Das Klimaschutz-Netz (KSN) möchte ein Netzwerk für alle Menschen sein, die sich für den Klimaschutz engagieren. Während viele Webseiten vor allem ihre eigenen Projekte im Auge haben, will KSN besonders die der Anderen vorstellen. Wir wollen "Das Netz" für den Klimaschutz sein, das Verbindende betonen und zu gemeinsamem Handeln ermuntern. Darum kommen unsere Aktiven auch aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und darum sind die Administratorinnen und Administratoren, die hinter den Kulissen wirken, sehr unterschiedlich in ihrem Denken und Handeln. Aber wer sind die Menschen, die Tag für Tag diese Arbeit machen ohne dafür Geld zu bekommen? Wir stellen nun wieder einen von uns vor, damit deutlich wird, wer hinter dem Klimaschutz-Netz steht. Es folgt ein Interview mit Udo Schuldt.


(© Udo Schuldt)

KSN: "Udo, du bist einer der Gründer des Klimaschutz-Netzes und seit Jahren aktiv als Administrator. Was hat dich dazu bewogen dich für den Klimaschutz einzusetzen und wo ist dein Wirkungskreis?"

Udo: "Also, Ausgangspunkt meines Engagements waren wohl vor allem die Pläne zur Errichtung von Kohlekraftwerken in Deutschland. Das Klimaschutz-Netz wurde vor ungefähr 6 Jahren von einigen Lesern der Webseite "Wir-Klimaretter.de" gegründet. Es sollte ein Diskussionsforum für den Widerstand gegen fossile Energiegewinnung sein. Die anderen Gründer von damals sind leider heute nicht mehr dabei. 2009 wurde dann unsere Facebook-Seite gestartet, diese ist seitdem auch mit Twitter verknüpft. Für mich ist KSN auch der Schwerpunkt meines Engagements. Mein sonstiger "Wirkungskreis" ist Hamburg."

KSN: "Wie sieht dein Engagement konkret aus?"

Udo: "Vor allem betreue ich die Webseite www.klimaschutz-netz.de, sorge für die Veröffentlichung von Texten und schreibe selbst Artikel dazu. Außerdem schaue ich häufig auf die Facebook-Seite und diskutiere dort mit. Wichtig fand ich unsere Mitgliedschaft bei den Energiebloggern, die von mir aktiv gefördert wurde. In diesem Bündnis würde ich mich auch gerne mehr engagieren, schaffe es aber leider zeitlich kaum, da mein Hauptberuf "Flugzeug-Ingenieur" ist. Bei allen von uns Admins ist der Einsatz für den Klimaschutz ehrenamtlich. Es wäre schön, wenn wir den Admins und Autoren eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen könnten, aber die Einnahmen aus der Werbung sind so gering, dass das kaum die laufenden Kosten deckt, weil wir - als Klimaschutz-Netz - den größten Teil der Werbeeinnahmen an Solarprojekte in der 3. Welt spenden.

Im wirklichen Leben - die andere Aktivität bezieht sich ja vorwiegend auf den virtuellen Raum - versucht meine Familie sich möglichst umweltfreundlich  zu verhalten. Selbstverständlich beziehen wir Ökostrom und haben auch kein Auto. Meine letzte private Flugreise machte ich 1976. Im Haushalt - wir haben eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus - sparen wir Strom indem wir energiesparende Geräte und LED- und Energiesparlampen verwenden. Seit über einem Jahr lebe ich vorwiegend vegetarisch, vor allem wegen der Klimawirkung der Nutztierhaltung, aber auch aus Tierschutzgründen, meine Frau macht das schon länger. Das ist jedoch kein Dogma. Wenn uns mal eine Wurst angeboten wird, dann schlagen wir sie nicht aus. Außerdem haben wir den größten Teil unserer Ersparnisse in Windenergie- und Solaranlagen investiert - aber vor allem in Windenergie."

KSN: "Wie handelst du in der Freizeit und im Beruf um den Klimaschutz voranzubringen?"

Udo: "Meine Freizeit geht vor allem für die beschriebenen Tätigkeiten drauf. Gerne würde ich mehr in der Partei "DIE LINKE" machen, aber dafür reicht die Zeit nicht. Hin und wieder rege ich eine kleine Anfrage im Bundestag an, die dann unsere Herausgeberin - die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter - an die Bundesregierung stellt.

Im Beruf ist der Einsatz für den Klimaschutz schwierig. Innerhalb von AIRBUS kann man zwar relativ viel sagen - auch Kritisches - und da habe ich auch schon zum Thema Umwelt auf Betriebsversammlungen gesprochen. Aber in der Öffentlichkeit darf man sich nicht äußern, jedenfalls nicht negativ, das verbietet die sogenannte Treuepflicht gegenüber seinem Arbeitgeber. Wenn man gegen die verstößt kann man gekündigt werden. "

KSN: "Glaubst du, dass dein Engagement etwas bewirken kann?"

Udo: "Schwer zu sagen, das ist zu hoffen. Unser Engagement ist im Zusammenhang mit dem Engagement anderer Menschen, für andere Webseiten zum Thema Klimaschutz, Anti-Kohle, Anti-Atom und von Aktiven aus Umweltinitiativen und Naturschutzorganisationen zu sehen. Nach dem Motto: "Viele kleine Menschen, die viele kleine Dinge tun, verändern das Gesicht der Welt". In diesem Sinne bin ich auch dankbar für meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter bei KSN."

KSN: Udo, vielen Dank für das Interview.


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