Junge Unternehmer kämpfen für eine nachhaltige Energiewende in Westafrika

Sie ist groß, gelb und verdammt heiß: die Sonne. Sie gilt als zukunftsfähiger Energielieferant und macht dem alten Diesel immer mehr Konkurrenz. Das muss sie auch, denn die Welt steuert derzeit auf einen Kollaps hin und die Zeit rennt. Eine Gruppe von bekannten Unternehmern und Privatinvestoren möchte das nun ändern. Unter dem Label „Africa GreenTec“ werden verschiedene Projekte ins Leben gerufen um eine Energiewende in Afrika nachhaltig mitzugestalten.

Treffen mit Ministern
AfricaGreenTec-Gründer Torsten Schreiber mit dem Energieminister von Mali, Mamadou Frankaly Keita (Foto: © Privat)

Kohle-, Atom-, Erdöl-, und Gaskraftwerke produzieren derzeit rund 80% des Stroms der Welt. Was uns das Leben erleichtert, schadet der Welt ungemein. Immer mehr Abgase oder Müll verpesten den Planeten auf dem wir leben und die Meere. Der internationale Klimakollaps scheint fast sicher.

1,2 Milliarden Menschen weltweit ohne Zugang zu Strom1)

Manche Länder haben riesige Versorgungsprobleme mit Strom und folglich auch mit Trinkwasser. In einigen Ländern Afrikas beispielsweise, dem zweitgrößten Erdteil, haben viele Menschen gar keinen Zugang zu Strom und wenn, dann fast immer über Dieselgeneratoren. In den meisten großen Städten des Kontinents fällt der Strom mehrmals am Tag komplett aus. Das ist auch einer der Gründe, warum die Definition von Energiewende von Land zu Land sehr unterschiedlich ist.

Wenn hierzulande von Energiewende die Rede ist, geht es um den Atomausstieg und die Umgestaltung der Energieinfrastruktur hin zu erneuerbarer Energien. Wenn man über Energieversorgung in Afrika spricht, ist eine Energiewende eher sekundär. Hier steht die Bekämpfung der Energiearmut und Grundversorgung im Vordergrund, denn auf dem Kontinent ist der Zugang zu Strom extrem teuer und nicht gewährleistet. Technologisch stammen viele Anlagen noch aus der Kolonialzeit.

Kraftwerke sind technisch auf dem Stand der 50er, 60er Jahre.

13 8 MW Generatoren
20 Megawatt-Grundlastkraftwerk/ Dieselverbrennung Bamako/ Mali (Bild © AfricaGreenTec)

Afrika – der Kontinent der Kriege, Seuchen, Katastrophen und Korruption

Der Zugang zum afrikanischen Markt ist für deutsche Unternehmen oft sehr schwer. Das Medienbild, auch und insbesondere durch die EBOLA-Krise in Westafrika, internationaler Terrorismus, Entführungen, Hungerkatastrophen und Korruption schreckt Investoren und Unternehmen gleichermaßen ab.

Es fehlt das Vertrauen in die neue, junge afrikanische Generation von Politikern, die in Europa und den USA studiert hat und nun ihre Länder und Heimat aufbauen wollen. Der Schlüssel für sauberes Wasser, mehr Wohlstand und Bildung ist Energie und sechs der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt liegen in Afrika.2)

Genau hier sieht sich das Team von Africa GreenTec als Projektentwicklungsgesellschaft, denn die 48 südlich der Sahara liegenden Länder wachsen im laufenden Jahr mit durchschnittlich sechs Prozent voraussichtlich doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Zudem ist es den Social Entrepreneurs wichtig, dass die afrikanischen Länder die Chance haben, auch systemisch direkt mehrere Fehler, die wir in Europa gemacht haben zu überspringen, insbesondere bei den dezentralen Ansätzen. Der Kombination von Erzeugung und Entsorgung, oder Energie und Wasserversorgung durch intelligente, deutsche Technologie.

