#Umweltschutz

  • Schutz von Menschenrechten vertagt

    Brüssel schiebt EU-Lieferkettengesetz auf die lange Bank – europäische Zivilgesellschaft protestiert bei EU-Kommission

    Berlin. Die Europäische Kommission hat ihr Vorhaben, Unternehmen zu mehr Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards in ihren Lieferketten zu verpflichten, ohne Angabe von Gründen vertagt. Der ursprünglich für Juni 2021 geplante Entwurf für ein EU-Lieferkettengesetz verschiebt sich damit bereits zum dritten Mal. In einem heute veröffentlichten offenen Brief rufen die Initiative Lieferkettengesetz und zahlreiche weitere zivilgesellschaftliche Organisationen aus ganz Europa Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu auf, sich hinter das EU-Lieferkettengesetz zu stellen und den Prozess transparenter zu gestalten.

    Offener Brief
    Briefkopf des offenen Briefes 

  • Studie der Uni Bonn: Fleischarme Kost hat viele Vorteile

    Was ist besser: den Fleischkonsum moderat zu reduzieren und mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu essen, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung anrät? Es unseren südlichen Nachbarn nachzutun und öfter mal zu Fisch und Meeresfrüchten zu greifen? Oder gar komplett auf vegane Ernährung umzustellen? Eine neue Studie der Universität Bonn zeigt, dass die Antwort auf diese Fragen nicht so eindeutig ausfällt, wie man denken könnte – je nachdem, welche Auswirkungen man sich genau anschaut. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Science of The Total Environment erschienen.

    Fleischauslage
    Fleischauslage im Supermarkt (Foto © Juliana Paris/ Uni Bonn)

  • Sudie stellt MSC-Siegel für Fischerei in Frage

    Blaues Siegel für Fischprodukte aus überfischten Beständen kratzt an Glaubwürdigkeit des Marine Stewardship Council (MSC)

    Neue interdisziplinäre Studie zeigt Grenzen MSC-zertifizierter Fischbestände im Nordostatlantik auf

    Viele europäische Fischbestände gelten als überfischt oder sind von Überfischung bedroht. Das blaue MSC-Siegel auf Fischprodukten soll garantieren, dass der Fisch aus geprüfter umwelt- und bestandsschonender Fischerei stammt und Verbrauchern damit Sicherheit beim Einkauf vermitteln. In einer interdisziplinären Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen die Verlässlichkeit des MSC-Siegels an nordeuropäischen Fischbeständen geprüft. Ihr Ergebnis: Mehr als zehn Bestände wurden stärker befischt als ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar wäre. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift Marine Policy erschienen.

    Geomar Foto
    Wissenschaftler untersuchen Fischbestände. Eine neue Studie fordert die Aussetzung einer Zertifizierung mit Ökolabels von überfischten Beständen. (Foto: © GEOMAR)

  • TTIP-Leaks: Handelsabkommen könnte Umweltstandards auch rückwirkend aushebeln

    Selbst rückwirkend könnte das umstrittene Handelsabkommen TTIP bestehende Standards und Regularien zum Schutz von Umwelt und Verbrauchern kippen.

    Dies belegt die Analyse der kürzlich von der Pressestelle von Greenpeace Niederlande veröffentlichten Verhandlungstexte. Diese Gefahr hatten  Bundesregierung und EU-Kommission bisher bestritten. Die veröffentlichten TTIP-Texte belegen, dass die US-Seite Mechanismen vorschlägt, um etwa auch die Kennzeichnung von Lebensmitteln oder Regeln zu Erneuerbaren Energien als Handelshemmnis einzustufen. Im Kapitel zur regulatorischen Kooperation fordern die USA, dass Regularien, die den Handel hemmen, auch nachträglich zurück genommen werden dürfen. Es ist das erste Mal, dass große Teile der bislang geheimen US-amerikanischen TTIP-Positionen öffentlich werden.

    Anti TTIP Demonstration
    Anti-TTIP-Demo in Hannover (Foto: Bernd Schwabe; Lizenz: CC-BY-SA-4.0)

     

  • Überwiegend energiefressende #Dienstwagen

    Ernüchterndes Ergebnis des 9. Dienstwagenchecks: Nur jeder fünfte Spitzenpolitiker fährt klimaverträglich

    Deutsche Umwelthilfe kritisiert: Wechsel hin zu emissionsarmen Dienstlimousinen dauert zu lange – Neben Hamburg und Bremen hält mit Rheinland-Pfalz erstmals auch das Kabinett eines Flächenlands den CO2-Grenzwert ein – Schlusslicht bei den Bundesländern und Parteien sind die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung und die CSU – Bundesminister weiterhin keine Vorbilder bei der Wahl des Dienstwagens.

