Unser Problem sind unsere Wirtschaft und unsere Lebensweise (in den reichen Ländern). Es gibt zum Beispiel zu viele Rinder und wir düngen zu viel und verbrauchen zu viel Energie. Als diese Form der Wirtschaft geschaffen wurde, war der Treibhauseffekt noch nicht bekannt, d.h. das Prinzip schon, aber CO2 wird z.B. erst seit den sechziger Jahren gemessen und nur wenige Wissenschaftler befassten sich zu der Zeit mit dem Thema.

Auch in Wissenschaftskreisen musste das Thema erst mal Fuß fassen. Erst seit den achtziger Jahren ist es einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und wurde von der Politik aufgegriffen. Da war unsere Wirtschaft schon weitgehend so wie sie jetzt ist. Die Umstellung der Wirtschaft von der fossilen auf eine regenerative Energieerzeugung ist das Problem, weil diese Umstellung Zeit braucht. Um die Energie, die wir heute aus Kohle, Öl und Gas erzeugen, mit Sonne und Wind zu produzieren, müssten jede Sekunde 200 Quadratmeter Solarmodule, 100 Quadratmeter Solarheizung und jede Stunde 24 "Drei Megawatt Windkraftanlagen" gebaut werden und das 25 Jahre lang. Kaum zu schaffen und trotzdem kann es gelingen.

Na ja, irgendwie klar, oder? Foto: Udo Schuldt; Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0

Nun, Wind- und Solarenergiehersteller werden also profitieren. Kohle, Öl und Gas zu den Verlieren gehören. Das sind die Fronten. Es ist bekannt geworden, dass viele Leugner von Teilen der Ölindustrie finanziert wurden. Auch die Kohleindustrie hat ein Interesse an der Verschleierung. Wissenschaftsleugner sind vor allem Meister in der Manipulation. Wenn sie sonst keine Ahnung haben, aber das können sie wirklich gut. Die besten Annäherungen an die Wahrheit haben aber die Klimawissenschaften. Die Leugner wollen vor allem verhindern, dass diese Erkenntnisse zu Allgemeinwissen werden. 

Zu den Hauptfinanzierern der politisch weit rechts stehenden Tea-Party-Bewegung der USA werden die beiden Milliardäre David Koch und sein vier Jahre älterer Bruder Charles gerechnet.Ihnen gehören 84 Prozent von Koch Industries, dem zweitgrößten Privatunternehmen der USA. Es betreibt Öl-Raffinerien, Kohleversorger, Chemieanlagen und Holzunternehmen, und hat im Jahr einen Umsatz von etwa 100 Milliarden Dollar. Die Süddeutsche Zeitung folgert: „Die Kochs wollen den totalen Kapitalismus, und sie sind bereit zu kämpfen – gegen ein staatliches Gesundheitssystem, gegen den Klimaschutz und alles andere, das sie für Auswüchse des Sozialismus halten.“ Einer Umfrage vom Oktober 2010 zufolge glauben 53% der Tea-Party-Anhänger, dass der Klimawandel in der Zukunft keine ernsthaften Auswirkungen haben werde. Tea-Party-Aktivisten beteiligten sich an Aktionen, die sich gegen US-Klimaschutzgesetze richteten. Die Tea-Party-Republikaner dominieren auch die US-amerikanische Kongress-Mehrheit, der es bisher gelungen ist effektive Klimaschutzgesetze zu verhindern. Koch Industries und ihre Hauptanteilseigner, David und Charles Koch, unterstützten laut Greenpeace zwischen 1997 und 2008 mit fast 48 Millionen US-Dollar ebenfalls die Arbeit von Gruppierungen, die die globale Erwärmung bzw. deren Ursachen leugnen. 

