Beitragsseiten

Die Perspektive "4 Grad und mehr"- Welt ist katastrophal

Was wäre, wenn die Menschheit beim Abbau der THG-Emissionen nicht erfolgreich ist? Bereits wenn es der Menschheit gelänge die "2 Grad"-Grenze nicht zu überschreiten, wären Ereignisse wie "Sandy" oder Dürren sehr viel häufiger, als heute. Vertrocknende Flüsse und Seen würden den Wassermangel verstärken. Absinkende Grundwasserspiegel die Bewässerungslandwirtschaft erschweren. Es gäbe mehr Wald- und Flächenbrände und wegen des steigenden Meeresspiegels hätten Sturmfluten eine wesentlich verheerendere Wirkung. Die Klimaforscher Kevin Anderson und Alice Bows weisen in dem Beitrag "Beyond "dangerous" climate change: emission scenarios for a new world"  darauf hin, dass 2°C eher die Grenze zwischen „gefährlichem“ und „sehr gefährlichem“ Klimawandel darstellen als zwischen „tolerablem“ und „gefährlichem“. Eine Erwärmung um zwei Grad bedeutet zum Beispiel für etliche indigene Völker eine Zerstörung ihrer Kultur und Lebensweise, sei es in arktischen Regionen, in kleinen Inselstaaten oder in Wald- oder Trockengebieten. Die Grenze für ein Abschmelzen der grönländischen Eismassen liegt nach einer im Jahr 2012 erschienenen Studie zwischen 0,8 und 3,2 Grad. Eine Erwärmung um 2 Grad wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem völligen Abschmelzen führen.2) Tim Flannery prognostiziert bereits für eine "3 Grad"-Welt das Aussterben eines Drittels aller Arten. Eine "Vier Grad"-Welt wäre eine Steigerung all dessen. Vor allem würden die Temperaturen weiter steigen, weil Permafrostböden und die Methanhydrate vor den Küsten schmelzen und das starke Treibhausgas Methan (25-mal so stark wie CO2) in großen Mengen in die Atmosphäre gelänge. Vor einigen Tagen wurde berichtet, dass dies vor der Ostküste der USA bereits begonnen hat.3)


So schön kann die Energiewende sein - alter Güterbahnhof mit Solardach, in Travemünde-Hafen (Foto: Udo Schuldt)

Gwynne Dyer hält auch ozeanische anoxische Ereignisse, bei einem weiteren Temperaturanstieg, etwa um "9 Grad" für möglich. Ozeanische anoxische Ereignisse hat es ja in der Erdgeschichte schon oft gegeben. Die dann großenteils sauerstofflosen Ozeane wären von Schwefelpurpur-Bakterien bevölkert und aufgrund ihrer Farbe wären die Ozeane und damit auch der Himmel purpur. So Gwynne Dyer.

Soweit sollten wir es wirklich nicht kommen lassen. Die Chance dies zu verhindern existiert (noch) - wie oben beschrieben.

"Utopien werden nur durch Verwirklichung konkret."

UNCSTED Forum Alternativ (1975)