"Endspiel - Wie wir das Schicksal der tropischen Regenwälder noch wenden können"

Berlin. "Wenn wir es nicht fertigbringen, die Primärwälder in den kommenden Jahrzehnten zu schützen, dann bin ich überzeugt, stehen wir am Beginn des sechsten Massenaussterbens." (Claude Martin, 21. Mai 2015, Berlin).

Dieses Zitat des Autors verdeutlicht die Bedeutung der tropischen Regenwälder für unser globales Klima und den Fortbestand unserer biologischen Vielfalt eindrucksvoll. Trotz dieser Bedeutung sind die Regenwälder nach wie vor sehr stark bedroht und ihre Fläche schrumpft weltweit. In seinem Bericht an den „Club of Rome“ liefert der langjährige Generaldirektor des WWF International nun einen Zustandsbericht über die tropischen Regenwälder der Welt und wagt eine Prognose zu deren Zukunft. Der Klimawandel und die industrielle Landwirtschaft werden immer stärker zum Waldkiller – dies ist die zentrale Botschaft des Buchs von Claude Martin.

Regenwald
Regenwald in Australien (Foto: Public Domain)

Außerdem gibt der Autor einen guten Überblick über den momentanen Wissenstand zu diesem brisanten Thema und zeigt auf, welche Ursachen und Entwicklungen in den einzelnen Regionen entscheidend zur Entwaldung beitragen. Darüber hinaus stellt Claude Martin gleichzeitig Lösungsvorschläge zur Diskussion, wie etwa durch ein entschlossenes Handeln der Politik und Menschen vor Ort und durch eine Änderung der Wirtschaftspolitik bzw. des Konsums in den Industriegesellschaften Fehlentwicklungen abgefedert bzw. gestoppt werden können.

Sein Ausblick ist dabei durchaus sehr gemischt und spart nicht mit Kritik an den momentanen Verhältnissen. Im Gegensatz zu vielen anderen Forschern sieht er den Kampf um den Erhalt der tropischen Regenwälder aber keinesfalls als verloren an. Vielmehr bedürfe es massiver politischer und wirtschaftlicher Anstrengungen um das Ökosystem Regenwald zu retten. So schrumpft die globale Fläche an Regenwäldern zwar nach wie vor – der Rückgang ist jedoch deutlich geringer als in den vorherigen Jahrzehnten. Zudem werden immer mehr Schutzgebiete ausgewiesen und viele Regierungen bemühen sich aktiv um die Aufforstung ehemals wirtschaftlich ausgebeuteter Gebiete. Da in den letzten Jahren allerdings auch neue Gefahren wie z.B. die massenhafte Erzeugung von Palmöl oder der Klimawandel hinzugekommen sind, sieht Martin die Frage nach dem Erhalt der Regenwälder nach wie vor sehr offen.

Eins nur ist klar – die bisherigen Anstrengungen reichen nicht aus. Gerade vor dem Hintergrund des sich verstärkenden Klimawandels wird dies überdeutlich. Denn einerseits brauchen wir die Regenwälder um den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu begrenzen, andererseits setzt gerade der Klimawandel, durch immer heißere Temperaturen und vor allem lange Dürreperioden, diesen Wäldern stark zu. Die Herausforderungen werden in den nächsten Jahren also nicht kleiner. Noch können wir jedoch die tropischen Regenwälder und damit auch ihre einzigartige Funktion für unser globales Ökosystem erhalten.

Autor: Claude Martin
Endspiel - Wie wir das Schicksal der tropischen Regenwälder noch wenden können
oekom Verlag, € 22,95
ISBN 978-3-8658-1708-2

Die Auszeichnung „Umweltbuch des Monats“ wird von der Deutschen Umweltstiftung vergeben. Aus den monatlichen Preisträgern wird alljährlich im Herbst das „Wichtigste Umweltbuch des Jahres“ gewählt.

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