Wie die NASA kürzlich mitteilte, brennen seit Anfang Juni Wälder und Moore in Ostrussland. Begünstigt durch Rekord-Temperaturen ist das Ausmaß der Brände extrem. Sibirien erlebte in diesem Jahr einen der heißesten Sommer seit dort die Temperatur aufgezeichnet wird. Beinahe ohne Unterbrechung wurden bis zu 34 Grad Celsius gemessen.


Das Bild wurde am 28. August mit dem MODIS Instrument des Aqua Satelliten aufgenommen (Foto: NASA)

Betroffen sind die Distrikte Krasnoyarsk, Tuva, Irkutsk, Kurgan und die Republik Charkassien. Dort wurde besonders die Stadt Tomsk in Mitleidenschaft gezogen. Nach offiziellen Angaben verbrannten dort im August mehr als 12000 Hektar Land. Die Stadt war für Wochen von Rauch eingehüllt und der Flugplatz seit Anfang Juli unbenutzbar.

Insgesamt brannten in Sibirien und im russischen fernen Osten mehr als 200 000 Hektar. Am 28. August gab die Nachrichtenagentur RIA Novosti bekannt, das die meisten Feuer gelöscht wären. Die Satellitenaufnahme zeigt aber immer noch 11 Feuer auf etwa 840 Hektar Fläche. Waldbrände sind natürlich für jede Region zerstörerisch, aber in diesem Gebiet mit seltenen Tieren und einem einzigartigen Ökosystem sind sie eine besondere Katastrophe. Diese Feuer haben außerdem noch weltweite Auswirkungen auf den Treibhauseffekt, da die meterdicken, aus Lagen von abgestorbenem Pflanzenmaterial bestehenden Hochmoore, durch Verbrennung und Weiterglimmen, Unmengen CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts legten sowjetische Ingenieure die Moore trocken um Torf für elektrische Kraftwerke abbauen zu können. In den 1950er Jahren beendete man diesen Abbau weitgehend, ohne jedoch die Torfflächen wieder zu vernässen. Die ausgetrockneten Moore bieten Feuern in Zeiten der Erderwärmung und hoher Luft-Temperaturen nun reichlich Nahrung, was zu Flächenbränden und einer gesundheitsschädlichen Rauchentwicklung führt.

Bleibt zu hoffen, dass die herbstlichen Regenfälle die Feuer vollständig zum Erlöschen bringen und dass die Verantwortlichen in Russland Maßnahmen zum Wiedervernässen der Hochmoore ergreifen.

Quelle: NASA