Kohleverstromung beschleunigt Klimawandel

Offenbar fördert die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau immer noch Kohlekraftwerke. Nach Angaben von Brot für die Welt und Misereor soll die KfW-Bankengruppe zwischen 2006 und 2013 Zusagen von insgesamt 2,8 Mrd. Euro für KoKW gemacht haben. Ein Teil dieser Gelder stammt sogar aus Mitteln der sogenannten Entwicklungshilfe. MISEREOR fordert nun die Verantwortlichen innerhalb der Bankengruppe auf die Finanzierung von Kohlekraftwerken mit Entwicklungshilfemitteln zu beenden. Mit den ohnehin knappen Geldern der Entwicklungszusammenarbeit, die eine nachhaltige armutsreduzierende Entwicklung fördern sollen, dürften keine klimaschädlichen Energien gefördert werden. Ein ungebremster Klimawandel wird für Millionen Menschen zum Armutstreiber werden und die Anstrengungen in der Armutsbekämpfung untergraben. Das bestätigen die Weltbank und der UNO-Klimarat mit ihren neuesten Berichten.

Kohlekraftwerk in Südafrika
Entwicklungsländer setzen immer noch auf Kohlekraftwerke - hier ein Beispiel aus Südafrika (Foto: Gerhard Roux; Lizenz: CC-BY-3.0)

Fossile Energieträger sind für rund 57 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Kohleverstromung ist dabei am klimaschädlichsten. Die KfW-Bankengruppe fördert unter anderem durch die KfW-Entwicklungsbank  im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Bau von Kohlekraftwerken.

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR: "Sowohl die KfW-Entwicklungsbank als auch das BMZ setzen derzeit die falschen Signale, wenn sie dazu beitragen, dass Energiepfade weiterhin auf Kohle ausgerichtet bleiben, statt auf dezentrale erneuerbare Energien. Wir brauchen einen globalen kohlenstoffarmen Entwicklungsweg. Dabei müssen die Entwicklungsländer auch im Rahmen der internationalen Entwicklungs- und Klimafinanzierungszusagen unterstützt werden. Nur die Energieversorgung durch nachhaltige, erneuerbare Energien kann Armut überwinden und langfristig den Klimawandel bekämpfen, unter dessen Auswirkungen die ärmsten Menschen am meisten leiden".

Der erzeugte Kohlestrom dient eher Exportinteressen und der Großindustrie. Für die ärmsten Menschen sind daher dezentrale Lösungen mit erneuerbaren Energien besser. "Deutschland muss wieder Klimaschutzvorreiter werden, auch im internationalen Kontext. Die Bundesregierung verliert an Glaubwürdigkeit, wenn mit deutschen Steuergeldern klimaschädliche Kohlekraftwerke im Ausland gefördert werden", so Spiegel.

"Arme Menschen müssen stattdessen sowohl im Schutz gegen den Klimawandel als auch bei der Überwindung der Energiearmut durch nachhaltige Energien unterstützt werden."

Das Diskussionspapier "Energiearmut nachhaltig überwinden. Keine Entwicklungsfinanzierung für Kohlekraft." finden Sie hier

Misereor