Licht am Ende des Tunnels - 2014 stagnierten die globalen CO2-Emissionen trotz weltweitem Wirtschaftswachstum

Die Internationale Energieagentur teilte mit, dass der globale CO2-Ausstoß des Jahres 2014 nicht weiter anstieg

Es gibt Hinweise dafür, dass wir vor einem Wendepunkt bei den technischen Emissionen dieses Klimagases stehen

Die Internationale Energieagentur (IEA) meldete vor wenigen Tagen, dass die CO2-Emissionen im Jahr 2014 nicht weiter zunahmen. Sie sind zwar gegenwärtig noch auf einem extrem hohen Niveau, aber es deutet einiges darauf hin, dass wir hier vor einem Wendepunkt stehen, von dem an die Emissionen weltweit sinken werden.

China Windenergie
Erneuerbare Energien - wie hier im Norden der Volksrepublik China - trugen dazu bei, dass die globalen CO2-Emissionen in 2014 stagnierten (Foto: shizhao; Lizenz: CC-BY-SA-2.0)

Hauptursache der abnehmenden CO2 Emissionen ist die Situation in der Volksrepublik China. Schon seit Jahren sind dort sinkende Zuwachsraten bei den Emissionen zu verzeichnen. Wir haben in dem Land also einen ganz klaren Trend, der auf den zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energien und den Rückgang der Kohlenutzung zurückzuführen ist. Da China das Land mit den höchsten Zuwachsraten beim CO2-Ausstoß war und noch immer die Nation mit den meisten Emissionen im Ländervergleich ist, ist das von großer Bedeutung. Auch in Deutschland und anderen OECD-Ländern sanken die Emissionen im letzten Jahr. Wahrscheinlich ebenfalls ein Resultat des Ausbaus der Erneuerbaren Energien.

Da der Rückgang der CO2-Emissionen in der Volksrepublik China seit Jahren feststellbar und gut dokumentiert ist, so z.B. in den Berichten der niederländischen Umweltagentur PBL von 2013 und 2014, kann man davon ausgehen, dass es sich hier um eine robuste Aussage handelt. Inwieweit die übrigen Entwicklungsländer diesem Trend folgen ist noch nicht klar. Aber auch dort wächst der Einsatz der erneuerbaren Energien. Selbst im unruhigen Afrika tut sich was. Von Marokko bis hin zur Arabischen Halbinsel ist der Ausbau der Erneuerbaren spürbar in Gang gekommen. Von rund 70 Megawatt im Jahr 2000 wurde das Projektvolumen bis auf 3 Gigawatt (GW) im Jahr 2014 gesteigert. Für das Jahr 2020 erwartet die Desertec industrial initiatve "Dii" nach eigenen Berechnungen 35 GW. Für die gesamte Region wurde ein Volumen von 800 GW an gut geeigneten Standorten nahe Verbrauchszentren mit Anbindung an Infrastruktur identifiziert.

Da der Aufstieg der Erneuerbaren Energien inzwischen so unaufhaltsam ist - vor allem weil die Investitionskosten für Solaranlagen so stark gefallen sind - könnte es tatsächlich sein, dass die Emissionen von nun an sinken. Aber das ist kein Grund für Klimaschützer um sich zurückzulehnen und auszuruhen. Die Emissionen sind gegenwärtig gleichzeitig extrem hoch und ihr Niedergang ist zu beschleunigen, denn der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird so lange weitergehen, solange die technischen Emissionen dieses Treibhausgases nicht bei Null sind.

Und dann gibt es ja auch noch die anderen Treibhausgase, wie z.B. Methan. So kann es durchaus sein, dass die relative Stabilität der CO2-Emissionen der USA durch Methanemissionen "erkauft" wurde, welche beim Gas-Fracking entstehen. Methan ist aber ein sehr viel stärkeres Treibhausgas als CO2. Die Debatte darüber wie sehr Fracking zum menschengemachten Methanausstoß beiträgt ist jedenfalls in den USA in vollem Gange. Schauen wir also zukünftig auch stärker auf CH4 (Methan) und nicht allein auf CO2.

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