Kinder sollen in einer gesunden Umgebung aufwachsen. Ihre gesunde körperliche und geistige Entwicklung steht für die Eltern im Vordergrund. Denn ihr Körper ist empfindlicher als der erwachsener Menschen und sollte im besten Fall in einer gesunden und ungiftigen Umgebung heranwachsen können. Darüber hinaus wünschen sich Kinder viel Bewegung, Raum zum Spielen, Raum für Kreativität und eine normale Entfaltung. Sie lernen die Welt gerade erst kennen und wünschen sich daher meist auch einen Alltag ohne Smog, Autolärm und städtischer Hektik.


Großflächige Grünanlagen die Platz zum Spielen und zur Begegnung mit Tieren bieten, wie hier in Hamburg, sind eher die Ausnahme in Städten (Foto: Udo Schuldt)

Lebenswerte Wohnräume in der Stadt

Das Leben auf dem Land unterscheidet sich deutlich von den weniger günstigen Bedingungen in großen Städten. In der heutigen Zeit möchten Eltern ihren Kindern dennoch viel Abwechslung und Aktivitäten bieten und entscheiden sich aus diesem Grund doch öfter für ein Leben in der Stadt. Alternativen zu einem Leben inmitten einer Stadt bietet eine Wohnumgebung in den Vororten. Ein Leben auf dem Land, fernab von Städten ist allerdings für wenige Menschen möglich. Denn hier ist das Leben mit langen Fahrzeiten verbunden, sodass Eltern tägliche Wege zur Arbeitsstädte lieber vermeiden. Aus diesem Grund wählen Eltern zentrale Wohnorte, die ihren Alltag einfacher gestalten. Für Kinder bedeutet dies aber, dass sie nicht in einer Umgebung inmitten der Natur aufwachsen. Mehrere begrünte Flächen würden für Kindern einen hohen Mehrwert bedeuten und Städte für Familien aufwerten.1)
Zu einem gängigen Bild einer unbeschwerten Natur gehören für die meisten Eltern viele Tiere, natürliche Wiesen und Wälder, Wanderwege, Seen und Flüsse und vielleicht auch Berge und Täler. Je nachdem, in welcher Region Menschen für sich Natur erleben möchten, finden sie in allen Regionen Deutschlands verschiedenste natürliche Räume und Biotope. Lange Aufenthalte in der Natur helfen der Seele und dem Körper wieder Energie zu tanken und sich zu erholen.

Im Grunde wünschen sich alle Eltern, dass ihre Kinder mit Katzen, Hasen, Hunden, Schafen, Hühnern, Vögeln und anderen Tieren aufwachsen, damit sie die Natur kennenlernen und erkunden können. Im Grünen erleben Kinder spannende Dinge, erfinden neue Spiele oder ergründen ihre Umwelt. In einer Stadtwohnung gäbe es nur wenige Möglichkeiten die Natur, ihre Biotope, Lebenszyklen und ihre Naturgesetze selbst zu erleben. Dadurch leiden Stadtkinder nicht selten an geistiger Armut. Insekten, Biotope, unberührte Natur, Wasser, Wald und Wiesen sind für die kindliche Entwicklung wichtig und spannend. Sie bieten jede Menge Raum für gesunde Bewegung und eine freie Entfaltung. In der freien Natur kämen Kinder mit weniger Umweltgiften in Berührung.

In Städten leben die Kleinen und Kleinsten meist in schlechter, ungesunder Luft. Viele Stadtkinder haben in ihrem Leben noch nie Kühe, Schweine, Gartenvögel oder Schafe gesehen. Auf ihre Bedürfnisse kann in einer städtischen Umgebung kaum eingegangen werden, es sei denn Eltern begleiten ihren Nachwuchs in einen Zoo oder unternehmen Wochenendausflüge. Raum zum Ausweichen ist geschaffen worden, damit ein Naturerlebnis überhaupt möglich ist. Nachteilig ist für Kinder aber die Tatsache, dass sie nicht jeden Tag Bewegung in der Natur und in der frischen Luft finden. Parks und kleine Grünflächen bieten für ältere Kinder Platz, aber finden sich nicht in allen Städten in ausreichender Zahl.

Gesundheitsbedrohungen für die Gesundheit von Kindern

Viele Kinder leiden heute bereits unter gesundheitlichen Beschwerden. Bewegungsmangel ist für Stadtkinder ein Problem, welches vermehrt zu langfristigen und messbaren Gesundheitsschäden führt. Haltungsschäden, Übergewicht, Kreislaufschäden, Lungenschäden, Asthma, Allergien oder Diabetes sind einige Krankheiten in der Stadtkultur, die für Jungen und Mädchen unterschiedlicher Altersgruppen eine ernsthafte Problematik darstellen.

Eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten ist mit Sportvereinen, Sporthallen und speziell angelegten Sportplätzen zu begegnen. In vielen Fällen sind aber nicht alle Kinder in solchen Vereinen angemeldet oder ein modernes Schulwesen erschwert es Kindern, Zeit in Bewegung zu investieren. Eine gesunde Lösung wäre mittels Grünflächen zu finden, auf denen Kinder in ihrer freien Zeit spielen könnten. Grünflächen bieten Jung und Alt einen Erholungsraum inmitten der Stadt und schaffen ein angenehmes Stadtklima.

Natur beruhigt die Nerven und sorgt dafür, dass Menschen sich ausgeglichener fühlen. Städte bieten allerdings mehr Kultur, Technik, Begegnungsorte, bunt gemischte Kulturen und Sprachen. Für Erwachsene und Heranwachsende ist solche eine Umgebung interessant und bietet viele Möglichkeiten. Kinder hingegen sollen eine ursprüngliche, gesunde Natur erleben, um dort Freiräume zu finden und gesund heranwachsen zu können. Laufen, Toben und Unbeschwertheit finden schnell Grenzen in städtischer Umgebung. Aus diesem Grund sind Grünflächen in allen Stadtvierteln überaus wichtig. Eine traurige Wahrheit ist in vielen Städten, dass es nicht in allen Stadtteilen ausreichend Grünflächen gibt. Begrünte Spielplätze und Rasenflächen bieten zumindest einige Abhilfe für die Bedürfnisse der Kleinen und Kleinsten.

Zu diesem Thema beschäftigte sich bereits im Jahr 2001 das Forum Kinder-Umwelt und Gesundheit, welches in München tagte und hier bereits auf zahlreiche Belastungen und Gefährdungen für nachfolgende Generationen hinwies. Diese Veranstaltung fand im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit statt und führte zu nachdenklichen Ergebnissen.2)

Typische Gesundheitliche Schäden für Stadtkinder

Schon seit vielen Jahrzehnten beschäftigen sich Studien mit den gesundheitlichen Schädigungen von Kindern in Städten. Einen Beleg für Schäden und Auswirkungen durch eine schlechte Luftqualität bieten beispielsweise die Ergebnisse einer Studie von Greenpeace mit Ergebnissen zu Luftschadstoffmessungen in "Kindernasenhöhe" (6/1992), die für erste Maßnahmen zu Gunsten von Kindern sorgten.3) Für diesen Zweck wurden bereits moderne Katalysatoren und teils auch Feinstaubfilter eingeführt. Nur ist es immer noch der Fall, dass auf Kindernasenhöhe schädliche Abgase aus dem Auspuff kommen, die Kinder direkt einatmen. Laut Greenpeace finden sich auf einer Höhe von 1,20 m immer noch viel zu viele Abgase, wie etwa Kohlenmonoxid und Stickoxide oder auch krebserregende Stoffe. Denn Abgase sind nicht gesünder geworden.

Die Sorge um die Gesundheit von Kindern spiegelte sich beispielsweise auch auf dem G8-Treffen der Umweltminister aus dem Jahre 1997 wider.4) Man war sehr besorgt über die Belastungen, etwa von Fahrzeug-Emissionen auf Kindernasenhöhe. Hierbei ging es beispielsweise um die Bleibelastung. Denn Kinder sind durch ihre Größe oft besonders betroffen, da die Luft unten "dicker" ist. Gesteckte Ziele waren daher verkehrsberuhigte Zonen mit Tempo 30 oder auch das Schaffen von begrünten Flächen. Bis heute ist man diesem Ziel zwar ein wenig nähergekommen, aber diese Maßnahmen konnten offensichtlich das Problem an sich nicht lösen.

Noch etwas zeitnäher beschäftigte sich eine Studie des Forsa-Instituts aus Berlin, aus dem Jahr 2010, mit dem Thema Kindergesundheit in der Stadt. Die Unterschiede zwischen Stadtkindern und Landkindern in Hinblick auf chronischen Erkrankungen, wie etwa Allergien, waren hierbei signifikant. Die häufigsten Erkrankungen lagen im Bereich der Atemwege, der Haut und der Ohren.5) Ein wichtiges Problem in Städten ist, wie erwähnt, vor allem die schlechte Luft, welche ebenso einen Einfluss auf die freien und unbeschwerten Bewegungsmöglichkeiten von jungen Menschen hat. Diesem Problem ist nur mit einem Umzug in grünere Randbereiche der Städte oder direkt auf das Land entgegenzukommen.