Bis in die 1990er Jahre und zum Teil noch heute, unterstützten Unternehmen aus dem Kohlebereich klimakritische Studien. Die Global Climate Coalition säte von 1989 bis 2002 gezielt Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur globalen Erwärmung und platzierte Klimaskeptiker in öffentlichen medialen Diskussionen. Mit ExxonMobil beteiligte sich ein Ölunternehmen aktiv an der Verbreitung von Skeptiker-Positionen.Die Union of Concerned Scientists kam in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass ExxonMobil mit einer langfristigen Strategie, die auch Irreführung und Fälschungen beinhaltet, dafür gesorgt hat, dass „wissenschaftliche Erkenntnisse verschleiert, Politiker, Medien und die Öffentlichkeit manipuliert und Maßnahmen zur Eindämmung von Emissionen verhindert wurden“, wie die Financial Times Deutschland berichtet.ExxonMobil hat zu diesem Zweck mit ca. 16 Mio. US-Dollar zwischen 1998 und 2005 ein Netzwerk von 43 scheinbar unabhängigen Organisationen unterstützt, die in der Öffentlichkeit den Konzerninteressen dienende Verwirrung über den Stand der Klimaforschung stifteten. In der Methodik wurde dies mit der langjährigen Verschleierung der Gefahren des Rauchens durch die Tabakindustrie verglichen. 1) 2)

Für Aufsehen sorgte auch das Bekanntwerden eines Treffens in der Zentrale des American Petroleum Institute vom April 1998, auf dem unter Beteiligung des Klimaforschers Fred Singer an PR-Strategien gearbeitet worden war, in der Öffentlichkeit gezielt Unsicherheit über den Stand der Klimaforschung zu verbreiten, um so Einfluss auf politische Entscheidungsträger zu nehmen. An dem Treffen waren auch Vertreter des Ölkonzerns Exxon und konservativer Think Tanks beteiligt. Im Jahr 2003 veröffentlichten Willie Soon und Sallie Baliunas in der Zeitschrift Climate Research einen Aufsatz, in dem sie zur Schlussfolgerung gelangten, dass in der Gegenwart weder die wärmsten Jahre des 2. Jahrtausends noch die Jahre mit den extremsten Wetterereignissen zu finden seien und dass der anthropogene Treibhauseffekt überschätzt werde. Der Herausgeber der Fachzeitschrift, Otto Kinne, und der Chefredakteur, Hans von Storch, distanzierten sich im Nachhinein von dem Aufsatz, da die Lektoren methodische Mängel übersehen hatten. Von Storch trat daher sogar von seinem Posten als Chefredakteur zurück. Auch wurde der Artikel aufgrund der Tatsache kritisiert, dass Soon und Baliunas sowohl vom George C. Marshall Institute finanzielle Unterstützung erhielten, das lange gegen eine Begrenzung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen gekämpft hatte, als auch vom American Petroleum Institute. Zahlreiche Klimaforscher kritisierten den Aufsatz und warfen Soon und Baliunas schwere methodische Fehler vor.Trotzdem wurde die Studie von der damaligen US-Regierung unter George W. Bush als angeblicher Beweis für die Behauptung herangezogen, dass Klimaschutz unnötig wäre. 2)

Bekannte Klimaskeptiker sind häufig überhaupt keine Klimawissenschaftler. Maxeiner und Miersch sind z.B. Journalisten, ebenso wie Kulke von der Zeitung "Die Welt". Manche sind Lehrer oder sie kommen aus anderen Wissenschaften. So Prof. Lüdecke, Herausgeber eines klimaskeptischen Buches. Er ist Professor für Wirtschaftsingenieurwesen. Viele Wissenschaftler, welche angeblich die klimaskeptische Leibziger Erklärung unterschrieben haben, existieren überhaupt nicht. Z.B. Prof. George Stroke, Max Planck Institute for Meteorology, Munich, Germany. Es gibt weder in München ein Max-Planck-Instiut für Meteorologie, noch findet sich unter den Mitarbeitern des einzigen Max-Planck-Instituts für Meteorologie (in Hamburg) ein George Stroke. Oder Dr. Heinz Sundermann, Universität Wien. In der Personensuchliste der ganzen Universität Wien findet sich kein Heinz Sundermann. Auch sonst sind keine Informationen zu ihm zu finden. Andere wiederum arbeiten gar nicht zum Klima, so Christiaan van Sumere, Universität Gent, Belgien. Er ist 79-jährig, leitete vor vielen Jahren ein Biotechnologie-Labor. Gary D. Sharp, Center for Climate/Ocean Resources Study, and Cooperative Institute for Research in the Integrated Ocean Sciences. Er ist Fischereiexperte. Das "Center for Climate/Ocean Resources Study" besteht nur aus Gary D. Sharp, und befindet sich laut Adresse in einem Einfamilienhaus, bewohnt von Gary und seiner Frau Kathleen. Dann gibt es jede Menge angeblicher Institute, so das "Cooperative Institute for Research in the Integrated Ocean Sciences". Darüber findet man überhaupt keine Informationen. Es wird mit fiktiven Institutsnamen Klimaexpertentum vorgegaukelt.

