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Kurz nach dem Erscheinen des Weltbank-Berichtes zum Klimawandel wurde nun die Studie "Emissions Gap Report 2012"des UNO-Umweltprogramms UNEP veröffentlicht. Unmittelbar vor dem nächsten Weltklimagipfel in Doha (Katar) stellt dieser der Klimapolitik ein weiteres Armutszeugnis aus. Die Lücke zwischen dem was getan werden müsste und tatsächlich getan wird ist gewaltig. Ebenso wie auch der Weltbankbericht kommt das UN-Umweltprogramm zu der Erkenntnis, dass die Menschheit die Erderwärmung mit den gegenwärtigen Maßnahmen nicht bei einer Erwärmung um höchstens 2 Grad begrenzen kann.


Temperaturanstieg und CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Mitte des 19. Jahrhunderts (Grafik: Dieter Kasang)

Der "Emissions Gap Report 2012" zeige, dass die zugesagten Emissionsreduktionsziele der Staaten nicht ausreichten, um die "Zwei-Grad-Grenze" nicht zu überschreiten (bei der die Erderwärmung vom für die Menschheit gefährlichen in den sehr gefährlichen Zustand übergeht). Ohne massive Einschnitte werde der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 auf 58 Gigatonnen steigen, es dürften bis dahin aber höchsten 44 Gigatonnen emittiert werden, so UNEP-Exekutivdirektor Achim Steiner.

Für den BUND bedeutet dieser neue Bericht ein "Alarmsignal an die Weltgemeinschaft". Er zeige, dass die bisher von rund 60 Staaten zugesagten Emissionsreduktionsziele nicht ausreichen, um die "Zwei-Grad-Grenze" zu halten. Der Bericht unterstreiche die Notwendigkeit, bei der in den kommenden zwei Wochen in Doha tagenden Weltklimakonferenz eine drastische Reduzierung der globalen Treibhausgas-Emissionen zu vereinbaren. Erforderlich sei auch, dass sich mehr Staaten als bisher zu Klimaschutzmaßnahmen verpflichten. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger: "Die Welt gerät unter Zeitdruck. Auf ein neues globales Klimaschutzabkommen darf nicht länger gewartet werden. Liefern müssen vor allem die Industriestaaten. Sie müssen vorangehen und in Doha eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls beschließen". Dazu gehörten strengere Ziele und wirksamere Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase als bisher zugesagt. Aber auch arabische und asiatische Staaten, die zu den Klimasündern gehörten und große Einsparpotentiale hätten, müssten ihre Verantwortung wahrnehmen und sich in Doha zu ehrgeizigen CO2-Minderungen bekennen.

Auf der Klimaschutz-Netz-Webseite wurde schon häufiger beschrieben, dass die Wende hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft noch rechtzeitig umsetzbar ist. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Haushalten, die Einsparpotentiale im Verkehr und bei Gebäuden, überall gibt Möglichkeiten für eine klimafreundliche Energiewende. Diese gilt es in Doha zu vereinbaren, denn der größte Gegner der Menschheit ist die Zeit, die uns davonläuft.

 

Bericht der Klimaretter über den UNEP-Report

Bericht von tagesschau.de

Webseite der UNEP mit Links zur PDF-Datei der Studie (englisch)

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