Zusammenfassend ist also zu sagen, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte noch nicht ausreichend Veränderungen stattgefunden haben. Zwar gibt es nun bessere Filter für Fahrzeuge und mittlerweile auch für Heizungsanlagen und Industriegebäude, aber es ist immer noch der Fall, dass schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit bestehen.

Kinder müssen ihre Fähigkeiten erst noch entwickeln

Ebenso wichtig, wie Platz zum gesunden Spielen und für ausreichend Bewegung ist für kleine Kinder Raum, in welchem sich ihre Fähigkeiten entwickeln können. Dieser Platz liegt häufig auch nicht in Wohnungen, sondern im Freien. Hierzu gehören einfache Fertigkeiten, wie das Ausbilden eines Gleichgewichtssinns, der Fähigkeit zu klettern, Radfahren zu lernen, zu laufen, ungehindert zu malen und zu musizieren oder schwimmen zu lernen. Ist nicht einmal hierfür ausreichend Platz, erleiden Kinder zwangsläufig einige Schäden. Heutige Studien belegen, dass viele Kinder schon mit diesen grundlegenden Fertigkeiten Probleme haben. Viele  ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten verkümmern und finden keinen Raum für persönliche Entfaltung. Sicherlich gäbe es heute sonst mehr Spitzensportler, Musiker oder zahlreiche echte Multitalente.

Sportliche, musikalische oder kreative Talente finden in einer Stadt oft nur recht schwierig angemessene Räumlichkeiten. Auch vollkommen banale Fähigkeiten, die zu einer kindlichen Entwicklung einfach dazugehören, entwickeln sich in der Stadt selten ohne Probleme. Städte machen es vielen Kindern nicht einfach heranzuwachsen. Denn hier ist es nicht direkt möglich, mit Kreide auf einer Straße zu malen, im Laub zu spielen, auf einem Einrad zu fahren oder Inlineskaten zu lernen. Die Sicherheit von Kindern geht immer vor, sodass solche Dinge an zu wenigen Orten möglich sind. Die bereits erwähnte Münchner Tagung zum Forum Kinder-Umwelt und Gesundheit von 2001 sprach gleichermaßen einen Raum für Kinder und deren gesunde Entfaltung an, welcher es Kindern auf gesunde Art und Weise ermöglicht, eine freudvolle Umgebung zum Aufwachsen zu finden. Kinder entwickelt in der heutigen Zeit immer öfter Depressionen oder leiden unter depressiven Phasen. Konkrete Ursachen sind zwar noch nicht eindeutig im Stadtleben auszumachen, da das soziale Umfeld eine ebenso große Rolle spielt, aber ein Leben im Grünen bietet Kindern sicherlich eine Umgebung, die weniger Auslöser für derartige Erkrankungen liefert. Eine noch recht aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts von 2009 bis 2012 belegt, dass es Zusammenhänge zwischen seelischer Gesundheit, sozialen Räumen und der Ausbildung der Fähigkeiten gibt. Scheinbar weist ein Ergebnis auch direkt in die Richtung von sozial schwachen Familien.6)

Probleme in der Städteplanung

Es ist somit ganz deutlich geworden, dass ein gesundes Heranwachsen ist für Kinder innerhalb einer städtischen Umgebung, mit Abgasen, Straßen oder einer industriellen Umgebung, nicht einfach zu gewährleisten ist. Platz zum Spielen ist in vielen Fällen nur in Hinterhöfen und es gibt nicht selten wenige oder überhaupt keine Spielplätze. Je nachdem, ob Eltern mit ihren Kindern in einer Großstadt wohnen oder ob es sich um kleinere Städte handelt, finden sich verkehrsberuhigte Ruhezonen oder Straßen, in denen das Spielen auf Gehwegen möglich ist.

In Großstädten gestaltet sich dies wiederum recht schwierig, da in zahlreichen Gebieten, von der Städteplanung nicht für Kindern geplant wurde. Eltern ist es wichtig, die Kinder vor den Gefahren des Straßenverkehrs zu bewahren und dafür zu sorgen, dass es einen Platz gibt, wo sich Kinder ungehindert bewegen können. Vor allem Eltern, die nicht über ein gutes oder besseres Einkommen verfügen, haben nicht selten Probleme, ihren Kindern Alternativen zu einem städtischen Alltag zu bieten. Kitas, Kinderhorte und ähnliche Angebote helfen bei einer Unterbringung und verfügen üblicherweise über einen Garten, in dem sich Kinder unbeschwert bewegen können.

