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Anlässlich der kürzlich veröffentlichten Kernbotschaften des 5. Sachstandsberichts des Weltklimarates (IPCC) fordern Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft zu einem grundlegenden Umdenken in der Verwendung klimaschädigenden Palmöls auf.

Palmölmühle
Palmölmühle in Sawah, Malaysia (Foto: Uwe Aranas; Lizenz: CC-BY-SA-3.0)

Der IPCC hat am 13. April 2014 seine dritte Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger_innen seines 5. Sachstandsberichtes herausgegeben. Das Bundesumweltministerium und das Bundesforschungsministerium haben in diesem Rahmen bereits die “zentrale gesellschaftliche Herausforderung” und die “tiefgreifenden Folgen des fortschreitenden Klimawandels für die Menschen und die Natur” herausgestellt.

Die in Deutschland verursachten Kohlenstoffdioxid-Emissionen betragen rund drei Prozent des weltweiten Ausstoßes. Zudem ist ein Teil der klimaschädigenden Emissionen anderer Länder durch die deutsche Politik und die deutsche Wirtschaft mitverursacht. Um dem Klimawandel entgegen zu wirken, fordern die unterzeichnenden Organisationen eine drastische Reduzierung von Palmöl, das auch hierzulande in großem Umfang als billiger Rohstoff z. B. für Lebensmittel, Kosmetika und Biokraftstoffe verwendet wird.

Palmöl wird vor allem in Indonesien und Malaysia angebaut und hat eine verheerende Klimabilanz. Die weitere Expansion von Palmölmonokulturen unter anderem für Agrokraftstoffe ist aktuell die Hauptursache für Regenwaldrodungen in Indonesien. Neben China und den USA gehört Indonesien deshalb zu den größten Treibhausgas-Emittenten weltweit. Für die stetige Ausweitung von Palmölplantagen werden die letzten klimastabilisierenden Regenwälder gerodet. Auch die gängige Praxis von illegalen Brandrodungen und das Anlegen von Plantagen auf Torfböden feuern den Klimawandel weiter an. Torfböden sind effektive Kohlenstoffspeicher. Die Trockenlegung, regelmäßige und großflächige Brände sowie die landwirtschaftliche Nutzung dieser Böden führt zu sehr starken Treibhausgas-Emissionen, welche auch im Bericht des IPCC erwähnt werden.

In den Empfehlungen des IPCC für Entscheidungsträger_innen wird dargestellt, dass 13 Prozent der weltweiten, durch den Menschen verursachten Emissionen durch Forstwirtschaft und andere Landnutzungsveränderungen verursacht werden. Dazu zählen unter anderem Waldbrände und die Umwandlung von Torfböden. Maßnahmen zum Schutz des Klimas sollen in den Bereichen verbessertes Landwirtschaftsmanagement und Restauration organischer Böden ansetzen. Dabei würde der Schutz von Tropenwaldgebieten und Torfflächen den effektiveren und kostengünstigeren Klimaschutz darstellen.

Wir fordern die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft auf:

Diese Forderungen werden unterstützt von:
ARA http://www.araonline.de
BOS Deutschland http://www.bos-deutschland.de
Gesellschaft für bedrohte Völker https://www.gfbv.de
Michael Succow Stiftung http://www.succow-stiftung.de
Orang-Utans in Not e.V. http://www.orang-utans-in-not.org
Oro Verde - Die Tropenwaldstiftung http://www.oroverde.de
Rettet den Regenwald http://www.regenwald.org
Robin Wood http://www.robinwood.de
urgewald e.V. http://urgewald.org
Watch Indonesia! e.V. http://www.watchindonesia.org