Die Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager (mit Sitz in Stadum) lehnt die geplante Verpressung von Kohlendioxid (CO2) in der dänischen Nordsee gemeinsam mit ihrem Dachverband, dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) grundlegend ab. Zur Untermauerung ihrer Ablehnung haben die Bürgerinitiative und der BBU jetzt im Rahmen der offiziellen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange ihre Bedenken in Form einer schriftlichen Stellungnahme bei den zuständigen dänischen und deutschen Behörden eingereicht.

CCS-Protest allerorten (Foto: GuentherHH)

Das dänische Umweltministerium beabsichtigt, Unternehmen die CO2-Verpressung in der dänischen Nordsee „anzubieten“. Mittels Verpressung von CO2 soll die Ausbeute aus fast ausgeförderten Erdgas- und Erdöllagerstätten in der Nordsee erhöht werden. Da das Vorhaben mit erheblichen Gefahren verbunden ist, regt sich berechtigter Protest seitens der Umweltschutzbewegung.

In der Stellungnahme der Bürgerinitiative und des BBU heißt es u. a.: „Der Umweltbericht zum dänischen Vorhaben, CO2 zu EOR-Zwecken (Enhanced Oil Recovery) in der Nordsee zu verpressen, ist in wesentlichen Bereichen mangelhaft. Dem Gutachter ist weder bekannt, welche Zusammensetzung der CO2-Abfall haben wird, der in der Nordsee verpresst werden soll, noch finden sich Details zu den geplanten Einpressdrücken. Ohne diese Kenntnisse ist jedoch eine Bewertung der zu erwartenden Umweltschäden schlechterdings unmöglich.“

Weiterhin heißt es in der Stellungnahme: „Die Bildung von Todeszonen im Bereich des Meeresbodens ist somit wahrscheinlich, wenn es zu Leckagen kommen sollte, selbst wenn diese nur sehr klein aber über eine große Fläche verteilt wären. Damit wäre die Fischbrut (Eier und Larven) im Plangebiet und den angrenzenden Natura 2000-Gebieten massiv gefährdet, da die Schichtung der Wassersäule und das Aufwachsen der Fischbrut vieler Fischarten in den Sommermonaten zusammentreffen würde Da im Planungsgebiet die Eier und Larven von Kabeljau, Scholle, Doggerschabe, Kliesche, grauem Knurrhahn und gestreiftem Leierfisch in allen Entwicklungsstadien zu finden sind, muss mit erheblichen Auswirkungen auf die Fischbestände der Nordsee auch außerhalb des Planungsgebietes gerechnet werden.“

Die Bürgerinitiative und der BBU fordern in ihrer Stellungnahme ein neues Umweltgutachten, das insbesondere folgende Punkte enthalten muss:

  • Genaue quantitative Beschreibung der „sonstigen“ Bestandteile des zu verpressenden CO2-Abfalls.
  • Beschreibung des jeweils größten anzunehmenden Unfalls beim Transport von CO2-haltigen Abfällen zu den Verpressungsstellen (getrennt nach Schiff und Pipeline).
  • Beschreibung des jeweils größten anzunehmenden Unfalls beim Betrieb der Lagerstätten.
  • Eine detaillierte Bewertung des geologischen Untergrundes einschließlich alter Bohrlöcher, Risse und Frakturen und Angaben zum größtmöglichen Bereich, in dem Aussagen, wie sich Druckspitzen und CO2-/“sonstige“ Bestandteile durch die Verpressung auswirken können.
  • Stellungnahme der Versicherungswirtschaft zur Absicherung möglicher Schäden durch die geplanten Maßnahmen.

Reinhard Knof, Pressesprecher der Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager, fasst die geballte Kritik an dem Vorhaben folgendermaßen zusammen: „Dass von der dänischen Regierung geplante Vorhaben gefährdet die angrenzenden Natura 2000-Gebiete, das Weltnaturerbe Wattenmeer und die Fischbrut im Plangebiet durch austretendes CO2, Formationswasser und deren giftige Begleitstoffe. Das diesem Vorhaben zugrunde liegende Gutachten ignoriert völlig, dass es sich bei dem Plangebiet um einen großen Komplex von miteinander verbunden Erdöllagerstätten handelt, die durch zahlreiche Bohrlöcher und die geologischen Besonderheiten ungeeignet sind, CO2 aus Verbrennungsprozessen sicher zurück zu halten.“ Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU pflichtet ihm bei und ruft zum weiteren Widerstand auf: „Alle Bürgerinnen und Bürger können gegen das Vorhaben Einwendungen einreichen. Die kompetente Bürgerinitiative wird ab Anfang September einen Vordruck für Einwendungen zum Herunterladen auf ihrer Homepage unter www.kein-co2-endlager.de anbieten.


Das umweltpolitische Engagement unterstützen!

Der BBU unterstützt die Arbeit Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager und ruft dazu auf, die Initiative mit Spenden zu unterstützen. Das Spendenkonto der Bürgerinitiative ist bei der VR Bank eG, Niebüll, Konto: 77 19 0 19, BLZ: 217 635 42.

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter www.bbu-online.de; telefonisch unter 0228-214032. Die Facebook-Adresse lautet www.facebook.com/BBU72. Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung und für umweltfreundliche Energiequellen.