Wie mehrere große deutsche Medien heute berichteten, haben die Grünen in ihrem Wahlprogramm geplant, dass ab 2015 keine neuen Ölheizungen mehr installiert werden sollen. Oliver Krischer, Grünen-Sprecher für Energiewirtschaft, verweist dabei auf unser Nachbarland Dänemark, das Anfang diesen Jahres den Einbau von Ölheizungen in Neubauten verboten hat. Doch wollen die Grünen das wirklich? Ein Statement von Claudia Roth lässt an dieser Absicht nämlich erhebliche Zweifel aufkommen.


(Foto vom Plakat: © Robert Doelling)

Nachbarland Dänemark geht entschlossen voran

Dänemark hat Anfang diesen Jahres beschlossen, dass ab 2013 die Installation von Ölheizungen und Erdgas-Kesseln in Neubauten verboten ist. Weitergehend sieht das dänische Verbot vor, dass ab 2016 auch die Installation von neuen Öl-Heizkesseln in bestehenden Gebäuden wo Fernwärme oder Erdgas zur Verfügung stehen nicht mehr zulässig ist. Ein mehr als begrüßenswerter Schritt, da er zeigt, dass es möglich ist, Ölheizungen durch Erneuerbare Energien und energieeffizientere Heizungssysteme zu ersetzen. So hat Dänemark bereits frühzeitig angefangen, u. a. solarthermisch gespeiste Nahwärmenetze zu etablieren.

Roth hält nichts von dänischem Ölheizungsverbot

Und so etwas planen jetzt auch die Grünen? Nicht zweifelsfrei, denn genau zu dieser Frage auf abgeordnetenwatch.de, ob es nicht auch in Deutschland eine Überlegung wert sein könnte, ein solches Gesetz auch in Deutschland einzuführen, äußerte sich Claudia Roth, immerhin Bundesvorsitzende der Grünen, ablehnend: "Angesichts der nicht vergleichbaren Dimensionen der Herausforderungen in Deutschland und Dänemark wäre es nicht zielführend, zu versuchen, jedes Detail zu kopieren. Sicherlich ist es sinnvoll, aus den Erfahrungen in anderen Ländern zu lernen, aber die Lösung der Probleme in Deutschland wird aufgrund der unterschiedlichen Strukturen und der unterschiedlichen Gesetzgebung anders sein."

Wahlkampfgetöse oder konsequente Energiewende?

Schade, denn genau ein solches Verbot braucht es auch in Deutschland und in anderen Ländern. Es stehen nämlich genügend umweltfreundliche und effiziente Heizungssysteme von der Wärmepumpe, über solarthermisch unterstützte Holzheizungen bis hin zu neuentwickelten Mikro-BHKW zur Verfügung, um in allen Größenordnungen von Immobilien die Kosten und CO2-Emissionen zu senken. Dass die Grünen sich nun gute Ideen von Nachbarländern abgucken ist natürlich begrüßenswert. Nur ist das kurz vor einer Bundestagswahl und dem erst am 11.07.2013 von Frau Roth abgegebenen Statement nicht sehr glaubwürdig. Bleibt zu hoffen, dass die Grünen es auch ernst meinen und sich das Wahlkampfteam um Frau Roth nur etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.