„Lasst uns all die eintreffenden Menschen Willkommen heißen, die Chance des Austausches nutzen, zum Campgelände fahren, unsere Grundstücke zum Zelten zur Verfügung stellen, unsere Häuser zum Duschen öffnen und die positive Stimmung des Wandels weiter verbreiten. Lasst uns die gewünschte Veränderung sein“. So steht es in einem aktuellen Aufruf zur Unterstützung des Rheinischen Klimacamps.

Klimacamp
( © ausgeCO2hlt)

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen und die Mobilisierung für das Klima- und das Reclaim The Fields Camp in Manheim (Rheinland). Ab Heute werden hunderte Menschen erwartet um gemeinsam mit den Menschen des Reviers den Widerstand gegen RWE’s Braunkohleabbau zu beraten und zu organisieren. Dabei ist es weder erlaubt Zelte zum Schlafen aufbauen noch im Freien zu kochen.

Die Kerpener Polizei versuchte in der letzten Zeit den Organisatoren Steine in den Weg zu legen. Gegen die Polizeiauflagen hatten die Veranstalter vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt. Dieses hatte jedoch die behördlichen Anordnungen bestätigt. Die Entscheidung der Polizei und des Verwaltungsgerichts Köln, keine Infrastruktur zur Versorgung und keine Zelte zum Schlafen aufstellen zu dürfen, sei eine nicht hinzunehmende Anmaßung, das Recht auf Meinungsfreiheit, Versammlung und Organisierung einzuschränken, so die Organisatoren des Camps. Solchen Verboten, müsse sich solidarisch und entschlossen entgegengestellt werden:

"Gemeinsam wollen wir es nun schaffen, trotz des Verbotes eine Infrastruktur zu errichten, die es uns ermöglicht, mit den Angereisten in Kontakt zu kommen, uns mit ihnen über unsere Erfahrungen auszutauschen, von einander zu lernen und uns gegenseitig zu unterstützen."

Erstaunlich, dass das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit hier offenbar einen geringeren Rang besitzt wie die polizeilichen Auflagen, denn ohne die Möglichkeit seinen menschlichen Bedürfnissen nachzukommen sind Versammlungen nicht möglich. Das müsste eigentlich auch ein Gericht erkennen.

Die Organisatoren des Klimacamps kämpfen für eine gute Sache, indem sie sich gegen Kohleabbau und Kohlekraftwerke wenden. Ihr Engagement geht nun aber darüber hinaus. Sie kämpfen auch für die Versammlungs- und Meinungsfreiheit aller Bürger.

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