Erneuerbare übernehmen Systemverantwortung

Kallinchen. Letzte Woche stellte der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) seine Vorschläge für ein auf Erneuerbaren Energien basierendes Strommarktdesign vor. Zusammen mit den Fach- und Landesverbänden sowie 70 weiteren Unterstützern aus der gesamten Energiebranche hat der BEE die Studie „Neues Strommarktdesign für die Integration fluktuierender Erneuerbarer Energien“ begleitet, die wissenschaftlich durch die Fraunhofer Institute für Energiewirtschaft und Netzbetrieb (IEE) und Solare Energiesysteme (ISE) umgesetzt wurde. Dabei konzentriert sich diese Studie nicht nur auf den Strommarkt, sondern auch auf zentrale Aspekte der Versorgungssicherheit sowie der Finanzierung der Systemkosten des Energiesystems. Energiequelle1) hat als partizipierendes Unternehmen zum Erfolg der Studie beigetragen.

Fraunhofer Studie
Eine neue Studie von Fraunhofer IEE und ISE analysiert die betriebswirtschaftlichen Aspekte erneuerbarer Energien (Foto © BEE)

Die Studie konnte herausstellen, dass die Energiewende im Bereich des Stromsektors durch Nutzung der regionalen Wertschöpfungspotenziale organisiert werden kann. Dadurch werde sowohl der Einspeisevorrang sowie die gesamtsystemische Verantwortung der Erneuerbaren Energien gestärkt. Dennoch sieht der BEE weiterhin Herausforderungen im Strommarktbereich. Obwohl die Erneuerbaren Energien zentral zur Absenkung des Strompreises beitragen, fehle bisher eine betriebswirtschaftliche Basis für deren Ausbau. Zur Beseitigung existierender Markthemmnisse befürwortet der BEE daher primär eine Flexibilisierung des Stromangebots und der Stromnachfrage. Neben der Berücksichtigung von volks- und betriebswirtschaftlichen Faktoren wurden in der Studie daher vor allem Flexibilitätsoptionen im Verbraucher-, Speicher- und Erzeugerbereich berücksichtigt.

Nach Aussage der BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter stellt die Studie „(…) einen wichtigen Pfad zur Umsetzung der Klimaneutralität dar, der gleichzeitig die Importabhängigkeit von Energierohstoffen und Strom deutlich reduzieren kann und zudem die Anforderungen an Versorgungssicherheit und Standortsicherung durch überwiegend heimische Wertschöpfung erfüllt (…).“

Die Studie des BEE zeigt folgende Kernergebnisse:

  • Der heutige regulatorische Rahmen im Strommarkt verhindert aufgrund fehlender ökonomischer Grundlagen den klimapolitisch notwendigen Ausbau Erneuerbarer Energien. Daher sind Veränderungen des heutigen Strommarkts notwendig.
  • Um den zukünftigen Zubau Erneuerbarer Energien betriebswirtschaftlich rentabel zu ermöglichen, müssen und können die dafür benötigten Flexibilitätsoptionen gleichzeitig ausreichend ausgebaut werden.
    Ein vorgezogener Kohleausstieg auf das Jahr 2030 ist möglich.
  • Über Bioenergie, KWK-Anlagen und Speicher kann ausreichend steuerbare Leistung für die Versorgungssicherheit bereitgestellt werden, bei gleichzeitig sehr geringerem Zubau an H2-Gaskraftwerksleistung.
  • Bis zu 100 GW Elektrolyse-Leistung können hierzulande finanziell lohnend und mit hoher regionaler Wertschöpfung aufgebaut werden, so dass ein Import von grünem Wasserstoff zur direkten Nutzung für die Umsetzung der Energiewende in Deutschland nicht zwingend notwendig ist.
  • Die aktuell festgelegte Förderdauer von 20 Jahren sollte in eine Mengenförderung überführt werden, um den Erneuerbaren Energien zu ermöglichen, selbst auf Strompreise zu reagieren. Das sichert den wirtschaftlichen Betrieb der EE-Anlagen und stabilisiert den Strommarkt.
  • Mit wachsender Sektorenkopplung und der Schaffung ausreichender Flexibilitätsoptionen im Energiesystem sind die Erneuerbaren Energien ab 2040 marktfähig.
  • Sinnvolle Einsparungen im Netzbetrieb sind zu erreichen, wenn der Fokus auf der dezentralen, verbrauchsnahen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und einer erzeugungsnahen Wasserstoffproduktion aus volatilen Erneuerbaren Energien liegt.

Michael Raschemann, Geschäftsführer der Energiequelle GmbH, zeigt sich von der Studie beeindruckt. Diese demonstriere einmal mehr die bereits jetzt bestehende systemrelevante Stellung der Erneuerbaren Energien, die es durch den Abbau existierender Markteintrittsbarrieren zu stärken gelte.

„Die Energieversorgung als Teil der kritischen Infrastruktur wird durch den Ausbau der Erneuerbaren erhöht, die Emissionsanfälligkeit des Energiesektors gesenkt und die Erreichung der Klimaziele vorangetrieben. Zudem tragen die Erneuerbaren zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung bei, während die Strompreise weiter fallen.“, so Raschemann.


1) Seit 1997 ist die Energiequelle GmbH als Projektierer und Betriebsführer von Windenergie-, Biomasse- und Photovoltaikanlagen sowie Umspannwerken und Speichern international aktiv. Hauptsitz des Hauses ist Kallinchen bei Berlin, weitere Standorte befinden sich in Bremen, Oldenburg, Hannover, Putlitz, Penzing, Erfurt, Dresden, Rostock, Leipzig, Guntersblum, Magdeburg, Wiesbaden sowie Rennes, Dijon und Royan (Frankreich) und Helsinki (Finnland). Mit über 300 Mitarbeitern und mehr als 750 errichteten Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.400 MW ist Energiequelle ein führendes Unternehmen der Branche. 

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