Vom Thema zum Text

  1. Recherchiere ausführlich zum Thema. Prüfe auch, ob es überhaupt sinnvoll ist zu schreiben, z.B. ob du etwas Neues beiträgst oder einen sinnvollen Diskussionsbeitrag zu einem bestehenden Text leisten kannst.

  2. Je mehr du zu dem Thema weißt, desto mehr Aspekte kannst du beschreiben. Also, informiere dich ausführlich oder schreibe zu Themen mit denen du dich bereits gut auskennst.

  3. Notiere dir Stichworte bei der Recherche, damit du beim Schreiben keine Aspekte vergisst.

  4. Mache dir klar, was du mit deinem Artikel aussagen willst und notiere deine Absicht in einem Satz, z.B. : „Es soll deutlich werden, dass der Schutz der Umwelt eine Aufgabe Aller, aber auch jedes Einzelnen ist!“

  5. Mache dir Gedanken über deine Zielgruppe, d.h. soll es ein Artikel für Wissende oder Laien werden, soll er populär sein oder willst du eine Expertendiskussion führen.

  6. Beginne danach zu schreiben und formuliere so, wie es dir in den Sinn kommt. Achte nicht zu stark auf die Struktur, sondern vermeide alles, was deinen Schreibfluss hemmt. Struktur kann man, im Computerzeitalter, beim Überarbeiten des Textes schaffen.

  7. Vergleiche deinen Text mit deinen Stichworten, ob du alles berücksichtigt hast.


Vom Text zum Artikel

  1. Versetze dich zunächst in die Sicht des Lesers und notiere alle Fragen, die er zu dem Text stellen könnte.

  2. Überarbeite den Text so, dass er diese Fragen beantwortet.

  3. Der Text sollte eine Zusammenfassung zu Beginn, eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss haben. Einleitung und Schluss sollten vom Hauptteil abheben, d.h. sie sollten interessanter und prägnanter sein, wie der Hauptteil.

  4. Sortiere alles nach Wichtigkeit, d.h. das Wichtigste steht am Anfang. Im Internet haben die Menschen keine Muße und sind auf der Suche nach prägnanten Informationen.

  5. Achte dennoch darauf, dass es eine logische Reihenfolge gibt.

  6. Füge Absätze und Zwischenüberschriften ein. Bei kurzen Texten kann man auf Zwischenüberschriften verzichten, bei langen nicht.

  7. Lösche überflüssigen Text, wie Wiederholungen oder Doppelbegrifflichkeiten wie den „weißen Schimmel“.

  8. Vermeide umständliches Deutsch. Statt langer Schachtelsätze ist es manchmal günstiger eine Aufzählung zu verwenden. Sie wirkt auch stärker auf den Leser wie ein Schachtelsatz, weil

    1. sie aus dem Text hervorspringen

    2. sie übersichtlicher sind

    3. sie einprägsamer sind.

  9. Kürze deine Sätze wenn nötig und verwende lieber kurze Sätze im Twitter-Maß von 140 Zeichen. Die lassen sich dann auch gut retweeten.

  10. Vermeide Anglizismen wie „retweeten“, es sei denn sie werden im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet, wie Pullover.

  11. Vermeide Fremdworte und Abkürzungen. Wenn sie sich nicht vermeiden lassen erkläre sie (z.B. in Klammern).

  12. Vermeide Klammern. Manchmal sind Fußnoten günstiger um den Lesefluss nicht zu hemmen.

  13. Erkläre Unbekanntes.

  14. Vermeide das Passiv, z.B. werden Sätze nicht besser, wenn man immer wieder Werden verwendet. Stattdessen verbessere die Sätze durch das Verwenden von Verben wie „verbessern“. Man muss nicht völlig auf das Passiv verzichten. Das ist bei sachlichem Text auch sehr schwierig. Die richtige Mischung macht den Text auch erst interessant.

  15. Prüfe ob sich Sätze konkreter ausdrücken lassen. Anstelle der „Durchführung einer Textkorrektur“ kann man auch „Texte korrigieren“. Hier wirkt das Verb besser wie das künstlich erzeugte Substantiv.

