Wertverluste für Immobilien - in vom Meeresspiegelanstieg gefährdeten Gebieten - bis hin zum Totalverlust

Jeder kennt die, im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Klimakrise auftauchenden Europakarten, in denen die Gebiete eingezeichnet sind, die bei weiterem Abschmelzen der Polkappen überflutet würden. Auch, dass es vermehrt zu immer heftigeren Stürmen kommen wird, ist inzwischen "Allgemeinbildung". Was bisher kein Thema war, vielleicht weil niemand darüber nachgedacht hat, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Modelle und Vorhersagen in den Gebieten , die dabei sehr "schlecht wegkommen".
Südwesthörn bei Flut 2009
Südwesthörn bei Flut, bevor die Hafenanlage von einer Sturmflut zerstört und nicht wieder repariert wurde (Foto: Robertstrunck; Lizenz: CC-BY-SA-3.0)

Ich bin in einem solchen Gebiet zu Hause, in der Wiedingharde im äussersten Nordwesten des Landkreises Nordfriesland an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Ein Gebiet, das auch ohne die Klimakrise schon immer zu den am stärksten sturmflutgefährdeten Regionen Europas gehörte. Für uns Einheimische ist das normal und wir sehen der Klimakrise im Hinblick auf vermehrte und höhere Sturmfluten gelassen entgegen. Es mag wohl sein, dass wir ein wenig, oder auch etwas mehr, Sicherheit einbüssen werden, aber was solls, unsere Vorfahren sind mit deutlich weniger Sicherheit zurechtgekommen (sie hatten nicht unsere moderne Küstenschutztechnik zur Verfügung) und wir werden es auch.

Sturmflut
Die von der Sturmflut beschädigte Anlage aus einer anderen Perspektive (Foto: © Marion)

Aber etwas anderes erfüllt uns inzwischen mit Sorge: Seit einiger Zeit beobachten wir, dass, mit Hinweis auf die zu erwartende Verschärfung der Klimasituation, hier leerstehende Häuser nur noch selten auswärtige Käufer finden. Jedenfalls keine, die sich mit ihren Familien hier niederlassen wollen und aktive Mitglieder unserer Dorf- und Koogsgemeinschaften werden wollen. Die letzten Häuser die verkauft wurden, gingen entweder an Einheimische oder wurden als Ferienhauser verkauft bzw zu Ferienwohnungen umgebaut. Es stehen trotzdem noch mehrere leer. Kaufinteressenten bekommen nun seit kurzem auch von einigen Banken und Versicherungen die Auskunft das "hier nicht mehr finanziert bzw. versichert werde". Bisher betrifft das nur einige wenige Banken und Versicherungen, aber der Anfang ist gemacht!

Wir machen uns grosse Sorgen darum, was passieren soll, wenn das Beispiel Schule macht.
Wenn hier im grössern Stil nicht mehr finanziert und versichert würde und das auch die grossen Windparks, Solarparks und Landwirtschaftsbetiebe treffen würde, wäre das der wirtschaftliche Tod unserer Region. Wir fragen uns ob die Regierungen, egal ob in Brüssel, Berlin oder Kiel uns gegebenenfalls Lösungen anbieten können, oder ob einfach zugesehen wird, wie die küstennahen Gebiete wirtschaftlich vor die Hunde gehen.. oder ob wir vielleicht sogar selbst dezentrale Lösungen, ähnlich den früheren "Feuerversicherungsvereinen" schaffen können. "

Weitere Infos unter www.suedwesthoern.eu und auf Facebook unter www.facebook.com/suedwesthoern

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