Drucken

Kein Import von Teersand-Öl in die EU - Stoppt die Keystone XL-Pipeline

Gestern fand in Washington/USA die größte Klimaschutz-Demonstration der letzten Jahre statt. Zehntausende Menschen forderten mehr Klimaschutz und das Ende der geplanten Keystone XL Pipeline. Etwa zeitgleich protestierten umweltbewegte Menschen auch an anderen Orten der USA.

Keystone XL Demo San Francisco
Auch in San Francisco fanden Aktionen gegen die Keystone XL-Pipeline statt (Foto: Steve Rhodes)

Die Keystone XL soll die Teersande Kanadas mit den USA verbinden, damit US-Autofahrer weiterhin ihre spritfressenden Limousinen fahren können. Anstatt den Verbrauch zu reduzieren wollen vorwiegend rechte US-Politiker und Ölkonzerne diesen mit Hilfe der extrem umwelt- und klimafeindlichen kanadischen Teersand-Öle decken. Mit anderen Worten: Damit der Ölpreis niedrig bleibt und weiter mit großen Schlitten gerast werden kann, müssen in Kanada Wälder und die damit verbundene Tierwelt sterben.

Kanada besitzt, in seinen Teersanden, die zweitgrößten Ölvorkommen der Welt. Um an das Öl heranzukommen werden Wälder abgeholzt und Moore trockengelegt. Übrig bleibt eine zerstörte Mondlandschaft mit vergifteten Seen. Um die Öle vom Sand zu trennen werden größe Mengen Wasserdampf benötigt, welcher energieintensiv erzeugt wird. Nach einer Studie der Universität Stanford, die diese im Auftrag der EU-Kommission erstellte, hat Benzin aus Teersand, unter anderem deshalb, eine um 23 Prozent schlechtere CO2-Bilanz wie herkömmlicher Sprit.

Wikipedia schreibt: "Die Bergbauextraktion des Ölsandes hat eine direkte Auswirkung auf die lokalen und globalen Ökosysteme. In Alberta zerstört diese Form der Ölextraktion vollständig den borealen Wald, die Moore, die Flüsse sowie die natürliche Landschaft. Es ist zweifelhaft, ob sich in den Abbaugebieten jemals wieder das bisherige natürliche Ökosystem entwickeln wird. Trotz Projekten der Bergbauindustrie, welche die Zurückgewinnung des borealen Waldes in Alberta zum Ziel haben, ist mehr als 30 Jahre nach Beginn des Abbaus keines der Gebiete als „zurückgewonnen“ zertifiziert."


Kanadische Mondlandschaften (Foto: Jungbim)

Auf dem letzten Klimagipfel in Doha waren kanadische Regierungsvertreter sehr aktiv, nicht um ein Abkommen zum Klimaschutz voranzubringen, aber um Lobbying für Teersandöl zu betreiben. Die Vorsitzende des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages, Eva Bulling-Schröter, berichtete von der Begegnung mit einer kanadischen Lobbyistin folgendes: "Das makaberste Meeting an diesem Tag war das mit der Umweltsenatorin Mac Queen aus dem Bundesland Alberta in Kanada. Kanada ist ja zum Jahresende aus dem Kyoto-Vertrag ausgestiegen. Eine Begründung gab es dafür nicht von ihr, außer, dass die großen Länder, wie die USA und China ja schließlich auch nicht mitziehen. Wichtig war ihr aber zu erfahren, wie die Deutsche Delegation über die Krafstoffqualitätsrichtlinie der EU denke. Dabei geht es um die Bewertung der Klimawirkung von Kraftstoffen hinsichtlich der Minderungsverpflichtungen im Verkehrssektor. Mac Queen interessierte hier die Bewertung von Treibstoffen aus Ölsanden."  Anfang dieses Jahres reisten kanadische Regierungvertreter auch durch Europa, um bei maßgeblichen Stellen der EU vorzusprechen, damit die EU den Import von kanadischen Ölsandölen nicht blockiert.

Geplante Steigerung der Produktion von Teersandölen in Kanada (Grafik: ScottKolo)

Es sollte inzwischen deutlich sein, dass der Kampf der US-Umweltbewegung gegen die Keystone XL und das Engagement der europäischen Umweltverbände- und Initiativen gegen den Import kanadischen Teersandöls ein und derselbe Kampf ist. Unsere amerikanischen Freunde aus der dortigen Umweltbewegung haben nun, mit ihrer Riesendemo und den vielen kleinen Demos an anderen Orten, einen großen Erfolg errungen. Daran sollten wir auch anknüpfen um den gemeinsamen Kampf zu stärken.

Studie der Stanford University