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Der Deutsche Bank Vorstand Jürgen Fitschen erklärte anlässlich der "Grünen Woche", dass sein Institut weiterhin an Agrarspekulationen festhalten wolle. Dies fordert Widerspruch heraus.


(Foto: Gizmo23)

In der Vergangenheit hatte es massive Kritik am Verhalten der Deutschen Bank gegeben. Spekulationen mit Agrar-Rohstoffen und Nahrungsmitteln werden für ansteigende Nahrungsmittelpreise und damit für die Zunahme chronischen Hungers verantwortlich gemacht.

Zwar beteuert Fitschen, dass die Bank mit ihren Derivaten das Wohl der Bauern im Visier hat, aber das erscheint wenig glaubwürdig, da der Zweck kapitalistischer Unternehmen die Erzielung von Gewinnen ist. Wer jemals Betriebswirtschaft, als Haupt- oder Nebenfach, studiert hat weiß das. Es kam wahrscheinlich am ersten Tag, in der ersten Vorlesung.

Einer der wenigen Politiker die sich dazu äußern ist der linke Entwicklungspolitiker MdB Niema Movassat. Der Deutschen Bank gehe Profitmaximierung vor Menschenleben, so sein Credo und weiter "Die Deutsche Bank macht die Welt, wie sie ihr gefällt: 'Nahrungsmittelspekulation hat keine Auswirkungen auf die Preise' ist etwa so plausibel wie 'Die Erde ist eine Scheibe' "

"Die Deutsche Bank macht die Welt, wie sie ihr gefällt: 'Nahrungsmittelspekulation hat keine Auswirkungen auf die Preise' ist etwa so plausibel wie 'Die Erde ist eine Scheibe' "

2011 würden alleine in den USA das Sechsfache der weltweiten Weizenernte an Terminmärkten gehandelt. Diese grenzenlose Spekulation darf nicht einfach immer so weiter gehen. Die Deutsche Bank vergrößere mit ihren Geschäften aktiv den Hunger in der Welt und trage so zum Tod von Menschen bei. Auch die Bundesregierung trage außer hohlen Sonntagsreden nichts zum Thema bei. DIE LINKE fordere ein vollständiges Verbot der Nahrungsmittelspekulation. " 'Mit Essen spielt man nicht' gilt auch für Banken, Versicherungen und andere Zocker", soweit Movassat.

Da zu erwarten ist, dass der Klimawandel mit seinen zunehmenden Dürren und Überschwemmungen ebenfalls zur Nahrungsmittelverknappung beiträgt, sind die Aussichten für die Hungernden eher düster. Hinzu kommt, dass die internationale Konsumentenklasse dafür sorgt, dass ein Teil der Nahrungsmittel im Tank statt auf dem Teller landet.

Gegensätzlicher kann die Welt nicht sein, in der letzten Woche demonstrierten 25000 Menschen auf der Agrardemo, auch unter dem Motto "Wir haben es satt, dass andere hungern" und wenige Tage später meldet sich die Deutsche Bank, dass sie die Agrarspekulationen fortsetzen will.