Wasser ist die Quelle allen Lebens auf Erden und wurde 2010 von der UNO zum Grundrecht des Menschen erklärt. Täglich verbrauchen die Deutschen etwa 120 Liter, wohingegen die Amerikaner mit 300 und die Mexikaner mit 201 Litern die Spitzenreiter sind. Im Vergleich dazu haben die Menschen in den Entwicklungsländern kaum Zugang zu sauberem Wasser, sodass sich der Verbrauch auf insgesamt 20 Liter pro Kopf beläuft. Eine öffentliche Wasserversorgung ist durch verunreinigte und rostende Rohre nur in verschmutzter Form vorzufinden. Dabei steigt der Wasserverbrauch mit dem drastischen Wachstum der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2030 nochmals um 30%. Bereits heute gilt Trinkwasser als knappes Gut und ist hinsichtlich Vorrat und Nachfrage ein wertvollerer Rohstoff als Öl. Nach den neuesten UNO Angaben haben weltweit 1,1 Milliarden Menschen kein sauberes Wasser, was jährlich zu 3 Millionen Todesfällen führt und eine höhere Sterberate als HIV-Erkrankungen, Kriege und Malaria aufweist. 

Graben nach Trinkwasser
Info zum Foto: Eine Frau gräbt in einem ausgetrockneten Flussbett nach Trinkwasser

(Foto: DFID; Originaltitel: Digging for drinking water in a dry riverbed; Lizenz: CC-BY-2.0)

 

Was ist Wasser wert?

Ein Kilo Rindfleisch oder Getreide benötigt in der Gesamtproduktion etwa 15.000 Liter Wasser. Im Vergleich dazu beträgt der durchschnittliche Tagesverbrauch eines Menschen in einem Industrieland etwa 20 Liter. In den meisten Entwicklungsländern beläuft sich der Durchschnittsverbrauch hingegen lediglich auf 5 Liter pro Person. Gerade in solchen Ländern ist die Nachfrage nach sauberem Wasser enorm und bietet ein lukratives Geschäft, das sich um ein Vielfaches lohnt. So kostet beispielsweise in Nigeria ein Liter Wasser mehr als ein Liter Benzin. Im Schnitt verkaufen Großkonzerne wie Nestlé ihre Wassererzeugnisse für 1€ pro Flasche, ein Preis, den nur wenige Menschen in Entwicklungsländern täglich aufbringen können. Die Begründung für eine solche Verkaufsstrategie erklärt das milliardenschwere Wassermonopol mit der steigenden Nachfrage. Dabei stellt vor allem die günstige Beschaffung und Weiterverarbeitung erfolgsversprechende Umsätze für Großkonzerne dar, auf die sie nicht mehr verzichten möchten.

Die problematische Wasser-Politik

Obwohl Wasser im Grundrecht des menschlichen Daseins verankert ist, führen politische Handlungsweisen immer wieder zu Privatisierungen von Quellgebieten und zum Kauf von  Bohrrechten, welche eine ausnahmslose Nutzung und überhöhte Preise zur Folge haben. Damit Familien in betroffenen Ländern ausreichend mit Wasser versorgt sind, ist oftmals ein halbes Monatsgehalt für wenige Kanister Wasser notwendig. Ein Beispiel dafür sind Länder wie Nigeria und Uruguay. Beim letzteren hat eine Wasserprivatisierung in der Touristenregion Punte del Este zu einem 10-fachen Preisanstieg geführt und den Abbau kostenloser Wasserstellen veranlasst. So wurden auch in Pakistan massive Tiefbohrungen genehmigt, welche den Grundwasserspiegel dramatisch gesenkt und zur Verschlechterung der allgemeinen Grundwasserversorgung geführt haben. 

Die Gewinner des Wasser-Spektakels bleiben ganz klar die Großkonzerne, welche auch in Europa rentable Einnahmen mit trendigen Werbespots zum Flaschenwasser einstreichen. Das kristallklare Quellwasser aus der Flasche ist reich an Mineralien, heißt es dort.  Dabei zeigen die Ergebnisse der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2012, dass zwei Drittel des getesteten stillen Wassers oft wenig oder gar keine  Mineralstoffe enthält und somit teilweise noch schlechter als Leitungswasser ist. Zudem kann die Wasserqualität hierzulande mit einem einfachen Probenahme-Set ins Labor eingeschickt und von Anbietern wie http://www.bio-conzept.de/ auf bestimmte Schadstoffe untersucht werden. Denn das Trinkwasser weist in vielen Industrieländern eine hohe Qualität auf und das reichhaltige Nahrungsangebot deckt die notwendige Mineralstoffversorgung auch ohne das sprudelnde Quellwunder. Zudem gelten in Deutschland bundesweit strengere Richtlinien zur Wasseraufbereitung als bei der Mineralwasser-Herstellung.

Ökologische Folgen

Täglich werden etwa 300 Millionen PET-Flaschen hergestellt, welche aus nicht-erneuerbaren Energieträgern zu Kunststoff verarbeitet werden. Bei der Verwertung von Kunststoffabfällen werden zudem jährlich Tonnen von Plastik verbrannt, welches giftige Erzeugnisse wie Schwefel oder Kohlenoxid in die Luft freisetzt. Leere Plastikflaschen landen oftmals in der Natur und verseuchen durch die Zersetzung den Erdboden, was wiederum eine enorme Wasserverschmutzung zur Folge hat. Daran leidet bei großflächig verseuchtem Meeresboden die Artenvielfalt der Fische und Meeressäuger. Angesichts der Produktionsmassen werden Unmengen von Treibstoffen für den weiten Transport und Vertrieb benötigt. Durch die Privatisierung und Ausbeutung von Quellen steigen zudem die Preise, wohingegen die Reinheitskontrollen vernachlässigt werden und das ökologische Gleichgewicht irreversibel beeinträchtigt wird.

Autorin: Anna W.
Die Autorin hat kürzlich Ihr Studium des Internationalen Informationsmanagements abgeschlossen und ihren erfolgreichen Abschluss im Bereich der Medienwissenschaften und Informationstechnologie erlangt. Die ersten beruflichen Erfahrungen als Texterin hat Anna in den Bereichen der 3D-Technologie, Produktwerbung und Mobile Commerce gesammelt.