Da ich mich sehr intensiv mit den Leugnern beschäftige, kenne ich inzwischen auch ihre Methoden, die sehr unterschiedlich sind. Es beginnt bei plumpen Fälschungen der Darstellungen, z.B. werden Phantasie-Kurven gezeigt, setzt sich fort mit falschen Auslegungen wissenschaftlicher Daten und geht hin bis zum Ausnutzen wissenschaftlicher Unsicherheiten. Tatsächlich ist die Situation aber sehr klar. Die Unsicherheiten bestehen in Detailfragen und darin, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Je höher die Temperatur der Erderwärmung ausfällt, desto unsicherer werden die wissenschaftlichen Aussagen. Das geben die Wissenschaftler aber auch zu. ABER, dass was man weiß ist schlimm genug!

Es wird häufig behauptet, dass Klimawissenschaftler die Theorie der Erderwärmung aufgebracht hätten, um an Forschungsgelder zu kommen. Das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Klimawissenschaftler sind der Meinung, dass die bisherige Forschung als Grundlage für politisches Handeln ausreicht. Wussten Sie, dass unter dem Klimaskeptiker US-Präsident George Bush doppelt soviel Geld an die Klimawissenschaften floss wie vorher? Das lag daran, dass er, bzw. seine Regierung, der Meinung war, die Ergebnisse der Wissenschaft wären nicht ausreichend. Gewünscht waren jedoch nur Aussagen, welche den menschengemachten Klimawandel relativieren. Seriöse Klimaforschung wurde gleichzeitig unterdrückt. So schreibt die Tagesschau des Schweizer Fernsehens am 18. Februar 2006: "Die staatlichen Forscher stünden unter dem Druck der Bush-Regierung, mit Washingtons umstrittener Klimapolitik kollidierende Daten zurückzuhalten, schreibt der Chefredaktor des bedeutendsten US-Wissenschaftsjournals, Donald Kennedy, in einem Kommentar in der jüngsten Ausgabe seines Blatts." Wenn die Klimawissenschaftler also sagen würden, es sei alles unklar, dann würden sie viel mehr verdienen.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch für Geld arbeite, weil ich es zum Überleben brauche. Es wird auch Geld mit den Erneuerbaren verdient, von dem dann wieder Menschen leben. Und einige leben ganz gut. Es werden aber auch Hunderttausende von Arbeitsplätzen in diesen Bereichen geschaffen. Natürlich darf man nicht Wasser predigen und Wein saufen. Von solchen Verhaltensweisen halte ich auch nicht viel. Ich mag auch Kapitalismus nicht. Aber wir haben ihn noch und die meisten Wähler wählen Parteien die ihn erhalten wollen. Leider sind die Anti-Kapitalisten eine gesellschaftliche Minderheit, jedenfalls in Deutschland und den meisten Ländern der Erde. 

