Wann ist ein Haus ein Ökohaus?

Umweltfreundliches Bauen, Energiesparhaus, Massivhaus oder Ökohaus – auf dem Immobilienmarkt werden Wohngebäude mit wohlklingenden Begriffen beworben, die sich klaren Kriterien entziehen. Wie lässt sich das Ökohaus definieren?


Frankfurt Bockenheim Ökohaus, Kasseler Straße (Foto: Public Domain)

Ein Ökohaus ist immer ein energieeffizientes Gebäude

Niedrigenergiehaus, Passivhaus oder Nullenergiehaus sind Wohngebäude, die über ihren Energiestandard definiert werden. Der Energiestandard ist der Energiebedarf eines Gebäudes pro Quadratmeter. Der Energiebedarf wird durch bauliche Maßnahmen und Heizungstechnik festgelegt. Der errechnete Bedarf ist nicht mit dem tatsächlichen Energieverbrauch zu verwechseln, der ja vom Verhalten der Nutzer abhängig ist. Ermittelt werden der Heizwärmebedarf und der höhere Primärenergiebedarf pro Quadratmeter Nutzfläche (nach EnEV) oder beheizbare Wohnfläche. So liegt zum Beispiel der Heizwärmebedarf für ein nicht saniertes Wohngebäude bei 300 kWh/qm, der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 160 kWh/qm. Der Heizwärmebedarf für ein KfW-Energie-Effizienzhaus 40 (EnEV 2009) wird mit weniger als 25 kWh/qm angegeben. Anerkannte Energiestandards definieren die Förderfähigkeit eines Neubaus oder einer Sanierung durch die KfW. Sie werden festgelegt durch den aktuellen Stand der Technik - wie Wärmedämmung und Heizungsanlagen -, durch die Bauweise und Baumaterialien. Als Ökohaus sollten Häuser mit dem niedrigsten Energiebedarf gelten, also Passivhäuser, Nullenergiehäuser oder in Zukunft aktive Häuser, die sogar Energie abgeben werden.

Baumaterialien und Bauweise

Selbstverständlich muss für einen entsprechenden Energiestandard auch das richtige Material verwendet werden: gut dämmende Baumaterialien, hochwertige Fenster mit Doppel- oder Isolierverglasung, moderne Haustechnik und Heizungsanlagen. Zu einem Ökohaus gehört für viele Bauherren selbstverständlich eine Heizungsanlage auf der Grundlage erneuerbarer Energien. Dies sind zum Beispiel solarthermische Anlagen, Biomasse und Wärmepumpen. Verwendet man für das Ökohaus den Begriff des „ökologischen Fußabdrucks“, so muss man die Energiebilanz sämtlicher Materialien im Auge behalten. So ist etwa der Energiebedarf bei der Herstellung von Ziegel, Beton, Lehm oder Holz für den Hausbau unterschiedlich. Auch Transportwege fließen in die Bilanz eines Ökohauses ein, weshalb viele Bauherren auf regionale Produkte achten. Auch beim Innenausbau sind Dämmstoffe, Böden oder Wandfarben mit Umweltzertifikaten zu bevorzugen. Im Fachhandel wird mit ökologischem Bauen, Baubiologie, natürlichem Wohnen und gesundem Schlaf für umweltschonende Produkte geworben.

Ob Architekten und Anbieter von „Öko-Fertighäusern“ tatsächlich im ganzheitlichen Sinne Ökohäuser errichten, können interessierte Bauherren durch Nachfragen oder auf http://www.haus-xxl.de in Erfahrung bringen.

Siehe auch: Thermografie ermittelt Wärmeverluste

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