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Hunderttausend-facher Protest und #Klimaschutz von unten bewirken offenbar mehr wie die Reden der Staatsoberhäupter

Am Ende der Protestaktionen gegen die Tatenlosigkeit der Regierungen, angesichts des gefährlichen menschengemachten Klimawandels, wurde die Wall Street besetzt. Die Besetzer dort und die Hunderttausende, die am Tag vorher überall auf der Welt demonstrierten, haben vermutlich mehr bewirkt wie die Staatenlenker und Minister im UN-Gebäude. Masseneffekte wirken, sei es als Teil des Problems, wie die täglichen Automassen, oder als Teil der Lösung, wie jene Menschen die Solar- und Windenergieanlagen errichten oder an Aktionen des zivilen Widerstandes gegen die Zerstörung der Zivilisation teilnehmen.


Originaltitel: Flood Wall Street 9/22/14 (Foto: A. Jones; Lizen: CC-BY-ND-2.0)

Vierhunderttausend Menschen alleine in New York sind ein unübersehbares Zeichen, dass sich die Menschen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen nicht mehr gefallen lassen wollen. So wie es ein Plakat der Demonstranten ausdrückte: "Wir werden nicht schweigend sterben!"

Viele Firmen haben angesichts des Unmutes so vieler Menschen reagiert. Nach Angaben der TAZ kündigte Google nach der großen Demo an, dass es nun nicht mehr den "American Legislative Exchange Council (ALEC)" finanziell fördern will. Dieser Zusammenschluss radikal rechter US-Republikaner und zahlreicher Konzerne in den USA leugnet den menschengemachten Klimawandel. Google Konzernchef Schmidt begründete die Absage an die rechte Organisation so: „Alec lügt über das Klima.“ Der Suchmaschinengigant folgte damit einem Beispiel von Microsoft. Auch die Rockefeller Stiftung will zukünftig ihr Vermögen nur noch klimafreundlich investieren.

Devestment heißt das neue Schlagwort und damit sei das Gegenteil von Investment zu erreichen, meinen die Verfechter der Methode, jedenfalls bei den Firmen, die zur Zerstörung der Natur und zur Erderwärmung beitragen. In diesem Sinne ist der Wechsel zu einem Ökostromanbieter sicher auch eine Devestment-Maßnahme verbunden mit einem Investment zur Lösung, aber das nur nebenbei.

Wenn dieser Schwung beibehalten wird, wenn es gelingt den Protest gegen die menschenverursachte Erderwärmung überall auf der Welt aufrecht zu erhalten, dann besteht 2015 auch eine realistische Chance ein Klimaabkommen zu erreichen, welches Fortschritte zur Lösung unterstützt. Aber darauf sollte man sich nicht verlassen und weiter machen mit dem Klimaschutz von unten. Kann sein, dass auch der WBGU mit seinem letzten Gutachten diesmal auf das richtige Pferd gesetzt hat.

Weitere Fotos von der "Flood Wall Street"-Aktion"

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