Das Jahr 2014 brachte nicht nur die wärmste Atmosphäre, sondern auch die wärmsten je gemessenen Ozeantemperaturen

Ozeane und Atmosphäre stehen in temperaturbedingter Abhängigkeit. Daher sprechen Klimawissenschaftler oft vom gekoppelten Ozean-Atmosphären-System. Da die Ozeane etwa 90% der globalen Erwärmung aufnehmen ist es nicht verwunderlich, dass auch ihre Temperatur zunimmt. Ozeane sind also von den technischen CO2-Emissionen in doppelter Weise betroffen, durch die Ozeanversauerung- und deren Erwärmung.

Todeszonen weltweit
Die roten Punkte bezeichnen Orte sauerstoff-freier und sauerstoff-armer sogenannter Todeszonen in den Weltmeeren. (Grafik: © NASA)

Letzte Woche kam auch von der NASA - für Insider wenig überraschend - die Meldung, das für 2014 die höchsten je gemessenen Temperaturen der bodennahen Lufthülle ermittelt wurden. Weniger bekannt ist, dass die Ozeane ebenfalls so warm sind wie noch nie zuvor. Die honorige englischsprachige Zeitung Guardian schreibt dazu: “The oceans are warming so fast, they keep breaking scientists’ charts.” Auf deutsch in etwa: " Die Ozeane erwärmen sich so schnell, dass sie immer wieder die Rekorde in den Aufzeichnungen der Wissenschaftler übertreffen."

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Die Wärme wird zu 93,4% von den Ozeanen und nur zu 2,3% von der Atmosphäre gespeichert. (Grafik: ScepticalScience; Lizenz: CC-BY-3.0)

Mehr als 90% der von der Erde aufgenommenen und durch die Treibhausgase verstärkten Wärmemenge wird also von den Ozeanen absorbiert. Während die Lufttemperaturen tatsächlich für eine Weile den Eindruck erwecken konnten, dass es eine Erwärmungpause gäbe, nahm die Temperatur der Ozeane in den letzten Jahren sogar beschleunigt zu. Tatsächlich hat es aber auch keine bedeutende Erwärmungspause bei der Lufttemperatur gegeben, wie die folgende Grafik deutlich macht:

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Das Jahr 2014 liegt beinahe im Trend. (Grafik: © NASA)

Über die Problematik der Ozeanerwärmung haben wir auf der Klimaschutz-Netz-Webseite schon häufig berichtet, verbunden damit sind beschleunigte Schmelzvorgänge der Eisschilde, also des nordpolaren Meereises, des Grönlandeises, des west- und ostantarktischen Eisschildes. Die Erwärmung der polaren Gewässer hat offenbar auch bereits zum Schmelzen von Methanhydraten der Festlandssockel geführt, mit dem Effekt, dass CH4 (Methan), ein etwa 25-mal so starkes Treibhausgas wie CO2 frei wird und ebenfalls zur Erderwärmung beiträgt, d.h. diese beschleunigt.

Nord- und Ostsee werden auch immer wärmer. Biologische Veränderungen aufgrund der Wassererwärmung sind dort bereits deutlich erkennbar. Den Kabeljau der Nordsee - zum Beispiel - zieht es in kühlere Regionen, Krebse und Krabben aus südlichen Gebieten hingegen dringen immer weiter vor. In der Ostsee sind riesige Gebiete nahezu sauerstofffrei und voller Schwefelwasserstoff, was ebenfalls durch die Wassererwärmung gefördert wurde.

Dass die Ozeane aufgrund der CO2-Emissionen auch immer saurer werden soll in diesem Artikel nur am Rande erwähnt werden. Aber wie bereits jedes Kind weiß bildet Kohlendioxid zusammen mit Wasser Kohlensäure.

Die Erwärmungs- und Versauerungsproblematik der Ozeane ist ein weiterer wesentlicher Grund um die technischen CO2-Emissionen schnell zu reduzieren.