Für schulische Anlagen gilt nicht immer dasselbe. Denn hier fehlt oft der Raum für Spielflächen. Dennoch müssen auch Schulen dafür sorgen, dass zumindest Sportplätze zur Verfügung stehen. Kinder finden dort in der Schulzeit und in der Freizeit einen Raum für ihre Aktivitäten. Leider ist es in manchen Städten der Fall, dass besser gestellte Stadtviertel ausreichender mit Flächen für Kinder ausgestattet sind und viele Parks besitzen. So ist es für andere Stadtviertel möglich auf derartige Flächen und Parks auszuweichen. Probleme verursachen grundsätzlich die Budgets der Stadtkassen.

Lösungsansätze von Bürgerinitiativen

Jeder Bürger, der in einer Stadt wohnt, hat für sich die Möglichkeit, das Leben dort zu verschönern. Optimal ist natürlich eine Aktivität im Bereich Guerilla Gardening, aber insbesondere im eigenen Zuhause ist ein grünes und gesundes Klima zu schaffen. Viele Aktivitäten können schon auf einem Balkon oder in einem Hinterhof beginnen. Denn der wichtigste Aspekt ist die Finanzierung einer Begrünung. Hierbei werden natürliche Pflanzen, die sonst in der Natur robust wachsen und schön anzusehen sind, in kleinen Grünstreifen oder unter gepflanzten Bäumen ausgesät. Städte planen hierfür kein Budget, sodass Bürger sozusagen selbst aktiv werden müssen. Sofern die Stadtplanung und Hausverwaltungen es zulassen, werden Flächen für Bürger geschaffen, sodass der Wert von Immobilien in einer Stadt erhalten bleibt und steigen kann.


Die Prinzessinnen Gärten in Berlin werden von Gemeinschaften aus der Nachbarschaft angelegt und gepflegt. Aber irgendwann müssen sie einer weiteren Bebauung weichen (Foto: Udo Schuldt)

Guerilla Gardening ist für Städte eine weitere Perspektive, die einen Lebensraum noch lebenswerter gestaltet und mehr Lebenskomfort und Wohnwert in eine Stadt bringt. Hier sind nicht einmal Städteplaner gefragt. Denn es finden sich zahlreiche kleine Flächen und Bereiche, die mit wenig Aufwand ein wenig grüner zu gestalten sind. Balkone, Randbereiche oder kleine Flecken Erde bieten viele Optionen für eine Verschönerung. Grüne Streifen oder grüne Flecken sind einfach und günstig zu gestalten, da viele Pflanzen genügsam wachsen und eine wunderschöne Optik vermitteln. Allerdings fallen derartige Projekte für die Stadtverwaltung nicht immer als Optimierungsversuch ins Gewicht, sondern werden recht schnell sogar zum ungewollten Dorn im Auge, da Architektur möglicherweise unter Begrünung leidet. Dadurch müssen viele Initiativen erst einmal planen, bevor sie individuelle Aktionen einrichten können.

Allerdings weisen neueste Berichte darauf hin, dass zum Beispiel der Gemüseanbau in Städten mit Sicherheit sehr schön aussieht, aber für einen Konsum nicht geeignet ist. Denn hierbei kommt es zu viel zu starken Belastungen mit Schadstoffen. Diese stammen aus industriellen Quellen, von Emissionen aus Haushalten oder auch aus den Belastungen des Straßenverkehrs.7)

Kinder unterschiedlicher Schichten und Kinder mit Migrationshintergrund

Für Stadtbewohner aller sozialen Schichten finden sich dennoch nutzbare Flächen. In manchen deutschen Städten ist eine Versorgung mit Grünflächen aber besser organisiert als in anderen Städten. Beispielsweise sind München, Düsseldorf und Hamburg Städte, in denen das Stadtleben eine besonders hohe Lebensqualität zu besitzen scheint. Neben vielen Cafés, Parks, Grünflächen, Bepflanzungen und auch Gartenflächen, gibt es sogar für Kinder zahlreiche Spielplätze, Bolzplätze und auch gut ausgestattete Sportplätze, die inmitten der Stadt zu nutzen sind. Vergleichbare Perspektiven verhelfen diesen Städten zu einem guten Ranking im Städtevergleich und locken so auch wiederum Investoren. 8)

Eine Studie von Unicef vom Ende 2011 führt zu dem Ergebnis, dass Kinder im Süden glücklicher sind als Kinder im Norden. Noch konkreter führt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Kinder in großen Ballungszentren weniger glücklich sind, dass die materielle Situation, das soziale Umfeld und die Aussichten auf eine Zukunft überaus wichtig für die Befragten sind. Aktuelle Bedrohungen liegen laut den Ergebnissen in einer Kinderarmut, die noch unterschätzt wird und nicht selten mit alleinerziehenden Müttern in Zusammenhang steht oder mit der Arbeitsplatzsituation beider Eltern. Auswirkungen auf den Lebensraum und die Gesundheit liegen hier nahe.9) Interessant ist dabei, dass sich diese Studie auch weitgehend mit der Beliebtheit von Städten deckt.

