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Konflikte und Klimawandel führen zu deutlichen Rückschritten bei der Hungerbekämpfung

Bonn/Berlin. Die Welt ist bei der Hungerbekämpfung vom Kurs abgekommen und entfernt sich immer weiter vom verbindlichen Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen. Bereits die letzten UN-Berichte haben deutlich gewarnt, da die Zahl der Hungernden und Armen seit einigen Jahren wieder ansteigt. Weltweit hungern etwa 811 Millionen Menschen und 41 Millionen leben am Rande einer Hungersnot. Besonders dramatisch ist die Lage in Somalia, Jemen, Afghanistan, Madagaskar und dem Südsudan. Der neue Welthunger-Index untersucht die Ernährungslage in 128 Ländern und bestätigt die deutlichen Rückschritte bei der Hungerbekämpfung. 47 Länder werden bis 2030 noch nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen, 28 davon liegen in Afrika südlich der Sahara.

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Ein Mädchen beim Sammeln von Wildkräutern in Madagaskar. Seit zwei Jahren herrscht im Süden des Landes extreme Dürre. 1,14 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen und müssen hungern. Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikeln. (Foto: © Welthungerhilfe)

"Hungersnöte sind zurück und multiple Krisen lassen die Zahl der Hungernden immer weiter steigen."

„Unsere Befürchtungen im letzten Jahr haben sich leider bestätigt. Hungersnöte sind zurück und multiple Krisen lassen die Zahl der Hungernden immer weiter steigen. Die Corona-Pandemie hat die angespannte Ernährungslage in vielen Ländern des Südens noch einmal verschärft und Millionen Familien haben ihre Existenzgrundlage verloren. Die größten Hungertreiber bleiben aber Konflikte und der Klimawandel. Die Ärmsten und Schwächsten werden von den Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen, obwohl sie am wenigsten dazu beitragen. Die Klimakrise ist eine Frage der Gerechtigkeit. Daher brauchen wir auf der anstehenden Klimakonferenz im November in Glasgow klare und verbindliche Ziele für die Reduzierung des CO2 Ausstoß sowie finanzielle Unterstützung für die Förderung von Klimaresilienz“, fordert Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe1).

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Welthunger-Index 2021: Die analysierten Länder können in Kategorien einsortiert werden, je nachdem, ob die Hungersituation gravierend, sehr ernst, ernst, mäßig oder gering ist. (Grafik: © Welthungerhilfe)

Verheerende Wechselwirkung von Konflikten und Hunger

Der Welthunger-Index zeigt in diesem Jahr die verheerende Wechselwirkung von Konflikten und Hunger. Die Anzahl der gewaltsamen Konflikte hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. In acht von zehn Ländern mit einer sehr ernsten oder gravierenden Hungersituation tragen Konflikte maßgeblich zum Hunger bei.

"Wo Hunger und Armut herrschen, nehmen aber auch Konflikte zu."

„Mehr als die Hälfte aller unterernährten Menschen lebt in Ländern, die von Gewalt, Konflikt und Fragilität geprägt sind. Wo Krieg herrscht, werden Ernten, Felder und wichtige Infrastruktur zerstört. Die Menschen verlassen ihre Dörfer aus Angst vor Kämpfen und Übergriffen und sind auf humanitäre Hilfe zum Überleben angewiesen. Wo Hunger und Armut herrschen, nehmen aber auch Konflikte zu. Wir brauchen tragfähige politische Konfliktlösungen und eine Stärkung des Rechts auf Nahrung. Der Einsatz von Hunger als Kriegswaffe muss endlich konsequent sanktioniert werden. Darüber hinaus benötigen wir flexible Finanzierungsmodelle, die die Wechselwirkung von Ernährung und Frieden stärker in den Blick nehmen“, betont Thieme.

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Wie müssen die Regierungen jetzt handeln? (Grafik: © Welthungerhilfe)

Es sei es möglich, die destruktive Wechselwirkung zwischen Konflikt und Hunger zu durchbrechen und Widerstandsfähigkeit aufzubauen, selbst inmitten von Konflikten und extremer Verletzlichkeit, so der Bericht. Gemeinsam können Staaten, Gemeinden, lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen sowie UN-Behörden Bedingungen für Ernährungssicherheit und nachhaltigen Frieden schaffen.

Der Bericht wird gemeinsam von der Welthungerhilfe und ihrem Alliance2015-Partner Concern Worldwide herausgegeben.

Download Welthunger-Index 2021 (PDF)

Download Welthunger-Index 2021 Synopse (PDF)

Download Factsheet Welthunger-Index 2021 (PDF)

Extra-Webseite zum Welthunger-Index:

www.welthunger-index.de


1) Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030". Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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