  16. Vermeide Amtsdeutsch und schreibe möglichst umgangssprachlich.

  17. Wenn du einem anderen widersprichst, dann immer aus deiner Perspektive. Schreibe was du darüber denkst, empfindest, wie du es siehst oder erlebst.

  18. Verwende auf gar keinen Fall Verallgemeinerungen, wie „die Deutschen“, „die Christen“, „ die Politiker“, denn Verallgemeinerungen sind fast immer falsch. Benutze auch keine Verabsolutierungen wie „immer“, „ständig“, „nie“. Sie sind auch fast immer falsch. Wenn nötig, dann relativiere sie mit Worten wie „fast“ oder sage „oft“ statt ständig. Schreibe so präzise wie möglich.

  19. Streiche kleine Fieslinge, die bestimmte Lesergruppen kränken sollen. Bleibe so sachlich wie möglich.

  20. Zeige Empathie.

  21. Veröffentliche nie einen Text in Wut.

  22. Korrigiere möglichst viele Rechtschreib- und Grammatikfehler und lasse den Text Korrekturlesen.


Vom Artikel zum Blog-Beitrag

  1. Stelle dem Text eine kurze Zusammenfassung voran, die auch in sozialen Netzwerken wie Facebook aussagekräftig ist. Sie sollte Lust zum Weiterlesen erzeugen.

  2. Setze sinnvolle Absätze und mache diese nicht zu lang.

  3. Füge Fotos ein. Ein Bild sagt manchmal mehr wie tausend Worte.

  4. Hebe wichtige Sätze oder Stichworte fett hervor, aber nicht zu häufig.

  5. Verlinke wenn möglich zu Artikeln unseres Blogs, wenn Begriffe erläutert werden müssen. Wenn nötig setze auch Links zu anderen Seiten. Aber sei sparsam damit.

  6. Setze Links zu Quellen und weiterführenden Texten an das Ende.


Beachte immer das Copyright und verwende am besten nur eigene Texte und Fotos.

Scheitern im Anmarsch? 

So, heute ist der letzte Tag der Klimakonferenz und ich stehe mit gemischten Gefühlen auf. Es geht im Grunde darum, wie sich die Weltgemeinschaft für die Zukunft positioniert. Ob sie es schafft zumindest verbindliche Schritte zu einem umfassenden Abkommen, bis spätestens 2015, zu setzen und damit ein ernsthaftes Zeichen für ein Umsteuern, oder ob die Kapitalinteressen beim Schachern um das Klima wieder einmal siegen werden.


NGO-Proteste im UN-Konferenzzentrum (Foto: adopt a negotiator, Lizenz: CC-BY-ND-2.0)

Die Zeit wird immer knapper für Entscheidungen.

“Achse des Guten“ trotz Klimafinanzierung light?

Heute ist Donnerstag, der vorletzte Tag der UN-Konferenz, ich werde immer müder ... Um 6 Uhr bin ich aufgestanden, bis nachts um halb Eins hatte ich an meinem Blog geschrieben. Dazu kommt die Zeitverschiebung. Ich musste quasi zur Sommerzeit zurückwechseln, in Deutschland gehen die Uhren eine Stunde nach. Entsprechend früher als sonst klingelt hier in Durban der Wecker, was man irgendwie doch merkt.

UN-Klimaverhandlungen  (Foto: UNclimatechange; Lizenz: CC-BY-2.0

Also dann: 7:45 Uhr: Delegationsbesprechung. Das Büro ist in einer Tiefgarage untergebracht und hat mobile Wände, die nach oben offen sind. Es ist sehr heiß, der Beratungsraum ist total überfüllt. Wir nutzen Kopfhörer, da sonst die Berichte nicht zu verstehen sind, weil im nächsten Raum eine andere Delegation auch Beratung hat.