     Audi A6 A8 Cebit
    (Foto: © Holzmann / DUH)
  • Verbreitete Unwissenheit über #Quecksilber aus #Kohle

    Bundesregierung klärt nicht genug über Quecksilbergefahr auf

    Greenpeace-Umfrage: Gesundheitsrisiken durch Kohlekraftwerke werden deutlich unterschätzt

    Hamburg. Vier von fünf Deutschen wissen nicht, dass Braunkohlekraftwerke große Mengen giftigen Quecksilbers ausstoßen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der unabhängigen Umweltschutzorganisation Greenpeace. Quecksilber wird über die Nahrungskette und speziell über den Verzehr von belastetem Fisch aufgenommen. Auch die Gesundheitsgefahr für Kinder durch quecksilberbelastete Fische ist der Mehrheit der Deutschen unbekannt.

    Großkrotzenburg Kraftwerk Staudinger
    Kohlekraftwerke emittieren sehr viel Quecksilber (Foto: Public Domain)

  • Wegwerfbecher sind ein wahrer Fluch für die Umwelt

    Deutsche Umwelthilfe startet Kampagne gegen Abfallflut durch Coffee to go-Becher

    Mit ihrem Projekt „Becherheld – Mehrweg to go“ wirbt die DUH für wiederverwendbare Alternativen zu Einwegbechern und für ein Ende der Wegwerfmentalität – Die Umweltorganisation fordert eine Abgabe auf Einwegbecher in Höhe von 20 Cent

    Berlin. Der seit Jahren zunehmende Wegwerftrend durch Coffee to go-Becher vergeudet wertvolle Ressourcen und belastet sowohl Umwelt als auch Klima. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) präsentiert mit ihrer gestern gestarteten Kampagne „Becherheld – Mehrweg to go“ Lösungen, die dazu beitragen, den hohen Verbrauch an Einweg-Kaffeebechern zu verringern. Gleichzeitig richtet sich die Kampagne an Verbraucherinnen und Verbraucher, um sie für die Umweltauswirkungen von Coffee to go-Bechern zu sensibilisieren und für die Nutzung umweltfreundlicher Mehrwegalternativen zu gewinnen.

    Becherheld
    Montage DUH: fotolia (alphaspirit/opallo.de)/Krautz/DUH

  • Weitere Argumente für Meeresschutzgebiete in der Antarktis

    Weltweit größtes Fischbrutgebiet entdeckt

    Forschende weisen etwa 60 Millionen Nester antarktischer Eisfische auf 240 Quadratkilometern im Weddellmeer nach

    Nahe dem Filchner-Schelfeis im Süden des antarktischen Weddellmeers hat ein Forschungsteam das weltweit größte bislang bekannte Fischbrutgebiet gefunden. Ein Kamerasystem fotografierte und filmte tausende Nester von Eisfischen der Art "Neopagetopsis ionah" am Meeresboden. Die Dichte der Nester und die Größe des gesamten Brutgebiets lassen auf eine Gesamtzahl von etwa 60 Millionen Eisfischen schließen, die während der Untersuchungen dort nisteten. Dies unterstützt den Vorschlag, ein Meeresschutzgebiet im atlantischen Sektor des Südlichen Ozeans einzurichten. Ihre Ergebnisse veröffentlichen Autun Purser vom Alfred-Wegener-Institut1) und sein Team in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Current Biology.

    FischnesterFischnester am Grund des Weddellmeeres (Foto © AWI OFOBS-Team)

  • Weltüberlastungstag

    Von vielen Menschen unbemerkt und auch kaum beachtet wurde am 8. August der Weltüberlastungstag begangen. Die Nachrichten überschlagen sich - da ist einmal Olympia, dann haben wir die ständigen Terrornachrichten und die Türkei mit ihrem Autokraten Erdogan, da kann so ein - für die ganze Menschheit - wichtiger Tag schon mal ins Hintertreffen geraten.

    Edvard_Munch_-_Melancholy_1894.jpgNachdenken über die Welt  (Originaltitel: Melancholy, von Edvard Munch, 1894)
  • Zuviel Kühlwasser für KoKW Moorburg

    EU-Kommission verklagt Deutschland wegen neuem Hamburger Kohlekraftwerk

    Die Europäische Kommission wirft der Bundesrepublik vor die Vorschriften der FFH-Richtlinie nicht zu beachten. Es bestehe die Gefahr, dass die Kühlwasserentnahme des Kraftwerks Moorburg sich negativ auf geschützte Arten wie Lachs, Flussneunauge oder Meerneunauge auswirken könnte. Die Fische passieren die Anlage auf ihrer Wanderung elbaufwärts, von der Nordsee zu den etwa 30 Natura-2000-Gebieten im Einzugsgebiet der Elbe.

    KoKW Moorburg
    Das Kohlekraftwerk Moorburg (Foto: Martina Nolte / Lizenz:CC-BY-SA-3.0-DE)