Klimawissenschaftsleugner (Klimaskeptiker) sind mir persönlich ein Graus. Dazu führt eine ganz einfache Überlegung. Angenommen die Leugner haben recht und die Klimakatastrophe findet nicht statt, auch wenn alle zukünftig 10 Milliarden Menschen der Erde einen Lebensstil wie die oberen Zehntausend haben und deshalb in kurzer Zeit sämtliche Kohle, Öl und Gas verfeuern, dann würde es trotzdem nicht schaden, wenn wir Häuser bauen, die keine Energie verbrauchen und stattdessen sogar noch welche erzeugen, wenn wir uns auf Solarenergie stützen, statt auf Atom- und Kohlekraftwerke und der Gesundheit würde Fahrradfahren mehr nützen wie das Auto. Es wäre vielleicht auch ganz schön, wenn wir uns weiterhin an den Wäldern und der Tierwelt erfreuen könnten und nicht alles abholzen, um z.B. den letzten Teersand auszuquetschen um Treibstoffe zu erzeugen. Mit anderen Worten, eine klimafreundliche Technologie würde keinen Schaden verursachen, auch wenn die Klimawissenschaftler sich gewaltig irren und die Klimakatastrophe nicht stattfindet.

Auf der anderen Seite würde aber ein Fortschreiten auf dem fossilen Pfad eine Katastrophe bedeuten, wenn die Klimawissenschaftler doch recht haben. Wenn man also weiter auf Atom- und Kohlekraftwerke setzt und deren Zahl vervielfacht, Verkehrsaufkommen mit Autos und Flugzeugen ansteigen lässt, sich nicht um Verbrauchsreduzierung kümmert, dann führt das in die Katastrophe, wenn die Klimawissenschaft Recht haben sollte.

Also ist man mit einer Politik des Klimaschutzes immer auf der richtigen Seite, unabhängig davon wer recht hat. Häufig wird ja behauptet, dass die Markteinführungshilfen für die Wind- und Solar-Energie zu hoch sind und dass die Kosten die Bürger erdrücken würden. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die fossilen Energieträger erschöpfen zunehmend. Schon heute werden weniger neue Ölquellen entdeckt, als Öl verbraucht wird. Gas, Öl, und Uran werden innerhalb von Jahrzehnten erschöpft sein und die Preise werden massivst ansteigen. Kohle reicht etwas länger. Aber je mehr man den Verbrauch ansteigen lässt, desto schneller werden die Fossilen verbraucht und desto höher steigen die Preise.

Eigentlich hätte jeder einen Vorteil davon, wenn man Häuser bauen würde, die keine Heizung mehr brauchen, außer denen, deren Geschäft der Verbrauch von Heizenergie ist, z.B. von Heizöl oder Kohle. Technisch ist das möglich solche Häuser zu bauen, und es wird heute auch schon tausendfach gemacht, aber die Klimaskeptiker bekämpfen solche Lösungen indem sie sagen, „zu teuer, lass uns lieber die Fossilen verbrennen, das ist billig, die Wirtschaft boomt dann“. Einer der größten Bremser bei den Klimaverhandlungen war Saudi-Arabien und was sagten sie so während der Verhandlungen? Sie sagten, der menschliche Einfluss auf den Klimawandel wäre nicht bewiesen, es gäbe ihn womöglich gar nicht, die Wissenschaft wäre nicht einig. Ist die Vorstellung so weit hergeholt, dass Saudi-Arabien einen Wandel der menschlichen Energieerzeugung, hin zur Sonnenenergie, bekämpft, weil Öl das Geschäft des Landes ist?

Hingegen sind die Malediven, die in wohl einigen Jahren im Meer versinken werden, große Anhänger einer Solargesellschaft, weil sie eben in der Gefahr stehen zu versinken. Leider werden sie tatsächlich versinken, weil die Klimawissenschaftsleugner zu sehr auf der Bremse stehen, nicht so sehr hier in Europa, aber in den USA, was aber viel schlimmer ist, weil die USA pro Kopf die größte Menge CO2 erzeugen. All dies erhöht das Risiko, dass es zu ernsten Konsequenzen führt, zu Klimakatastrophen, die in Afrika schon begonnen haben, wie das Beispiel Tanganjika-See zeigt oder auch das Beispiel Tschad-See oder die Feuer in Russland und Griechenland oder die Überschwemmungen in Pakistan, Indien, China, Polen oder Süddeutschland.

 


1) Quelle: Wikipedia - Tea-Party-Bewegung (Stand: 25.12.2011)
2) Quelle: Wikipedia - Kontroverse um die globale Erwärmung (Stand: 25.12.2011)