Drucken

Klimawandel und Extremereignisse sind bereits heute in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens deutlich spürbar. Nicht zuletzt die enormen Hochwasserschäden, wie sie im Juli erst entstanden sind, kosten Deutschland mehr als 8 Milliarden Euro allein in diesem Jahr. Der Arbeitskreis „Klimawandel und Raumplanung“ der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) fordert daher in seinem gestern veröffentlichten Forschungsbericht „Raumentwicklung im Klimawandel - Herausforderungen für die räumliche Planung“, sich auch im Rahmen der Stadtentwicklung auf ein sich veränderndes Klima einzustellen.


(Foto: © Robert Doelling)

Wie die Stadt sich auf den Klimawandel einstellen kann

Dazu gehört zum Beispiel, kühle Orte in urbanen Hitzezentren zu schaffen und die bereits vorhandenen Grünflächen in Innenstädten zu bewahren. Versiegelte Flächen und eine zu hohe Bebauungsdichte führen bei Hitzewellen hingegen zu einem Temperaturanstieg im Vergleich zum Umland. Begrünte Räume und Wasserflächen können dem entgegenwirken. Auch die Erhaltung und Entwicklung von Kaltluftschneisen ist eine wichtige Maßnahme. Durch Austauschbahnen kann kühlere Luft aus dem Umland in Stadtzentren fließen. Insgesamt müssen aber nicht nur Gebäude, Infrastrukturen und Raumnutzungen verändert werden, sondern auch der Planungsansatz, so der Expertenbericht. Dabei kommt der räumlichen Planung eine zentrale Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel zu.

Solarenergie auf städtischen Dächern bisher wenig erschlossen

Neben diesen Optionen der stadtplanerischen Anpassung an den Klimawandel bieten Städte aber auch ein großes Potenzial, selbst zum energieeffizienten Energieverbrauch und zur Erzeugung von Ökostrom beizutragen. So werden neben dem baulichen Wärmeschutz, der Erneuerung der Heizwärmeversorgung und der Optimierung der innerstädtischen Stromverteilnetze auch das Potenzial der Dachflächen zur Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen in vielen Städten näher untersucht. So wurden jüngst Frankfurts Dächer einer genaueren Potenzialanalyse unterzogen. Dabei zeigte sich, dass nahezu 40 Prozent aller Frankfurter Gebäude eine für Photovoltaik-Anlagen nutzbare Dachfläche aufweisen. Werden diese Dachflächen gezielt erschlossen, so könnte Frankfurt seinen Strombedarf zu mehr als 10 Prozent mit PV-Strom selbst decken und pro Jahr 424.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Auch unter der Stadt schlummert Energiespar-Potenzial

Vielfach noch unbekannt: Auch unter der Straßen der Stadt bietet sich ein enormes Potenzial, Energie einzusparen. So kann die Installation von Wärmetauschern in Abwasserkanälen helfen, über eine Wärmepumpe die sonst ungenutzt in der Kläranlage verschwindende Abwärme nutzbar zu machen. Und dies ist selbst im Winter bei Temperaturen um minus 16 Grad Celsius möglich. Diese Idee ist nur eine von vielen, die im Rahmen des EU-Projekts EnercitEE entwickelt wurde, das nun nach 3 Jahren abgeschlossen wurde. Interessierten sei daher der Good Practice Guide empfohlen, der alle Ideen aus den EnercitEE - Partnerregionen bündelt und wertvolle Anregungen für einen wirksamen Klimaschutz in der Stadt gibt.

Diese Webseite verwendet keine Cookies! Aber in Artikeln eingebundene Videos verwenden diese. Wir wissen nicht wofür und warum, denn diese Video-Cookies werden über die Webseite der Video-Anbieter gesteuert. Die Aktivierung erfolgt mit dem Start der jeweiligen Filme. Da wir keinen Einfluss darauf haben erfolgt dieser Cookie-Warnhinweis.