Seit gut einer Woche liegt die Antwort der Bundesregierung, auf eine Anfrage der Abgeordneten Eva Bulling-Schröter, vor. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Administration über relativ wenig Informationen zu diesem Thema verfügt, aber trotzdem der Auffassung ist alles richtig zu machen, nach dem Motto: Augen zu und durch.

Merit-Order-Effekt; Bild: gemeinfrei

 

Grundsätzlich wird jedoch zugegeben, dass der Merit-Order-Effekt, infolge der vorrangigen Einspeisung des Stromes aus erneuerbaren Energien, zu günstigeren Einkaufspreisen bei Strom-Großkunden führen kann, wenn diese ihren Strom auf dem Spotmarkt einkaufen.

Der Einsparungseffekt kann jedoch, auf die Firmen bezogen, von der Bunderegierung nicht quantifiziert werden, aber selbst wenn sie Informationen hätte würde sie diese aus Wettbewerbsgründen nicht weitergeben.

Trotz der fehlenden Informationen ist sich die Bundesregierung aber vollkommen sicher, dass die Privilegierung energieintensiver Unternehmen, durch eine reduzierte Ausgleichsabgabe aufgrund des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), gerechtfertigt ist. Die Übernahme dieser Kosten durch die Kleinverbraucher nennt die Regierung daher auch ganz richtig "Umverteilungswirkung". Es handelt sich also um eine Umverteilung der Lasten von Oben (den energieintensiven Unternehmen) nach Unten, auf die Masse der Stromkunden. Gerechtfertigt wird dies - wie allgemein üblich - mit der Sicherung von Arbeitsplätzen.

Trotz der wirklich "dünnen" Antwort der Administration wird deutlich, dass die Masse der Stromkunden keine Vorteile vom Merit-Order-Effekt hat, sondern sogar noch die zusätzlichen Lasten der Großkunden tragen muss, während die energieintensiven Unternehmen in doppelter Weise profitieren. Sie können den Merit-Order-Effekt nutzen und sie wälzen die - für alle Anderen fälligen Ausgleichsabgaben nach EEG - auf die kleinen Stromkunden ab. Wahrhaftig eine Verteilung von Oben nach Unten, nämlich eine Weitergabe der Lasten an die kleinen Stromverbraucher.

Dabei wäre es gerade wichtig den industriellen Abnehmern von Energie Anreize zum Energiesparen zu geben. Diese erfolgen am Besten über den Preis, so unsere Erfahrung aus der Vergangenheit, denn ein hoher Energiepreis trägt maßgeblich zum Energiesparen bei. Dass die Industrie Energie spart ist auch deshalb besonders wichtig, weil Industrie und Gewerbe etwa 61% des erzeugten Stroms verbrauchen und in entsprechend hohem Maße Anteil am menschengemachten Treibhauseffekt haben.

Gerechtigkeit sieht anders aus.

 

Wikipedia zum Merit-Order-Effekt