Das Klimaschutz-Netz (KSN) möchte ein Netzwerk für alle Menschen sein, die sich für den Klimaschutz engagieren. Während viele Webseiten vor allem ihre eigenen Projekte im Auge haben, will KSN besonders die Projekte der Anderen vorstellen. Wir wollen "Das Netz" für den Klimaschutz sein, das Verbindende betonen und zu gemeinsamem Handeln ermuntern. Darum kommen unsere Aktiven auch aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und darum sind die Administratorinnen und Administratoren, die hinter den Kulissen wirken, sehr unterschiedlich in ihrem Denken und Handeln. Aber wer sind die Menschen, die Tag für Tag diese Arbeit machen ohne dafür Geld zu bekommen? Wir stellen nun immer Sonntags einen von uns vor, damit deutlich wird, wer hinter dem Klimaschutz-Netz steht. Heute folgt ein Interview mit Cornelia Daniel-Gruber.

Cornelia Daniel Gruber
Auf dem Foto: Cornelia Daniel-Gruber (© Bubu Dujmic)

KSN: "Cornelia, du bist seit einem Jahr aktiv als Administratorin des Klimaschutz-Netzes. Inzwischen sind wir ja schon zehn Engagierte, aus vielen deutschsprachigen Gegenden. Was hat dich dazu bewegt dich für den Klimaschutz einzusetzen und wo ist dein Wirkungskreis?"

Cornelia: "Ist das tatsächlich schon ein Jahr? Wahnsinn!
Hier dabei beim Klimaschutz-Netz bin ich, da du mich als Mitgründerin des Energieblogger Netzwerkes gefragt hast, ob ich mich auch hier einbringen möchte. Was ich so gut es meine Zeit zulässt sehr gerne mache. Wie ich zum Klimaschutz gekommen bin ist eine ziemlich lange Geschichte aber ich versuche mich kurz zu halten. Zum ersten Mal in Berührung damit kam ich so um 2007 herum, ich habe mich dann wahnsinnig lange mit allen möglichen Berichten dazu beschäftigt und kam zu dem Schluss, dass ich eigentlich gar nichts weiß und je nachdem welche Meinung man gerade vertritt, diese Meinung im Internet auch bestätigt bekommt. Wenn man also nach Bestätigung sucht, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist, dann findet man diese Information auch. Sogar mit vermeintlich wissenschaftlichen Stempeln drauf. Ich habe mich dann einige Jahre in Veröffentlichungen zu diesem Thema zurückgehalten und mich auf mein Spezialgebiet der Solarenergie konzentriert, da diese ja ein Teil der Lösung des Problems ist, anstatt Energie darauf zu verwenden Leute vom Klimawandel zu überzeugen. Über die Jahre wurde das Bild aber immer klarer und ich traue mir zumindest schon zu mitzureden, auch wenn es einfach anmaßend wäre zu behaupten die Klimawissenschaft zu verstehen. Ich habe gelernt mich an Aussagen zu halten, die von Menschen kommen, die wissen wovon sie reden. Deshalb engagiere ich mich durch meine Arbeit, die den Traum von 100% erneuerbaren Energien enthält für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem, welches das CO2-Problem nicht negieren kann und darf. Leider ist die hohe Politik nicht mal annähernd in der Lage mutige Entscheidungen in diese Richtung zu fällen. Mein Wirkungskreis ist vor allem in Österreich wo ich mein Unternehmen Dachgold aufgebaut habe, aber auch Deutschland wo ich als Chefredakteurin einen der größten Energieblogs des Landes, die „Ecoquent-Positions“,  betreue und auch die Wärmewende neben der Energiewende voranbringen möchte."

KSN: "Wie sieht dein Engagement konkret aus? Wie handelst du in der Freizeit und im Beruf um den Klimaschutz voranzubringen?"

Cornelia: "Ich habe das Glück, dass ich meine Berufung zum Beruf machen konnte. Ich liebe die Sonne und alles was mit Erneuerbaren Energien zu tun hat. Du kannst dir gar nicht vorstellen mit welcher Euphorie ich gut gemachte Energiestudien verschlinge. Achtung Nerdalarm ;-). Ich versuche diese Begeisterung durch meine Artikel auch Menschen zugänglich zu machen, die nichts von der Materie verstehen. Mein großer Vorteil dabei: Ich weiß wie diese Menschen ticken, weil ich selbst eine davon war - bin gelernte Betriebswirtin. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie lange ich gebraucht habe das Konzept von kWh und kW zu verstehen oder wie viele Jahre ich nun schon zugebracht habe die Kostenstrukturen der Energieträger zu durchblicken oder den Treibhauseffekt zu verstehen. Im privaten Leben versuche ich natürlich auch meinen Beitrag zu leisten. Mein größter Traum ist es nie ein eigenes Auto zu brauchen und bin stolz drauf erst einmal im Leben getankt zu haben und das vor mehr als 10 Jahren. Ich bin dafür begnadete Mitfahrerin und Radlerin, wenn ich mich selbst fortbewegen muss. Fleisch gibt’s meist nur am Wochenende und ich habe es endlich geschafft in einer Niedrigenergiewohnung zu leben. Mein größter Schwachpunkt ist, dass ich durch meine Arbeit 4-5 x im Jahr fliegen muss. Natürlich kompensiere ich die Flugmeilen, aber das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier hoffe ich, dass Richard Branson mit Virgin Unite eine Lösung findet, oder fliegen eben den Preis bekommt, den es nach dem Kostenwahrheitsprinzip haben müsste. Kostenwahrheit halte ich überhaupt entscheidend für unsere Energiezukunft."

KSN: "Glaubst du, dass dein Engagement etwas bewirken kann?"

Cornelia: "Es macht mir fast ein wenig Angst wie viel einzelne Personen bewirken können. Man sieht das vor allem auf der negativen Seite, weil Zerstörung so viel einfacher als Aufbau ist, aber auch im Aufbau und der Erneuerung sind es einzelne Personen bzw. viele einzelne Personen, die etwas bewirken. Eine starke Persönlichkeit kann so viel mehr verändern, als sie sich vorstellen kann. Mein großes Vorbild ist und war Hermann Scheer, den ich fast als so etwas wie einen Mentor bezeichnen würde. Ich durfte ihn viele Male persönlich treffen und von ihm lernen und wir wissen ja, was er in Deutschland auf die Beine gestellt hat. So eine Figur für die Welt braucht es jetzt. Ich persönlich denke, dass ich durch meine Arbeit für die Solarenergie und die Medienwelt der Erneuerbaren einiges bewirken kann. Es sind auch gerade einige Projekte in den Startlöchern, die das Potenzial zur Richtungsänderung hätten ;-)."

Cornelia Daniel-Gruber kommt aus Österreich und ist Gründerin der Solarberatung Dachgold , Erfinderin des Gestehungskostenrechners, Mitgründerin der Medienagentur Corporate-Interaction.com und der Energieblogger.


Interviews mit anderen KSN-Aktiven finden Sie auf der Übersichtsseite zu dem Thema