Die Tage der billigen Kohlekraft sind entgegen aller Prophezeihungen der Kohleindustrie gezählt. Dies geht aus dem neuen Bericht ”Locked In” des US-amerikanischen Umweltverbands Sierra Club hervor. Der Bericht analysiert die finanziellen Risiken, die mit Investionen in Kohlekraftwerke einhergehen. Während die ökologischen und gesundheitlichen Folgen von Kohlekraftwerken weitgehend bekannt sind, gibt es noch massiven Aufklärungsbedarf hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen. Der Bericht fördert hierzu brisante Ergebnisse zu Tage: Obwohl einige der weltgrößten Kohlekraftwerke am Rande des Bankrotts stehen, formiert sich eine neue Organisation kohleexportierender Länder (OCEC).


Auch finanziell riskant - der Bau von Kohlekraftwerken wie hier in Hamburg-Moorburg (Foto: Udo Schuldt)
 

Ganz abgesehen von den sozialen und ökologischen Schäden, die Kohlekraft anrichtet, gilt es also einen “Lock-in” in Kohlekraft zu vermeiden, da diese auch finanziell eine schlechte Investition darstellt.

Ein Lock-in-Effekt ist eine der derzeit größten globalen Gefahren. Mit Lock-in ist die unflexible dauerhafte Ausrichtung der Energieversorgung auf Kohlekraft gemeint, welche aus den hohen Investitionskosten und langen Laufzeiten von Kohlekraftwerken resultiert. In der EU und den USA konnte ein unvernünftiger Lock-in in Kohlekraft durch massiven öffentlichen Widerstand, steigende Kosten und dramatische Veränderungen am Energiemarkt in den letzten Jahren erfolgreich verhindert werden. Die Angewiesenheit auf Kohle wird für Länder wie China oder Indien aber zunehmend zu einer Gefahr, sowohl ökonomisch als langfristig auch ökologisch und gesundheitlich gesehen.

In Kohlekraft investierende Länder sind einer Vielzahl finanzieller Risiken am sich rapide verändernden Energiemarkt ausgesetzt. Es ist wichtig, diese Risiken zu verstehen und sie in die politischen Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Dann erscheinen alternative Investitionen in saubere Energie und Energieeffizienz auch nicht mehr so unerschwinglich.

Hier können Sie den vollständigen Bericht (englisch) herunterladen.