Der Bundesverband WindEnergie hat CDU/CSU und SPD vor dem Hintergrund der heute beginnenden Koalitionsgespräche in der Arbeitsgruppe Energie zu mutigen Formulierungen im Koalitionsvertrag aufgerufen. Die neue Bundesregierung müsse die Energiewende voranbringen, so die Präsidentin des Bundesverbandes WindEnergie, Sylvia Pilarsky-Grosch.

Windenergieanlagen im Hamburger Tankschiffhafen

(Foto: Public Domain)

„Wir erwarten, dass sich die Mitglieder der neuen Bundesregierung mindestens zu den in Bund und den Ländern bereits deutlich formulierten Ausbauzielen für die Erneuerbaren Energien bekennen. Die Energiewende braucht eine mutige Unterstützung der Politik. Die bisher sehr erfolgreiche Energiewende darf jetzt nicht zerredet werden. Die kritisch-polemische Debatte der vergangenen Monate ist auch ein Ergebnis des Erfolges der Erneuerbaren, die einen Anteil von 25 Prozent am Strommarkt erreicht haben. Zweifelsohne ist die Energiewirtschaft im Umbruch von einem zentralen zu einem dezentralen System, verbunden mit einer steigenden Zahl von Akteuren am Markt. Klar ist auch, dass sich in einem neuen Marktdesign um Sonne, Wind und Biomasse herum ein flexibles Angebot etablieren muss. Dies wird auch über flexible Gaskraftwerke möglich sein und schafft gerade den Stadtwerken neue Chancen“, forderte Sylvia Pilarsky-Grosch.

Die Präsidentin des Bundesverbandes WindEnergie unterstrich zugleich, dass sich das EEG bewährt habe und in seinen Grundzügen weiter Bestand haben müsse. „In Bezug auf die Windenergie ist festzustellen, dass es keine nennenswerte Überförderung gibt. Über effizientere Windkraftanlagen werden sich auch künftig Kostensenkungspotentiale erschließen lassen. Wir sind die preiswerteste Erneuerbare Energie. Eine degressive Förderung ist bei uns seit Jahren Praxis. Moderne Windenergieanlagen nehmen am Einspeisemanagement teil und sorgen für Frequenzstützungen. Die bei Windenergie bereits übliche Direktvermarktung kann neue Impulse bekommen, wenn die Grünstromqualität tatsächlich bis zum Endkunden vermarktet wird und regionale Vermarkungsmodelle gestärkt werden.

Die Debatte um die so genannte EE-Umlage verstellt den Blick darauf, dass das EEG erfolgreich ist, weil es Investitionssicherheit bei vergleichsweise niedrigen Renditen sichert. Wir sind dafür, dass der Einspeisevorrang, die Mindestpreisvergütung und die freiwillige Direktvermarktung bestehen bleiben. Zugleich müssen konventionelle Überkapazitäten nach und nach vom Markt genommen werden, um die Preise an der Strombörse zu stabilisieren und flexiblen Gaskraftwerke eine Chance zu geben“, so Sylvia Pilarsky-Grosch.

Bundesverband WindEnergie