Sind Holzpellets wirklich CO2-neutral?

Holzpelletheizungen sind eine beliebte Alternative für alle die ganzjährig auf den Rohstoff Holz umsatteln wollen. Schlagkräftiges Argument ist die häufig zitierte "CO2-Neutralität" der Pellets. Durch Schlagzeilen wie "Der Waldboden blutet aus" ist diese in letzter Zeit jedoch in Verruf geraten. Doch was ist nun dran an der Neutralität? Sind Holzpellets nun klimafreundlich oder sogar klimaschädlich?


(Foto: © energie-experten.org)

Holzpellets gelten als CO2-neutral, da beim Verfeuern des Holzes nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie vorher beim Wachstum des Baumes aus der Luft gebunden wurde. Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wird dagegen Kohlenstoffdioxid freigesetzt, das seit Millionen von Jahren gespeichert ist. Diese Freisetzung führt zu einer Erhöhung des CO2-Gehaltes in unserer Atmosphäre und ist maßgeblich für den anthropogenen Treibhauseffekt verantwortlich.

Kritiker wenden hingegen ein, dass durch das Verbrennen der Holzpellets mehr CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird als beim Verrotten des Holzes im Wald. Denn längst reichen Sägespäne und Recyclingholz nicht mehr aus, um den hohen Pelletbedarf zu decken. Daher wird laut den Kritikern auch auf Totholz gesetzt. Das sind geschädigte, abgestorbene Bäume, oder Teile wie Wurzeln, Äste und Baumkronen, die sonst im Wald verrottet wären und dabei auch einen Teil des gebundenen CO2 im Boden eingelagert hätten.

Wirklich belegt ist diese These nicht, da die Mehrzahl wissenschaftlicher Schätzungen wie z. B. die Studien im Rahmen des Verbundprojektes DENDROM zum Rohholzeinschlag davon ausgehen, dass das Rohholzpotenzial noch längst nicht ausgeschöpft sei. Dass dabei Pellets nur eine Nutzungsart ausmachen, zeigen auch die typischen Nutzungspfade von Energieholz. Zudem nehmen die Totholzvorräte laut dem Institut für Waldökologie und Waldinventuren nur einen Anteil von wenigen Prozent ein, von denen wiederum ein Teil bereits im Verrottungszustand ist. Dieses Totholz ist damit nicht nur wesentlich aufwändiger und teurer zu beschaffen, sondern auch schlichtweg zum Teil nicht mehr zu gebrauchen. Das Totholz-Argument steht damit eher auf wackeligen Füßen.

Anders sieht es mit der Kritik aus, dass ein hoher Energieaufwand für das Trocknen, Pressen und Transport der Holzpellets nötig wird, was wiederum CO2-Emissionen verursacht. Wie bei vielen anderen Konsumgütern liegt es dabei allerdings in der Hand des Verbrauchers, "nachhaltige" Holzpellets zu kaufen. Dies sind z. B. Pellets aus regionalen Pelletwerken, die Holzheizkraftwerke nutzen, um die Pellets zu trocknen und den Strom zum Pressen der Pellets selbst produzieren. Pelletwerke, die so produzieren, emittieren laut Bayerischem Zentrum für Angewandte Energieforschung lediglich etwas mehr als ein Zehntel der CO2-Emissionen eines nicht nachhaltig produzierenden Pelletwerkes.

Holzpellets sind also nicht gänzlich CO2-neutral. Im Verhältnis zu den konventionellen Energieträgern wie Heizöl oder Erdgas und deren weitaus höheren CO2-Emissionen ist die Bezeichnung jedoch durchaus richtig. Daher befürwortet auch das UBA den Einsatz von Holzpelletfeuerungen. Lediglich Solarthermieanlagen können mit gar keinen Emissionen glänzen. Daher werden sie auch häufig zur Heizungsunterstützung eingesetzt. Gerade in Kombination mit einer Pelletheizung mindern sie den Verbrauch im Sommer und reduzieren über alle produzierten Kilowattstunden Wärme gesehen die Emissionen.

Im Verbund mit Solarthermie sind Pellets dann nicht mehr neutral, sondern klimafreundlich.


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