Weniger beliebte Städte sind beispielsweise Berlin und Hannover. Zwar besitzt Berlin viele Bäume, aber hier finden sich im Vergleich zur Stadtgröße keine großen Grünflächen. Es gibt weite Stadtteile, in denen Asphaltflächen vorherrschen. Auf Grund der großen Bevölkerungsdichte werden Grünanlage mit vielen Menschen geteilt. Dadurch kommt es dazu, dass der Erholungswert und Wohnwert solcher Flächen sinkt. Bäume am Straßenrand bieten inmitten einer weiten Asphaltfläche nur einen verhältnismäßig geringen Erholungswert. Hannover gilt auch als eine Stadt, die über zu wenige Grünflächen verfügt und in welcher es nicht ausreichend Raum für Erholung gibt. Somit müssen Bewohner solcher Städte oft weite Wege auf sich nehmen, damit sie mehr Platz für Erholung finden.

Städte bieten allerdings für Kinder andere Arten von sozialen Räumen, in denen sie sich auf eine moderne und vorwiegend kulturelle Art und Weise ausdrücken können. Im Kindertheater, im Kino, in Kinderkursen oder in kleinen Sportgruppen auf städtischen Sportplätzen finden sie beispielsweise Plätze, auf denen sie sich direkt begegnen. Hier sind Aktivität und Kreativität noch möglich. Dabei fehlt lediglich die Nähe zu einer natürlichen Umgebung, die Stadtkindern möglicherweise sogar ein Unbehagen bereitet, da sie nicht gelernt haben damit umgehen.

Andere Kulturen gehen mit den Plätzen aber ohnehin anders um als die deutsche Kultur dies tut. Denn in diesen spielen vielleicht auch die Familien eine große Rolle, sodass man sich etwa im großen Familienkreis an Wochenenden trifft und hierfür auch gern an andere Orte fährt. Dadurch kommen Kinder zumindest teilweise mit einer natürlichen Umgebung in Kontakt. Somit stellen sich für Städteplaner wiederum neue Herausforderungen und Budget-Ansprüche.

Ansprüche an ein gesundes Stadtleben

Eine gesunde Stadtkultur bietet vielfältige Möglichkeiten für alle Generationen. Die überregionale und die regionale Politik sollte hier noch mehr für Freiraum sorgen. Denn nicht nur Familien, sondern auch ältere Personen sind überaus dankbar für eine grüne Umgebung. Ein Vorteil der Stadt ist es allerdings, dass üblicherweise keine Fungizide und Pestizide oder künstliche Düngemittel gespritzt werden. Somit ist das Leben in der Stadt nicht durch derartige Gifte belastet. Dennoch kommt es auch dort zu Belastungen mit giftigen Stoffen, die durch Industrie, Baukultur, Wohnen und Verkehr zustande kommen. Somit wird es nicht nur nach jüngsten Erkenntnissen, sondern auch aufgrund langer Erfahrungen, Zeit, dass schnelle Veränderungen im Stadtleben für einen Wandel sorgen. Städte grenzen die Natur immer noch zu sehr aus, sodass Stadtplaner für die Zukunft dafür sorgen müssen, dass unnötige Asphaltflächen weichen und dort neue Grünflächen entstehen.

Literaturverzeichnis:
1. http://www.apug.de/archiv/pdf/tagungsband_muenchner_forum.pdf
2. http://www.apug.de/kinder/
3. http://www.agenda21-leonberg.de/Luftschadstoffe/greenpeacestudiekind.htm
4. http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-die-kranken-stadtkinder-1.400931
5. http://www.wa.de/lokales/hamm/stadt-hamm/kiggs-studie-gesundheit-kindern-1039489.html
6. http://www.stern.de/ernaehrung/aktuelles/urban-gardening-so-ungesund-ist-das-stadtgemuese-1852992.html
7. http://www.focus.de/immobilien/kaufen/bewertung-von-32-staedten-in-diese-staedte-sollten-sie-besser-nicht-ziehen-_aid_879470.html
8. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/unicef-studie-zu-deutschland-kinder-im-sueden-sind-am-gluecklichsten-a-804112.html
9. http://www.stern.de/ernaehrung/aktuelles/urban-gardening-so-ungesund-ist-das-stadtgemuese-1852992.html