Spannendes Team mit verschiedenen Kompetenzen & starkem Netzwerk

Hinter Africa GreenTec stehen Unternehmer und Investoren die sich im Bereich Energiewende und Nachhaltigkeit bereits einen Namen gemacht haben: Torsten Schreiber, Gründer von Africa GreenTec baute unter anderem bereits die mehrfach ausgezeichnete „Energiewende-Crowdfunding-Plattform“ bettervest auf und ist ein international bekannter Crowdfunding-Experte, die Businessplattform XING zeichnete ihn als einen der besten Netzwerker Deutschlands aus. Zu seinen Mitstreitern gehören erfahrene Unternehmer aus der Energiebranche, darunter auch bekannte Namen wie Juwi. Schreiber hat aber auch erfahrene Juristen, Fondsmanager und Investoren oder auch Experten, wie Jens Nikulka, der erfolgreich im Energiecontracting-Geschäft unterwegs ist, oder den Finanzexperte Nils Hafa, der viele Jahre Risikoanalyst in London und Frankfurt war, für die Afrika-Projekte gewinnen können. Gemeinsam sollen so in den nächsten Jahren viele spannende Projekte initiiert und umgesetzt werden und die afrikanischen Regierungen und Unternehmen bei nachhaltigen Energiekonzepten Unterstützung finden.

Tolle, innovative Projekte aus Deutschland auf dem Weg nach Afrika

Eines dieser Großprojekte ist ein mobiler Solarcontainer, eine Art mobiles und skalierbares, autarkes, schlüsselfertiges Kraftwerk, welches ein deutsches Unternehmen aus der Solarbranche entwickelt hat. Der bereits in Marokko und Afghanistan getestete Container lässt sich innerhalb von 20 Minuten auf- oder abbauen und an einen anderen Standort verlegen. Der erste Container soll im westafrikanischen Mali aufgebaut werden – dort scheint die Sonne im Durchschnitt rund 2000 Stunden im Jahr. Die 90 Solarmodule pro Container können so bis zu 27.000 kw/h erzeugen. „So ein Container kann ohne Probleme zwischen 60 und 80 Haushalte mit Strom versorgen“, erklärt Schreiber. Der Preis pro Container: rund 100.000 Euro.

Solarkraftwerk aufgebaut
Das AfricaGreentec – Solarkraftwerk (Mehr Infos unter © www.africagreentec.com)

Bei einem aktuellen Preis von 1 € pro Liter Diesel und dessen Erzeugnis von rund 2,90 kWh  wird einem das ungeheure Potential des Solarcontainers in Afrika bewusst. In 20 Jahren lassen sich rund 350.000 € einsparen. Wenn man die Kosten für die Dieselgeneratoren mit einrechnet, noch weit mehr. Die sollte man nicht unterschätzen: Die fossil befeuerten Umweltverschmutzer werden ständig an- sowie ausgeschaltet – das führt zu einem hohen Verschleiß und Spritverbrauch. Hinzu kommt: Diesel wird immer teurer werden – Solaranlagen hingegen billiger.

In erster Linie möchte Africa GreenTec mit den mobilen Solarcontainern aber kein Verdrängungsmodell aufbauen. Afrika hat sehr viele Orte ohne Zugang zum staatlichen Netz, weiß Schreiber, da wollen wir als erstes ansetzen.

Weitere Projekte befinden sich derzeit in der Vorbereitung. Unter anderem möchte Africa GreenTec ein Solar-Taxi ins Leben rufen - dabei sollen alte Dieseltaxis aus dem Verkehr gezogen werden.

AfricaGreenTec Projekt Solartaxi
Das „Solartaxi“ – Konzept. (Illustrationen © AfricaGreenTec.com)

AFRICA GREENTEC

Quellen:
1) http://documents.worldbank.org/curated/en/2013/01/17747254/global-tracking-framework-vol-1-3-exekutive-zusammenfassung
2) http://research.handelsblatt.com/kpmg-studie-strategien-und-erfolgsfaktoren-der-deutschen-wirtschaft-in-afrika/

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