Am Dienstag, den 24. März 2015, gab es einen neuen Temperaturrekord in der Antarktis

17,5 Grad Celsius im März sind nicht nur die höchste gemessene Temperatur in der Antarktis, auch der Zeitpunkt ist außerordentlich ungewöhnlich. Normalerweise ist es dort im Dezember am wärmsten, denn wenn bei uns Winter ist, dann hat die Antarktis Sommer und wenn bei uns Frühling ist, dann wird es dort eigenlich schon wieder kälter. Dass dort nun solche Höchsttemperaturen auftraten lässt nur die Schlussfolgerung zu, dass die Erderwärmung wieder Fahrt aufgenommen hat.

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(Grafik: © Climate Reanalyzer (http://cci-reanalyzer.org), Climate Change Institute, University of Maine, USA)

Verschiedene Quellen berichteten diese Woche von einem neuen Temperaturrekord in der Antarktis. Dieser wurde bei der argentinischen Esperanza-Basis im Norden der Antarktischen Halbinsel ermittelt. Der bisherige offizielle Rekord - laut WMO - betrug 15 Grad Celsius und wurde 1974 bei der Vanda-Station gemessen.

Der neue Rekordwert ist noch nicht offiziell und muss erst von der WMO bestätigt werden. So ist z.B. das Equipment zu überprüfen. Da nur einen Tag vorher 17,39 Grad Celsius bei der Morambio-Basis gemessen wurden - die etwa 100 km entfernt von Esperanza liegt - kann man aber wohl davon ausgehen, dass diese Messungen verlässlich sind.

Diese Nachrichten reihen sich in eine Serie von Hiobs-Botschaften aus der Antarktis ein. So wurde im letzten Jahr gemeldet, dass Forscher davon ausgehen, dass die Westantarktis nahezu vollkommen abschmelzen und dass infolgedessen der Meeresspiegel unaufhaltsam um 3 m ansteigen wird. Letzte Woche wurde zudem ein Report veröffentlicht, der zu dem Ergebnis kommt, dass der Eisverlust der Westantarktis sich um 70% im letzten Jahrzehnt beschleunigt hat.

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