Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) im Auftrag von BUND und Bündnis Bürgerenergie zeigt Potenzial bürgerschaftlichen Engagements beim Energiesparen

Berlin: Das gemeinschaftliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger für Effizienzprojekte, das Energiesparen "in Bürgerhand", kann ein wesentlicher Faktor für die Energiewende sein und bringt darüber hinaus eine Vielzahl gesamtgesellschaftlicher Vorteile. Politische Entscheidungsträger der Bundesregierung, der Bundesländer und der Kommunen sollten im eigenen Interesse den großen Potentialen der Bürger-Effizienzwende Rechnung tragen und private oder genossenschaftliche Initiativen durch geeignete Förderung, klare rechtliche Regelungen, Risikoabsicherungen und einen verstärkten Wissenstransfer begünstigen. So sollte beispielsweise auch der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz bestehende Hemmnisse für die Akteure vor Ort abbauen. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie des ifeu im Auftrag vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Bündnis Bürgerenergie (BBEn).

Passivhaus Thermogramm
Effizienzwende braucht auch im Wohnungsbereich Bürgerbeteiligung. Wärmebild zum Vergleich eines Passivhauses (rechts) mit einem schlechter gedämmten Haus (links) (Foto: Passivhaus Institut; Originaltitel: Thermogram of a Passivhaus building, with traditional building in background; Lizenz: CC-BY-SA-3.0)
 

Energiesparen in Bürgerhand reicht von der energetischen Sanierung von Schulgebäuden über den Einbau stromsparender Beleuchtung in Stadtcafés, kleineren Unternehmen und öffentlichen Liegenschaften bis zum Bau und Betrieb kommunaler Nahwärmenetze. Investitionen in Millionenhöhe sind keine Seltenheit. Die Studie stellt solche Projekte beispielhaft vor.

"Energiesparmaßnahmen sind kleinteilig und dezentral", sagte Martin Pehnt, Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. "Vor allem bei Kommunen und kleineren Unternehmen können diese von gemeinschaftlichen Bürgerprojekten vor Ort besonders gut umgesetzt werden."

"Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir Energieeffizienz und Energiesparen als die natürlichen Partner der erneuerbaren Energien voranbringen. Energiesparen in Bürgerhand ist mehr als nur technisch-ökonomische Effizienz. Klima- und Umweltschutz gehen einher mit regionaler Wertschöpfung, Bildungseffekten, ökologischen Verhaltensänderungen und einer breiten gesellschaftlichen Verankerung", sagte Robert Pörschmann, BUND-Effizienzexperte.

"Die Erfolgsgeschichte der Bürger-Energiewende im Strombereich sollte auch beim Energiesparen fortgeschrieben werden", sagte Thomas Banning, Vorstandsvorsitzender des Bündnis Bürgerenergie e.V. "Im Effizienzmarkt existieren ebenfalls riesige Potenziale, um dort aktiv zu werden, wo lokales Wissen, Verantwortung und Vernetzung ineinandergreifen. Denn der Erfolg gemeinsamer dezentraler und regionaler Projekte wird durch bewusstes Engagement erst möglich. Und nur durch direkte Beteiligungen wird es einen substantiellen Schub beim Einsparen von Energie geben", sagte Banning.

Peter Kolbe von der Klimaschutz+ Stiftung e.V. betonte die Bereitschaft der Menschen, sich zu engagieren und damit aktiv zum Klimaschutz beizutragen. "Unsere Erfahrung ist, dass wir mit der gemeinschaftlichen Investition in Energieeffizienz auch einen bewussteren Umgang mit Energie fördern. Sowohl bei den beteiligten Betrieben wie bei den Bürgern, die die Mittel für Energieeffizienzprojekte zur Verfügung stellen. Wir haben gezeigt, dass das möglich ist und wünschen uns viele Nachahmer", so Kolbe, der in Heidelberg erfolgreich in einem Café ein Mikro-Effizienzprojekt initiiert hatte.

Mehr Informationen

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Bündnis Bürgerenergie (BBEn)