Hatten Sie schon irgendwann einmal Probleme damit, die Unsicherheiten beim Thema Klimawandel zu vermitteln? Sind sie frustriert über die Klima-Zweifler, die diese - in jedem komplexen wissenschaftlichen Gebiet vorkommende - Ungewissheit als Rechtfertigung ausnutzen, um politische Antworten hinauszuzögern? Dann ist “Ungewissheit gekonnt vermitteln” der richtige Ratgeber für Sie. Es ist die deutsche Übersetzung des “Uncertainty Handbook”, das im letzten Jahr als Gemeinschaftsarbeit der Universität Bristol und Climate Outreach veröffentlicht wurde. Der Ratgeber wurde von Dr. Adam Corner (Climate Outreach), Professor Stephan Lewandowsky (Universität Bristol), Dr Mary Phillips (Universität Bristol) and Olga Roberts (Climate Outreach) geschrieben. Sie sind alle Experten in ihrem Gebiet und haben Erfahrung mit der Rolle, die Unsicherheiten beim Thema Klimawandel spielen oder wie man sie am besten vermittelt.

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John Cook, Doktorand am Global Change Institute der Universität Queensland, brachte Autoren von sieben früheren Studien über den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel zusammen. Die von diesem internationalen Autorenteam am 13. April 2016 in den Environmental Research Letters veröffentlichte Studie zeigt, dass höhere wissenschaftliche Expertise beim Thema Klimawandel mit einer höheren Übereinstimmung bei der Aussage einhergeht, dass die globale Erwärmung menschengemacht ist. John Cook hatte bereits 2013 festgestellt, dass über 97 Prozent der von Klimaexperten verfassten wissenschaftlichen Studien darin übereinstimmen, dass die globale Erwärmung menschengemacht ist. Die Mitverfasserin der aktuellen Studie Professorin Naomi Oreskes von der Harvard Universität merkt an, dass diese frühere Studie heftig kritisiert wurde und Kritiker behaupteten, dass die Höhe des Konsens viel niedriger als 97 Prozent sei.

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Grafik 1 fasst die Studien zum wissenschaftlichen Konsen über die von Menschen verursachte globale Erwärmung zusammen, die die Expertenmeinung von in Fachjournalen publizierenden Klimawissenschaftlern oder fachlich begutachtete Klimastudien analysierten. (Quelle: SkS)

Unternehmen der fossilen Treibstoffindustrie haben viele Millionen Dollar dafür ausgegeben, die Öffentlichkeit über den Klimawandel in die Irre zu führen. Die Rolle der Verbandsinteressen in Bezug auf das Leugnen der Klimawissenschaften ist aber nur eine Hälfte des Bilds. Das Interesse an diesem Thema wurde durch die jüngsten Enthüllungen über das Bergbauunternehmen Peabody Energy angeheizt. Nachdem Peabody Konkurs angemeldet hatte, wurden Dokumente öffentlich bekannt, die den Umfang von Peabodys Finanzierung Dritter enthüllten. In der Liste der Empfänger der Zuwendungen tauchen Wirtschaftsverbände, Lobbygruppen und den Klimawandel anzweifelnde Wissenschaftler auf.

Leugnen des Klimawandels 3 
Die englische Version dieses Artikels von John Cook wurde zuerst in The Conversation veröffentlicht. Hier geht es zum Originalartikel.The Conversation(Grafiktext: KSN, Foto: smial, Lizenz: Freie Kunst)

Vorbemerkung: Das Heartland Institute ist eine libertäre Denkfabrik in den USA, die den von uns verursachten Klimawandel vehement abstreitet. In Deutschland eifert ihnen "EIKE" - das "Europäische Institut für Klima und Energie" nach und zwar mit den gleichen falschen Behauptungen, wie in EIKES aktuellen Verlautbarungen nachzulesen ist.

In Briefkästen vieler Lehrer, die in den USA naturwissenschaftliche Fächer unterrichten, landete in letzter Zeit ein Pamphlet vom Heartland Institute mit dem Titel "Warum sich Wissenschaftler bei der globalen Erwärmung nicht einig sind." Die Lüge im Titel gibt bereits eine gute Vorschau auf den Inhalt des Buchs. Die zahlreichen spezifischen Mängel dieser nadelstichartigen Attacken auf den wissenschaftlichen Konsens verschleiern den grundsätzlichen Fehler: das Fehlen einer in sich stimmigen Erklärung der Klimadaten.

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Ein Wortkessel ist noch keine Geschichte. (Diese Wörter stammen aus dem Heartland Pamphlet.)

Halten Sie Vorträge über den Klimawandel, werden Sie regelmäßig mit Falschinformationen über den von uns verursachten Klimawandel konfrontiert oder interessiert es Sie einfach, welche Behauptungen immer wieder gemacht werden, obwohl sie bereits mehrfach widerlegt wurden? In allen diesen Fällen kann Ihnen die in diesem Artikel vorgestellte Foliensammlung helfen.

Ein guter Einstieg ins Thema ist der ebenfalls im KSN erschienene Artikel "Mythen zerschlagen: Eine praktische Anleitung dem Leugnen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu begegnen". Er erklärt die Struktur einer erfolgreichen Widerlegung bestehend aus Nennung des Fakts, Erwähnung - mit Warnung! - des Irrglaubens und abschließender Erklärung des Trugschlusses (abgekürzt "F-I-T" auf deutsch bzw "F-M-F" für "Fact-Myth-Fallacy" auf englisch). Der (englischsprachige) Artikel von John Cook "Inoculation theory: Using misinformation to fight misinformation" erklärt zusätzlich die Grundzüge der "Inokulationstheorie", die ich gerne als "Impfungs fürs Hirn" bezeichne.

FIT-StrukturAbbildung 1: Elemente einer erfolgreichen Widerlegung (Anklicken für größere Version)