Mit Crowdfunding für die Energiewende in Bürgerhand

Der Hybridstrommarkt, ein Strommarktdesign des IAP, ist mal ein völlig anderer Ansatz im Rahmen der Energiewende. Anders als die etablierten Energieversorger gibt es dem Bürger die Möglichkeit, aktiv am Markt teilzunehmen und damit zukünftig die eigenen Stromkosten zu begrenzen. Die großen Energieversorgungsunternehmen kennen eigentlich nur eines: möglichst viel Gewinn erwirtschaften. Das ist im Grunde ja durchaus in Ordnung, denn das ist der primäre Geschäftszweck eines jeden Unternehmens. Doch die Welt hat sich verändert. Heute sind Großunternehmen und Konzerne in der Hand von Investmentfonds wie Blackrock & Co und die Rendite steht an erster Stelle. (Bei der RWE sind beispielsweise 86% der Aktionäre institutionelle Anleger; allein der amerikanische Blutsauger BlackRock Financial Management ist mit 5% der größte Investor. Quelle)

Solardach eines Hauses in Travemünde
Sicher gut geeignet für den Hybridstrommarkt - Solar-Haus in Travemünde (Foto: Udo Schuldt) 

Unwesentlich sind Kundennähe, Nachhaltigkeit und ethische Grundsätze geworden; Hauptsache der Quartalsabschluss passt und die Aktionäre sind zufrieden. Durch die Energiewende verändert sich die Energieerzeugungslandschaft in Deutschland. Und bei den Konzernen gilt das Motto: "Was man nicht aufhalten kann, muss eben nach Kräften gebremst werden". Erzeugungsanlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren haben in den letzten Jahren zunehmend alte Kraftwerke unrentabel werden lassen. Pech, wenn ein Konzern diese Entwicklung nicht frühzeitig erkannt hat. Nun gilt es diese unrentablen Kraftwerke zu retten. Dafür wird mit Versorgungssicherheit argumentiert und als Schreckensszenario werden jeden Winter Blackouts heraufbeschworen. Die alten Kraftwerke sollen als Reserve zur Verfügung stehen, wenn es denn mal eng wird. Ob es das tatsächlich wird - darüber streiten sich die Experten.

Doch letztendlich soll der Endkunde die Zeche für diese Bereitstellungen zahlen. Hauptsache der Konzerngewinn ist einigermaßen gesichert, so dass das Top-Management den Job behalten kann. Wer sich mit Börse & Co genauer beschäftigt, der stellt auch fest, dass die Konzerne durchaus Kapital aus dem Zwangshandel mit erneuerbaren Energien schlagen können. Und um diese Einkommensquellen noch lange Zeit zu erhalten, wird auch auf politischer Ebene alles getan, was notwendig ist. Traditionell ist man als Energieversorger gut mit den Volksvertretern in Berlin vernetzt. Doch die erneuerbaren Energien funktionieren anders. Beispielsweise gibt es über 1.000.000 Solaranlagen in Deutschland, die in privater Hand sind. Eine Million kleine "Versorgungsunternehmen", die zum Großteil nicht primär an Renditeoptimierung bis zum letzten Hundertstel arbeiten. Die Betreiber sind Bürger, wie du und ich. Das bedeutet, dass sich schon heute ein großer Teil der Energieversorgung in Bürgerhand befindet. Da liegt es natürlich nah, ein Strommarktdesign zu entwickeln, bei denen andere Bürger - Kunden - mit einbezogen werden.

Gilt bisher die Regelung, dass es für einen Hausanschluss nur einen Versorger geben kann, setzt der Hybridstrommarkt darauf, auch einen bestimmten Anteil an Energie von alternativen Anbietern zu erwerben. So könnte man sich beispielsweise 10% einer Solaranlage sichern und damit immer ein Zehntel der produzierten Energiemenge von seiner aktuellen Stromrechnung abziehen. Technisch und buchhalterisch durchaus machbar. Doch die Großen werden dieses Modell fürchten, wie der Teufel das Weihwasser, denn das bedeutet auf Dauer Machtverlust und Gewinneinbußen.

Selbst unkritischen Betrachtern müsste klar werden, dass die Anhängigkeit von Investmentunternehmen doch ein hohes Risiko in sich birgt, wie die letzte Finanzkrise gezeigt hat. Strecken RWE, E.ON und EnBw die Flügel, so muss der Staat wieder mal helfend eingreifen - auf Kosten der Steuerzahler. Der Hybridstrommarkt diversifiziert die Energielandschaft, kann Risiken minimieren, macht Strompreise transparenter und verschiebt einen Teil der Macht vom kleinen Oligopol zu den Bürgern.

Verantwortungsbewusste Volksvertreter und Experten täten gut daran, sich mit dem Modell näher zu beschäftigen. Aus diesem Grunde ist geplant, das Modell in Form eines Buches an Beteiligte und Interessierte Personen aus Wirtschaft und Politik zu versenden. Da die Umsetzung mit Kosten verbunden ist, die wir ehrenamtlich nicht stemmen können, suchen wir noch nach Unterstützern.

Weitere Informationen zum Crowdfunding finden Sie unter: http://hybridstrommarkt.de/funding. Wir freuen uns aber auch auf persönliche Kontakte.

Weitere Infos zum Hybridstrommarkt:

Hybridstrommarkt - Ein Markt-Modell für die Zukunft?

Hybridstrommarkt eine Alternative zu Kapazitätsmärkten und Reservekraftwerken  


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