Geplatzter Geldbeutel und gepushte CO2-Verklappung

Heute wieder ab 7:45 Uhr Delegationsbesprechung. Nun sind auch UmweltministerInnen aus Bundesländern eingetroffen: Anita Tack (DIE LINKE) aus Brandenburg, Lucia Puttrich (CDU) aus Hessen und Hans Heinrich Sander (FDP) aus Niedersachsen. Inzwischen liegt ein neuer Text für eine Entschließung vor, wieder mit unzähligen Klammern, also ungeklärten Fragen, zu denen verschiedene Entscheidungsoptionen vorliegen. Die VerhandlerInnen des BMU werden uns morgen mehr dazu berichten. Es gibt einen sogenannten „Presidential Indaba process“ (dort sind ca. 52 Länder beteiligt), die zentrale Teile dieser Entschließung verhandeln. Das Wort „Indaba“ stammt aus Afrika. Es beschreibt einen Ratschlag, der zu einem Konsens führen soll. Eigentlich ist das ja Hauptziel von UN-Konferenzen. Ob es besser gelingt, wenn man Begriffe ethnologisch auflädt?

Lwe total
2000 Kinder erstellen in Durban ein spektakuläres Bild eines Löwen. Eine brüllende Nachricht an die Klimaunterhändler bei COP17 (Foto: Ainhoa Goma/Oxfam; Lizenz: CC-BY-NA-ND-2.0)

In dieser „Gruppe der Wichtigeren“ wird unter anderem die rechtliche Form für eine Vereinbarung intensiver diskutiert.

Umweltminister Röttgen erklärt uns die Zurückhaltung der EU - die bengalische Delegation den Klimawandel vor der Haustür

Auf der Frühbesprechung der deutschen Delegation wird wieder der Verhandlungsstand zusammengefasst. Danach ringen die Arbeitsgruppen der Konferenz sehr heftig um die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel für den globalen Süden. Hier erwarten die Entwicklungsländer endlich ein klares Signal zur Ausgestaltung des Green Climate Fund. Diskutiert werden auch Übergangsentscheidungen bis zur nächsten UN-Klimakonferenz.
Kein Wunder, denn die Verhandlungen hier sind im Kern festgefahren. Zudem sind die künftige Emissionsberichterstattung und deren Kontrolle ein Thema. Und natürlich steht über allem die Frage, welchen Beitrag die Konferenz leisten kann, damit eine Minderung des CO2-Ausstoßes gewährleistet wird, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten– ein Ziel, das immer weiter in die Ferne rückt.

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Das deutsche Delagationsbüro liegt in einer Tiefgarage (© Eva Bulling-Schröter)

Nach dem Briefing lädt das Auswertige Amt der Bundesrepublik die deutschen Umwelt- und Klimainitiativen ein. Wir, die fachlich in unseren Fraktionen für Klimaschutz zuständigen MdBs, sind dabei.

Erster Verhandlungsentwurf und Umweltprojekte in Durban

Die Delegationsbesprechung findet heute früh um 7:45 Uhr im Kongresszentrum statt. Das Büro der deutschen Delegation liegt in einer Tiefgarage.


Demo in Durban: Auf die Leute hören, nicht auf die Verschmutzer! Foto: tcktcktck; Lizenz:CC-BY-NC-SA-2.0

Die einzelnen Referate berichten kurz den Sachstand der Verhandlungen. Es gebe bereits einen Verhandlungstext, der Entscheidungsoptionen für fast alle relevanten Themen beinhalte, erklärt eine Vertreterin des Umweltministeriums. Ohne hier ins Detail zu gehen: Es geht darin offensichtlich um die Weiterführung der umstrittenen Marktmechanismen, aber auch um die Systeme der Klimabeobachtung, um die Einbeziehung von Schiffsemmissionen, sowie um die Behandlung von Nicht-CO2-Gasen, wie HFCKW.

Seit gestern bin ich in Durban. Als ich ankomme gerate ich in den "Global Day of Action". Zahlreiche südafrikanische und internationale Umweltorganisationen sowie kirchliche Gruppen haben dazu aufgerufen. Tausende protestieren in der Stadt gegen den Stillstand bei den UN-Klimaverhandlungen.


Global Day of Action in Durban;Foto: Friends of the Earth; Lizenz: CC-BY-NC-SA-2.0 

Heute Vormittag sehe ich mich erst einmal auf dem UN-Konferenzgelände um. Die meisten Stände der Nichtregierungsorganisationen und sind nicht besetzt. Es sind auch wenige Besucher vor Ort.

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Das Tagebuch der Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter von der COP17-Weltklimakonferenz in Durban.