#Gebäude

  • „Frankfurter 10-Punkte-Plan für die Umsetzung von Klima- und Ressourcenschutz in Ballungsräumen“

    Uni-Wissenschaftler mahnen massive Veränderungen des Lebensstils, Plusenergiegebäude, mehr Fahrrad- und Fußgängerverkehr sowie einen gestärkten ÖPNV an

    Im Bewusstsein der Verantwortung für kommende Generationen und vom Forschergeist getrieben, fordern die Wissenschaftler/-innen des Frankfurter Forschungsinstituts für Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik (FFin) die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, das Wissen zum Klimaschutz zu nutzen. Weil Klimaschutz zum zentralen Handlungsfeld geworden ist, hat das FFin der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) einen Maßnahmenkatalog erstellt. Der „Frankfurter 10-Punkte-Plan für die Umsetzung von Klima- und Ressourcenschutz in Ballungsräumen“ umfasst Stadt-Entwicklung, Kreislaufwirtschaft, Gebäudesanierung, Energieplus-Standard bei Neubauquartieren, Energieerzeugung, Strom- und Wärmespeicher, Nachhaltige Mobilität, Smart City sowie Bio-Ökonomie.

    Stellvertretend für das FFin nehmen Prof. Dr. Martina Klärle1), Professorin für Landmanagement mit dem Forschungsschwerpunkt Erneuerbare Energien und Vizepräsidentin für Forschung, Weiterbildung und Transfer der Frankfurt UAS, und Prof. Dr. Hans Jürgen Schmitz2), Professor für technische Gebäudeausrüstung, Stellung zum 10-Punkte-Plan.

    Martina KlaerleProf. Dr. Martina Klärle (Foto © Benedikt Bieber, Frankfurt UAS)

  • Baugenehmigungen: Zwei Drittel der neuen Wohngebäude werden mit Erneuerbaren heizen

    • Anteil der erneuerbaren Energien steigt von 57 % auf 66 % (Januar bis November 2021 gegenüber Vorjahreszeitraum)

    • Gasheizung verliert an Bedeutung: Anteil sinkt von 33 % auf 24 %

    • Energieverbrauch privater Haushalte für Heizung binnen zehn Jahren deutlich gestiegen

    WIESBADEN – Beim Planen neuer Wohngebäude setzen Bauherrinnen und Bauherren in Deutschland deutlich stärker auf erneuerbare Energien als Hauptenergiequelle. Zwei Drittel (65,5 %) der von Januar bis November 2021 genehmigten 118 000 Wohngebäude sollen primär mit erneuerbaren Energien geheizt werden. Im Vorjahreszeitraum hatte der Anteil noch bei 57,0 % der 113 600 genehmigten Wohngebäude gelegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Bei der Warmwasserbereitung wird noch häufiger auf erneuerbare Energieträger gesetzt: In 68,9 % der von Januar bis November 2021 genehmigten Wohnungen war dies der Fall. Im Vorjahreszeitraum sollte noch bei 62,1 % der genehmigten Wohnungen Warmwasser primär mit Hilfe Erneuerbarer bereitet werden. Besonders häufig sollen in beiden Fällen Umweltthermie und Geothermie mittels Wärmepumpen zum Einsatz kommen, aber auch Solarthermie oder Biomasse sollen genutzt werden.

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    (Zum Vergrößern auf das Bild klicken!)

  • Erneuerbare Heizungsenergie führend im Neubau

    Die erneuerbaren Energien wurden im Jahr 2020 erstmals in mehr als der Hälfte (50,5 %) der Neubauten zum Heizen eingesetzt +++ 39 % der im Jahr 2020 gebauten Wohngebäude heizen mit Erdgas

    WIESBADEN – Mit dem Beginn der Heizperiode geraten die Kosten für die verwendeten Energieträger besonders in den Fokus – allen voran das Erdgas. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren von den im Jahr 2020 knapp 113 000 neu errichteten Wohngebäuden 39 % mit einer Gasheizung ausgestattet. Damit war Erdgas hier die zweitwichtigste primäre Energiequelle nach Wärmepumpen.

    Der Trend zum fossilen Energieträger Erdgas ist seit Jahren rückläufig: Im Jahr 2010 lag der Anteil der Neubauten, die mit Gas beheizt wurden, noch bei 53 %, im Jahr 2000 sogar bei 74 %. Weitere fossile Energieträger zum Heizen sind Öl und teilweise auch Strom. Ölheizungen stellen in neu gebauten Wohngebäuden mittlerweile eine Seltenheit dar: 2020 waren lediglich 0,7 % der Neubauten mit einer Ölheizung ausgestattet, 20 Jahre zuvor war es noch fast jede fünfte (20 %).

