitik eine hohe Wirkungsmacht im Klimaschutz, aber zugleich nur 3 Prozent einen hohen Umsetzungswillen – der niedrigste Wert in der Umfrage.

Anders sieht es bei Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und Energiegenossenschaften aus. Sie kombinieren hohe Werte in den Bereichen Wirkungsmacht und Umsetzungswillen. "Klimaschützer sehen in den Vorreitern der Energiewende immer noch diejenigen, die aktuell den Klimaschutz vorantreiben. Hier gilt es, ihnen den Rücken zu stärken und Initiativen, wie Bürgerwindparks, wieder leichter zu ermöglichen", so Rüfer.

Die größte Wirkungsmacht unter NGOs und Aktivisten wird der Fridays-for-Future-Bewegung zugesprochen. Fast 90 Prozent der Umfrageteilnehmer attestieren ihr einen hohen Umsetzungswillen – der höchste Wert in dieser Kategorie. Im Vergleich zu anderen Umweltgruppen, traut man der Bewegung mit über 57 Prozent ebenfalls die größte Wirkungsmacht zu. Auch anderen NGOs und Aktivisten wird laut der Umfrage ein hoher Umsetzungswillen zugesprochen, aber eine wesentlich geringere Wirkungsmacht.

Methodik

Durchgeführt wurde die Umfrage zwischen Juli und September 2020 unter professionellen Klimaschützern. Einige Fragen konnten als Freitext beantwortet werden, bei anderen sollte eine Einschätzung oder Zustimmung anhand vorgegebener Kategorien erfolgen. Von den 102 Antworten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen/Städte, NGOs und Freier Aktivismus waren 59 so weit ausgefüllt, dass sie ausgewertet werden konnten. Unter professionellen Klimaschützern wurde verstanden, dass sich die Personen hauptberuflich oder intensiv ehrenamtlich für den Klimaschutz bzw. Lösungen, wie z.B. erneuerbare Energien, einsetzen. Nicht gemeint waren Menschen, die sich beispielsweise ganz allgemein für Nachhaltigkeit engagieren.

 

1) Die Agentur SUSTAINMENTⓇ wurde 2005 von Kilian Rüfer gegründet und ist auf die Kommunikation für Nachhaltigkeit und Klimaschutz spezialisiert. Tätig ist Sie für Unternehmen, Kommunen und NGOs in Deutschland und der Schweiz.

www.sustainment.de