Im Oktober haben wir die fünfteilige Serie "Widerlegen, aber richtig!" veröffentlicht. Wer mehr zu diesem faszinierenden Thema wissen möchte, dem sei die vor Kurzem veröffentlichte Studie "Misinformation and its Correction: Continued Influence and Successful Debiasing" (Lewandowsky et al) als Lektüre empfohlen.

PSPI-Lösungen

In der Studie wird wesentlich detailierter, als es in fünf kurzen Kapiteln möglich ist, auf die verschiedenen Faktoren eingegangen, die mit Falschinformationen und deren Eliminierung zusammenhängen. Das Widerlegen-Handbuch war absichtlich knapp gehalten und ging nur kurz auf die diversen Studien rund um das Verarbeiten von (Falsch)Informationen ein. Im Oktober wurde die Studie  Misinformation and Its Correction: Continued Influence and Successful Debiasing im Fachmagazin Psychlogical Science in the Public Interest veröffentlicht. Die komplette Studie kann dort kostenlos heruntergeladen werden (in Englisch, aber recht gut zu lesen und verstehen). Die Studie ist eine vollständige Betrachtung der psychologischen Forschungen über Falschinformationen, liefert aber auch praktische Hinweise, die sogar noch prägnanter sind als im Widerlegen-Handbuch.

Vier der Co-Autoren der Studie sind Wissenschaftler, die einen Großteil der Untersuchungen durchgeführt haben - Stephan Lewandowsky (von dem es ein zweiteiliges Interview zur Studie gibt), Ullrich Ecker (der über die Studie in The Conversation & Huffington Post geschrieben hat), Colleen Seifert und Norbert Schwarz. Der fünfte Co-Autor ist John Cook. Die Studie zeigt, wo Falschinformationen herkommen - von Gerüchten, Regierungen, Interessengruppen und - ja - auch aus dem Internet. Es wird auf die psychologischen Untersuchungen eingegangen, die sich damit beschäftigen, weshalb Korrekturen oft nicht verfangen oder sogar nach hinten losgehen.

Zu guter Letzt geben wir spezifische Empfehlungen zum Widerlegen von Falschinformationen. Hierzu gehören eine grafische Zusammenfassung der diversen Probleme, vor denen man auf der Hut sein muss, wenn man Falschinformationen widerlegen möchte sowie Lösungsvorschläge. Herausgekommen ist eine sehr handliche Übersicht, die durchaus bereits ins Widerlegen-Handbuch gepasst hätte! Sollten Sie immer wieder Falschinformationen widerlegen müssen, kann es sich lohnen, die PDF-Datei herunterzuladen und sie in Sichtweite zu platzieren. smiley