Beitragsseiten

Autorin: Julia Huscher, Stand: 02. Dezember - 2011
Im Auftrag von Sabine Wils, MdEP DIE LINKE

Einleitung

Viele Hoffnungen liegen auf REDDplus: die Hoffnungen des Tropenwaldschutzes, globale Geldströme für bisher unerreichbare Schutzziele zu mobilisieren; die Hoffnungen waldreicher Entwicklungsländer, von internationalen Klimaschutzbemühungen zu profitieren; die Hoffnungen des Klimaschutzes, zusätzliche Emissionsminderungen in kurzer Zeit zu mobilisieren. Viel Energie wurde bereits in die Verhandlung dieses Punktes investiert, ebenso wie in die begonnenen Pilotprojekte (1).

Kahlschlag auf Sumatra Indonesien - rainforest action network - CC-BY-SA-20
Regenwaldzerstörung  (Foto: Rainforest Action Network; Originaltitel: Turning the Page on Rainforest Destruction: Children’s Books and the Future of Indonesia’s Rainforests; Lizenz: CC-BY-SA-2.0)

Das vorliegende Hintergrundpapier will die aktuellen Verhandlungspunkte unter REDDplus umreißen und Schwachstellen in Bezug auf Biodiversitätsschutz, Menschenrechte und Emissionsminderung aufzeigen.

Erfahrungen aus dem Emissionshandel mit CDM-Projekten sowie aus dem EU- Aktionsplan zu Waldschutz, FLEGT, werden als Vergleich herangezogen und in politischen Forderungen ausgelegt.

Warum REDDplus? Entwaldung und Walddegradierung, also eine noch nicht vollständige Entwaldung, verursachen laut IPCC jährlich etwa 17% des weltweiten Treibhausgasausstoßes (2). Das Aufhalten des Entwaldungstrends in Entwicklungsländern soll vor allem von den Industrienationen finanziert werden, da somit zusätzliche Emissionen verhindert werden. Mögliche Maßnahmen beinhalten Schutzgebiete und das Verhindern illegaler Abholzung. Wichtig ist aber auch, die zugrundeliegenden Prozesse anzugehen und den Druck auf Waldflächen vor allem von Landwirtschaft, Holz-, sowie Papier- und Zellstoffindustrie zu verringern.

(1)Etwa 25 waldreiche Entwicklungsländer sind bereits aktiv im Aufbau von REDDplus –Strukturen und Projekten. Unterstützt werden sie dabei von internationalen Gebern, z.B. der Weltbank und UN-REDD.

(2) 17,4% laut 4. Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change. Inzwischen wurde der Wert auf etwa 12-15% nach unten korrigiert. Vgl. dazu das Positionspapier zu REDDplusvon Forum Umwelt & Entwicklung und Klimaallianz vom September 2011, S. 4.