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  • Förderung zur energieeffizienten Sanierung von Gebäuden startet ab morgen wieder

    Ab morgen, 22. Februar 2022 können wieder neue Anträge bei der KfW für Sanierungsmaßnahmen gestellt werden. Die Sanierungsförderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet damit wieder. Die Förderbedingungen für Sanierungsmaßnahmen bleiben unverändert.Gebäudesanierung Auch Altbauten können zu Passivhäusern werden, wie diese Häuser aus Hamburg (Foto: Udo Schuldt)

  • Klima-Notlage im Gebäudesektor

    Deutsche Umwelthilfe fordert Klima-Booster für Gebäude und legt Eckpunkte für ein Sofortprogramm vor

    Klima-Notlage im Gebäudebereich immer dramatischer: Allein im Jahr 2021 hat der Sektor laut Prognosen seine Zielvorgaben um 12 Millionen Tonnen CO2 verfehlt +++ Eröffnungsbilanz Klimaschutz der Bundesregierung enthält keine ausreichenden Maßnahmen, um die Ziele zu erreichen +++ DUH fordert Anpassung der Bau- und Sanierungsstandards auf klimazielkompatibles Niveau und weitere Sofortmaßnahmen von Klimaminister Habeck und Bauministerin Geywitz

    Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute Eckpunkte für ein Klimaschutz-Sofortprogramm im Gebäudebereich vorgelegt. Darin listet sie die wichtigsten Maßnahmen auf, die nun schnellstmöglich umgesetzt werden müssen. Eine Woche nach der Eröffnungsbilanz der neuen Bundesregierung fordert die DUH Klimaminister Robert Habeck und Bauministerin Klara Geywitz auf, mit diesen Maßnahmen auf die verheerende Klimabilanz des Gebäudesektors zu reagieren. Nach Prognosen der Bundesregierung wird der Gebäudebereich sein Klimaziel zum zweiten Mal in Folge verfehlen. Demnach wurden 2021 etwa 12 Millionen Tonnen CO2 zu viel ausgestoßen. Bis 2030 kumuliert sich die Klimalücke nach heutigem Stand somit auf mehr als 150 Millionen Tonnen CO2. In der Eröffnungsbilanz von vergangener Woche ist die Bundesregierung bisher sehr vage zu Maßnahmen im Gebäudesektor geblieben und hat keine Instrumente vorgestellt, die sofort wirksam werden. 
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    Wärmebild eines gut wärmegedämmten Hauses (Passivhaus), im Hintergrund ein schlecht gedämmtes Gebäude (Foto: Passivhaus Institut, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

  • Offener Brief an die neue Bauministerin

    Architects for Future und Deutsche Umwelthilfe fordern gemeinsam mit Verbänden und Wissenschaft die nachhaltige Bauwende für den Klimaschutz 

    • Geplante Wohnbauoffensive mit jährlich 400.000 neuen Wohnungen muss klimagerecht, ressourcenschonend und kreislaufgerecht umgesetzt werden
    • Nationale Klimaschutzziele nur erreichbar, wenn alle Klimaschutz- und Ressourcenschutzpotenziale des Bausektors genutzt werden
    • Öffentliche Hand muss endlich Vorreiterrolle im umweltgerechten Bauen einnehmen und nachhaltiges Bauen zum Standard machen, so die Verbände

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    Schon 2006 konnte man Mehrfamilienhäuser in Passivhausbauweise errichten, gegenwärtige Neubauten sollten diesen Standard noch übertreffen können (Foto: Public Domain)

  • So bekommen wir klimaneutrale Gebäude bis 2045

    Höhere Anforderungen und bessere Förderung: So schafft die Politik bis 2045 einen CO2-neutralen Gebäudebestand

    Ein neuer Zukunftsimpuls des Wuppertal Instituts zeigt, welche Weichen die Politik stellen muss, um den Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral zu machen. Im Fokus stehen höhere Effizienzanforderungen für Bestands- und Neubauten, ein schnellerer Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen, höhere Anreize und bessere Unterstützung für Gebäudebesitzerinnen und -besitzer sowie warmmietenneutrale Sanierungen, um Mieterinnen und Mieter vor einer Überlastung zu schützen.

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    (Grafik © Wuppertal Institut)

  • So geht Klimaneutralität 2045

    Was der erste Modellvergleich für Deutschland zeigt

    Um Deutschland in weniger als 25 Jahren klimaneutral zu machen, muss die nächste Bundesregierung sehr schnell sehr viel auf den Weg bringen. Das zeigt der Ariadne-Szenarienreport, der Transformationspfade zur Klimaneutralität 2045 erstmals im Modellvergleich ausbuchstabiert. Die Studie von mehr als 50 Forschenden aus mehr als 10 Instituten belegt: Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne müsste bis 2030 etwa 50 % größer sein, als bislang angepeilt. Der Ausstieg aus der zunehmend unwirtschaftlichen Kohle würde auf einem Kurs zur Klimaneutralität bereits um 2030 erfolgen. Erhebliche zusätzliche Kraftanstrengungen sind notwendig, um die Sektorziele für Industrie, Gebäude und Verkehr zu erreichen.

    REpower 5 Megawatt Offshore
    Allem voran muss ein massiv beschleunigter Ausbau von Wind- und Sonnenergie erfolgen (Foto: Public Domain)

  • Wärmedepot im Erdreich

    Abwärme in der Erde speichern und wiederverwenden

    An der Empa in Dübendorf entsteht der zukunftsorientierte Forschungscampus «co-operate» – ein Gebäudekomplex, in dem wegweisende Forschung betrieben wird und der zugleich selber Objekt der Forschung ist.

    Erdwaerme Baustelle
    Die Baustelle von «co-operate» in Dübendorf. (Foto © Empa)