Prototyp von Africa GreenTec im Betrieb - in Mali (Nara-Region)

Die Firma „Mobile Solarkraftwerke Afrika“ finanziert und betreibt Solarkraftwerke als Alternative zu Dieselgeneratoren, d.h. in Deutschland von Africa GreenTec gebaute Solarcontainer mit ausklappbaren Solarpanels, großzügig dimensionierten Speichern, Wechsel- und Inselwechselrichtern betriebsfertig in einen Standard-Container eingebaut.

Artikel Klimaschutznetz Titelbild
(Foto mit freundlicher Genehmigung von AFRICA-GREENTEC ©)

Katastrophale Stromversorgung in ländlichen Regionen Afrikas

80% der Bevölkerung in Afrika (87% in Mali) – mehr als 100 Millionen Haushalte – hat keinen Zugang zu „Strom aus der Steckdose“, gespeist von einem landesweit ausgebauten Stromnetz. Wer Strom braucht, um etwa ein Mobiltelefon zu laden, am Abend Licht zum Lernen zu haben oder Medikamente zu kühlen, läßt diesen häufig von Dieselgeneratoren erzeugen – eine besonders laute, schmutzige und besonders klima-unfreundliche Art der Stromerzeugung. Pro erzeugter elektrischer Kilowattstunde werden durch einen Dieselgenerator mehr als ein Kilogramm CO2 emittiert (1), doppelt so viel wie beim aktuellen Strom-Mix in Deutschland. Zusätzlich ist der Off-Grid Strom aus Diesel teuer: Der Dieselgenerator selbst, durch aufwändigen Transport in abgelegene Gebiete, Abschreibung und Wartung der Generatoren – häufig zahlen Stromkunden in Afrika mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde Strom. Glücklicherweise können dank gefallener Komponentenpreise inzwischen Solarkraftwerke ebenfalls Strom zu diesem Preis erzeugen.

Artikel Klimaschutznetz Bild 2Dieselgenerator in Mourdiah/ Mali (Foto mit freundlicher Genehmigung von AFRICA-GREENTEC ©)

Deutsches Startup liefert Technik, Finanzierung und Betrieb nach Afrika

Ein Modell des Unternehmens: Die ländliche Gemeinde bezieht den Container in den ersten Jahren per Mietkauf, zahlt einen Strompreis, vergleichbar zum Preis von heute dort aus Diesel erzeugter Kilowattstunden, übernimmt den Container nach einigen Jahren und profitiert anschließend von fast kostenloser elektrischer Energie. Über 20 Jahre werden so 400.000 € Dieselkosten eingespart und 820 Tonnen CO2 nicht erzeugt. Erster Punkt für den Klimaschutz.

Artikel Klimaschutznetz Bild 3
Der mobile Solarcontainer von Africa GreenTec (Foto mit freundlicher Genehmigung von AFRICA-GREENTEC ©)

Knowhow und Wissenstransfer der Energiewende für die Menschen

Wo Strom ist, kommen Multiplikatoreffekte für weiteren Klimaschutz ins Spiel: So werden mit jedem Container energieeffiziente LED Leuchtmittel mitgeliefert und lokale Energiespezialisten geschult, um das Bewußtsein für den möglichst effizienten Einsatz der CO2-frei erzeugten Energie zu fördern. Auch für die kommende Generation wird gesorgt: Einem Dorf mit Zugang zu Stromversorgung dürfen gebrauchte Laptops gespendet werden, welche die Organisation Labdoo mit Lernprogrammen auch in Landessprache ausstattet und dem Container beilegt. So gibt es nicht nur Licht am Abend zum Lernen, sondern dank Strom moderne Lernhilfen gleich dazu. Zweiter Punkt für den Klimaschutz.

Artikel Klimaschutznetz Bild 4
(Foto mit freundlicher Genehmigung von AFRICA-GREENTEC ©)

Deutsche Investoren finanzieren via Crowdfunding Solarcontainer in Afrika

Die Investitionssumme in die Solarcontainer wirbt Mobile Solarkraftwerke Afrika unter anderem bei Crowdinvestoren in Deutschland ein. Im letzten Jahr wurden auf diese Weise erfolgreich zwei Solarcontainer finanziert: Der erste produziert seit September 2015 in Mourdiah/Mali sauberen Strom, der zweite via Greenvesting finanzierte, wird gerade gebaut. Am dritten und vierten Container können sich Investoren aktuell bei bettervest beteiligen. Die Investition wird über acht Jahre mit 7,25% Zins als Annuität zurückgezahlt, gespeist aus dem von den Stromkunden in dieser Zeit bezahlten Strompreis.

Bettervest Solarkontainer

(Screenshot © bettervest)

Nachhaltig Investieren und damit eigenen CO2–Fußabdruck kompensieren

Aus Investorensicht ist das nicht nur finanziell ein gutes Investment. Die Investition in einen Solarcontainer, der Dieselgeneratoren ersetzt, ist auch eine Investition den eigenen mitteleuropäisch hohen CO2 Fußabdruck zu kompensieren, denn im Vergleich zu anderen Investitionen in Deutschland schneidet ein Solarcontainer in Afrika hier sehr gut ab (2):

  • Eine eigene Solaranlage auf dem Dach, deren Lieferung Strom aus dem deutschen Strommix verdrängt, bedeutet ca. 172 € Invest pro ersparter Tonne CO2
  • Ein Elektroauto kaufen, welches dann mit 100% regenerativ und CO2-frei erzeugtem Strom betankt würde: 5000 € Invest pro ersparter Tonnen CO2
  • In die beiden Solarcontainer für Djoliba in Mali zu investieren, verspricht 168 € Invest pro ersparter Tonne CO2

Die CO2 Ersparnis pro investiertem Euro ist beim Container also ähnlich hoch wie bei einer Solaranlage auf dem eigenen Dach. Dritter Punkt für den Klimaschutz.

Zusätzlich bringt die Investition in einen Container nicht nur eine CO2 Rendite, sondern – wie oben beschrieben – auch indirekte Wirkungen: Förderung der lokalen Wirtschaft, Ausbildung und Klimaschutzbewußtsein vor Ort – letztendlich ein kleiner Beitrag auch zur Bekämpfung von Fluchtursachen in Regionen, die durch den Klimawandel besonders betroffen sind.

Link zur Projektseite bei bettervest

Africa GreenTec

Solarcontainer

Greenvesting

bettervest

Dazu passend auch ein Artikel von Metropol-Solar


Quellen:
(1) Energieberaterbericht Ingenieurbüro Sames
(2) Detailberechnungen mit Links zu weiteren Quellen